Einjähriges Berufkraut jetzt bekämpfen
20.06.2026 Aadorf, ThurgauDas Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus) breitet sich in Aadorf und der Region zunehmend aus.
Die aus Nordamerika stammende Pflanze gehört zu den invasiven Neophyten und kann durch ihre starke Vermehrung einheimische Pflanzenarten verdrängen. Eine einzelne Pflanze bildet ...
Das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus) breitet sich in Aadorf und der Region zunehmend aus.
Die aus Nordamerika stammende Pflanze gehört zu den invasiven Neophyten und kann durch ihre starke Vermehrung einheimische Pflanzenarten verdrängen. Eine einzelne Pflanze bildet mehrere zehntausend flugfähige Samen und kann so innert kurzer Zeit grosse Flächen besiedeln.
Der Biodiversitätsbericht des Kantons Thurgau weist darauf hin, dass invasive Neophyten eine wachsende Gefahr für die Artenvielfalt darstellen und den Pflegeaufwand auf öffentlichen und privaten Flächen erhöhen.
Die Gemeinde bittet deshalb alle Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, Gärten und Grundstücke regelmässig zu kontrollieren und das Einjährige Berufkraut möglichst vor der Samenbildung mitsamt der Wurzel zu entfernen. Blühende oder samenbildende Pflanzen sollten nicht kompostiert, sondern über den Kehricht entsorgt werden.
Nur wenn Private, Landwirtschaft und öffentliche Hand gemeinsam handeln, kann die weitere Ausbreitung des Einjährigen Berufkrauts wirksam eingedämmt und die einheimische Artenvielfalt geschützt werden.
GEMEINDE AADORF/ AMT FÜR UMWELT THURGAU
Ausreissen und einsacken:
Das ganze Einjährige Berufkraut in den Neophytensack Beim Einjährigen Berufkraut handelt es sich um einen invasiven Neophyten. Das heisst: diese exotische Pflanze weist Schadenspotenzial auf, vermehrt sich rasch und verdrängt einheimische Arten. Während der Frühlings- und Sommermonate ist die ideale Zeit, um diese Pflanze zu bekämpfen und im Neophytensack zu entsorgen – am besten vor der Blüte. Im kostenlosen Neophytensack kann gleich die ganze Pflanze – samt Wurzeln – entsorgt werden. Damit wird die Weiterverbreitung effektiv eingedämmt.
Das Einjährige Berufkraut, das ursprünglich aus Nordamerika stammt, hat einen entscheidenden Vorteil: Es ist gut getarnt, da es der Margerite oder der Kamille zum Verwechseln ähnlich sieht. Mit dem Wissen um einige Merkmale lässt sich das Einjährige Berufkraut aber gut erkennen: Die Blätter sind hellgrün und behaart, am Rand grob gezähnt. Das Blütenkörbchen ist 1 bis 2 cm breit und besteht aus vielen kleinen Zungenblüten in den Farben Weiss bis Rosa. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Oktober. Der Stängel ist behaart und oben verzweigt. Jede Pflanze kann bis zu 50’000 Samen bilden, was das Einjährige Berufkraut zu einer effektiven Vermehrerin macht. Da sie sich mit dem Wind verbreitet und ohne Befruchtung vermehren kann (Autogamie), reicht oft eine einzelne Pflanze aus, um einen ganzen Bestand zu bilden. Innerhalb weniger Jahre kann diese Art eine ganze Fläche besiedeln und damit den einheimischen Arten den Lebensraum rauben, was zur Abnahme der Artenvielfalt führt. Auch für landwirtschaftliche Kulturen stellt sie ein grosses Problem dar.
Um die Weiterverbreitung invasiver gebietsfremder Arten zu bremsen, ist neben der Bekämpfung auch die fachgerechte Entsorgung wichtig. Um diese zu erleichtern, steht den Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Aadorf der kostenlose Neophytensack zur Verfügung. Die transparenten 60-Liter-Säcke können bei der Gemeinde kostenlos bezogen und gefüllt wieder mit der normalen Strassensammlung oder in den Unterflurcontainern mit invasiven Pflanzen abgegeben werden. Sie werden in der Kehrichtverbrennungsanlage verbrannt.
Der Neophytensack ist eine gemeinsame Initiative der Fachstelle Biosicherheit des Amts für Umwelt Thurgau, des Abfallzweckverbands KVA Thurgau und dem Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB). Er wurde im April 2024 eingeführt.

