IG Velo Hinterthurgau blickt auf erstes Vereinsjahr zurück
21.05.2026 Thurgau, AadorfZur ersten Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft Velo Hinterthurgau trafen sich Ende April eine kleine Anzahl Mitglieder im Restaurant Engel in Sirnach. Präsident Kurt Egger führte durch die Versammlung und kündigte zugleich ein Referat zur geplanten Velovorzugsroute ...
Zur ersten Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft Velo Hinterthurgau trafen sich Ende April eine kleine Anzahl Mitglieder im Restaurant Engel in Sirnach. Präsident Kurt Egger führte durch die Versammlung und kündigte zugleich ein Referat zur geplanten Velovorzugsroute Gloten bis Eschlikon an.
Die IG Velo Hinterthurgau (HTG) wurde im vergangenen Jahr gegründet und hat zum Ziel, sich für die Bedürfnisse der velofahrenden Hinterthurgauer Bevölkerung zu engagieren. Sie möchte in Zusammenarbeit mit Gemeinden und dem Kanton zur Schaffung einer sicheren und attraktiven Veloinfrastruktur beitragen. Der Vorstand mit Alt-Nationalrat Kurt Egger, dem ehemaligen Tierarzt und Gemeinderat von Sirnach Andreas Schmidt und dem Aadorfer Diakon und Kantonsrat Mathias Dietz erhielt an diesem Abend erfreulicherweise Verstärkung.
Susan Bosshart, in Oberwangen aufgewachsen, wohnt und arbeitet in Sirnach und nutzt ihr Velo für den Arbeitsweg wie auch in der Freizeit. Sie wurde einstimmig in den Vorstand gewählt. Als Revisor wird neben Michael Kressig aus Sirnach neu Andreas Dietziker aus Aadorf amten. Er ist ehemaliger professioneller Radrennfahrer und meldete sich an der Versammlung spontan für diese Tätigkeit, was mit grossem Applaus honoriert wurde.
Der Jahresbericht 2025 wurde einstimmig genehmigt. Besonders hervorgehoben wurden die Anschubfinanzierung sowie das erfolgreich durchgeführte Velo-Forum in Sirnach im vergangenen Herbst mit rund vierzig Teilnehmenden. Auch organisatorisch konnte der junge Verein im zurückliegenden Jahr wichtige Grundlagen wie Website, Logo und Vereinsstrukturen aufbauen. Fürs laufende Vereinsjahr sind verschiedene Aktivitäten geplant – ein Velokino am 15. August in Aadorf sowie ein weiteres Velo-Forum am 24. Oktober. Es wurde auf verschiedene Velokurse für Kinder und E-Bike-Fahrende hingewiesen. Der Verein will seine Präsenz in der Region stärken und die Zusammenarbeit mit Gemeinden ausbauen. Der Vorstand freut sich über neue Mitglieder und verweist auf die Website der IG Velo HTG.
Projekt mit Chancen und Hürden
Kurt Egger begrüsste im Anschluss an die Versammlung neben Peter Imbach und Achim Schäfer vom Kantonalen Tiefbauamt den Referenten Peter Guler. Er ist passionierter Velofahrer und Geschäftsleiter der Regio Wil. Die Regio Wil mit 22 beteiligten Gemeinden versteht sich als funktionaler, gemeindeübergreifender Raum. Entsprechend werden Projekte wie eine Velovorzugsroute gemeinsam geplant. Ziel ist es dabei, sichere, attraktive und direkte Verbindungen für den Veloverkehr zu schaffen.
Peter Guler informierte über den Stand der geplanten Velovorzugsroute zwischen Gloten und Eschlikon. Die Idee entstand im Rahmen des Agglomerationsprogramms der vierten Generation. Nach einer Analyse und Workshops mit den involvierten Gemeinden im Jahr 2023 wurde die Strecke Gloten bis Eschlikon als Pilotprojekt definiert. Im Fokus stehen dabei die drei Kriterien Sicherheit, Fahrfluss und Direktheit. Es folgten Geländebegehungen sowie die Ausarbeitung einer Korridorstudie mit einer Bestvariante und Untervarianten. Beteiligt waren neben Fachplanern auch das kantonale Tiefbauamt sowie die Gemeinden Wil, Sirnach und Eschlikon.
Als Herausforderung gelten insbesondere topografische Gegebenheiten sowie komplexe Verkehrsknotenpunkte, etwa beim Kreisel in Gloten oder bei der Spange Hofen/Q20. Dort sind aufwendige Lösungen wie eine Veloüberführung vorgesehen. Während das Vorprojekt für den Abschnitt Gloten bis Sirnach bereits vorliegt, soll die Strecke nach Eschlikon bis Ende 2026 konkretisiert werden.
Im Anschluss an das Referat nahmen alle rege an der Diskussion teil. Offen bleibt die Finanzierung. Bundesbeiträge von bis zu 40 Prozent sind möglich, jedoch an Bedingungen geknüpft. Auch die Akzeptanz in den einzelnen Gemeinden stellt eine Herausforderung dar. Die Umsetzung ist zwischen 2028 und 2036 geplant. Zum Abschluss zeigten die Vertreter des Kantons am Beispiel der Veloroute, die in Bissegg speziell für die Schülerinnen und Schüler erstellt werde, dass Velofahrende auch gewisse Umwege in Kauf nehmen, wenn Sicherheit und Fahrfluss gewährleistet sind.
VORSTAND IG VELO HTG


