Am 8. März stimmen die Schweizer Stimmberechtigten über vier Vorlagen ab: Die Initiative «Bargeld ist Freiheit», die SRG-Initiative, die Klimafonds-Initiative sowie das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung.
Das Bundesgesetz über die ...
Am 8. März stimmen die Schweizer Stimmberechtigten über vier Vorlagen ab: Die Initiative «Bargeld ist Freiheit», die SRG-Initiative, die Klimafonds-Initiative sowie das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung.
Das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung (indirekter Gegenvorschlag zur Steuergerechtigkeits-Initiative) ist eine der vier Vorlagen, über die das Schweizer Stimmvolk an der Urne zu befinden hat.
Ausgangslage
Heute werden Ehepaare gemeinsam besteuert und unverheiratete Paare individuell. Zudem gelten unterschiedliche Steuertarife. Das führt dazu, dass Ehepaare und unverheiratete Paare unterschiedlich hohe Steuern bezahlen. Diese Ungleichbehandlung soll abgeschafft werden. Deshalb hat das Parlament das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung verabschiedet. Weil gegen diese Vorlage das Referendum ergriffen wurde, wird darüber abgestimmt.
Die Vorlage
Mit der Vorlage werden künftig auch Verheiratete individuell besteuert. Jede Person versteuert ihr eigenes Einkommen und Vermögen, und für alle gilt der gleiche Steuertarif. Damit zahlen verheiratete und vergleichbare unverheiratete Paare künftig gleich viel Steuern. Davon profitieren viele Paare, manche müssen aber auch mehr bezahlen. Damit Paare mit Kindern und Alleinerziehende nicht zu stark belastet werden, wird der Kinderabzug bei der direkten Bundessteuer erhöht.
Die Vorlage entlastet die Steuerpflichtigen bei der direkten Bundessteuer um insgesamt schätzungsweise 630 Millionen Franken pro Jahr. Auch die Kantone müssen die Individualbesteuerung einführen. Jeder Kanton legt seinen Steuertarif und seine Kinderabzüge aber weiterhin selbst fest. Die Vorlage ist ein indirekter Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Für eine zivilstandsunabhängige Individualbesteuerung (Steuergerechtigkeits-Initiative)».
(PD/BETTINA STICHER)
Abstimmungsfrage
Wollen Sie das Bundesgesetz vom 20. Juni 2025 über die Individualbesteuerung annehmen?
Pro und Contra
Ja
Das Gesetz über die Individualbesteuerung sorgt dafür, dass Verheiratete und Unverheiratete steuerlich gleich behandelt werden. Zudem fördert es die Erwerbstätigkeit und die finanzielle Unabhängigkeit von Frau und Mann. Die sogenannte Heiratsstrafe wird abgeschafft.
Nein
Zehn Kantone haben das Kantonsreferendum gegen das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung ergriffen, da dieses ihres Erachtens einen fundamentalen Systemwechsel in der Einkommens- und Vermögensbesteuerung zur Folge hat. Dieser sei mit hohen Kosten verbunden. Zudem würden neue Ungerechtigkeiten geschaffen.
Gut zu wissen
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