Was ich noch sagen wollte ... Fachkräftemangel
18.04.2026 KolumneEin Wort in aller Munde: Fachkräftemangel.
Ist Ihnen schon aufgefallen, seit wann wir davon reden? Seit die Personenfreizügigkeit mit der EU in Kraft ist. Seit dann herrscht der Fachkräftemangel. Seit dann strömen jährlich zehntausende Einwanderer in die Schweiz. ...
Ein Wort in aller Munde: Fachkräftemangel.
Ist Ihnen schon aufgefallen, seit wann wir davon reden? Seit die Personenfreizügigkeit mit der EU in Kraft ist. Seit dann herrscht der Fachkräftemangel. Seit dann strömen jährlich zehntausende Einwanderer in die Schweiz. Unser Land ist attraktiv und beliebt. Das spricht für die Schweiz, und auf die Attraktivität können wir stolz sein. Beliebt ist unser Staat nicht zuletzt wegen der grosszügigen Sozialleistungen, die er bereithält. Die Sozialleistungen, die Bildung und die Infrastruktur sind hochkarätig und die medizinische Versorgung hervorragend.
Weshalb fehlen dann so viele Fachkräfte? Von zehn Zugewanderten kommen fünf in den Arbeitsmarkt, die Hälfte (2,5) davon in den Privatsektor, die andere Hälfte in die öffentliche Verwaltung. Die restlichen fünf Personen sind Familiennachzug oder Menschen, die sich bei uns ausbilden lassen. Von diesen fünf Personen arbeitet eine Person im medizinischen Bereich. Die restlichen beanspruchen diesen Bereich als Patienten. Denn auch sie müssen zum Arzt, Zahnarzt, in die Therapie oder brauchen Pflege. Sie brauchen auch Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Strassen und die Bahn. Folglich leiden wir alle unter dem Dichtestress.
Das Bruttoinlandprodukt steigt insgesamt, aber pro Kopf stagniert das BIP. Wir profitieren also nicht von der Zuwanderung. Auf dem Arbeitsmarkt haben es Einheimische immer schwieriger, eine Arbeitsstelle zu bekommen. Für gewisse Arbeitgeber ist es günstiger, aus dem grossen EU-Pool eine «Fachkraft» zu rekrutieren. Bringt der Arbeitnehmer dann die gewünschten Resultate nicht, kann er entlassen werden und von der Arbeitslosenversicherung oder von der Sozialhilfe profitieren.
Das Argument, dass wir die Zuwanderung für die Finanzierung der AHV brauchen, greift ebenfalls nicht. Auch die vielen Zugewanderten haben einmal Anspruch auf eine Rente. Wer soll dann all dies einmal finanzieren? Eine noch grössere Zuwanderung? Das läuft auf ein nie endendes Schneeballsystem hinaus. Aus logischen Gründen sind Schneeballsysteme in der Schweiz verboten.
Es ist ja nicht so, dass wir keine Einwanderung in unser Land wollen. Aber wir müssen sie wieder selbst kontrollieren können. Ausserhalb der EU tun dies alle Länder dieser Erde. Die Einwanderungsländer wie Amerika, Kanada und Australien regeln das mit einem Punktesystem. Je dringender eine Berufsgattung gebraucht wird, desto besser stehen die Chancen für ein Visum.
Mit dem hohen Tempo der Zuwanderung kommt die Infrastruktur nicht nach. Bahn, Strasse, Schulen und Krankenhäuser hinken immer hinterher. Die Zubetonierung unseres Landes schreitet zwar rasant voran, während aber die Lebensqualität vielerorts abnimmt.
Die Finanzierung des Gesundheitssystems ist auch so eine Sache. Während wir Einheimischen seit der Geburt Krankenkassenprämien bezahlt und das System aufgebaut haben, haben Zugewanderte ab dem ersten Tag Anspruch auf die gesamten Leistungen.
Auch die 400’000 Grenzgänger lindern den Fachkräftemangel nicht. Aufgrund der hohen Löhne steht die Teilzeitarbeit hoch im Kurs. Mittlerweile braucht es für eine 100 Prozent-Stelle 1,3 Arbeitnehmende.
Der Wohnungsbau hinkt dem Zustrom der Menschen in unser Land hinterher, weshalb viele unter der Wohnungsknappheit leiden. Und jedes Gut, das knapp ist, wird unweigerlich teurer.
Milton Friedman sagte schon: Man kann entweder eine freie Zuwanderung tolerieren oder ein Sozialstaat sein. Beides geht nicht.
Therese Schläpfer, Nationalrätin

