In einem von Unsicherheiten und tiefen Zinsen geprägten Umfeld bauen die 14 Thurgauer Raiffeisenbanken ihr Anlage- und Vorsorgegeschäft stetig aus. Der Erfolg in diesem Geschäftsbereich hat im Vorjahresvergleich um rund zehn Prozent zugelegt. Zur Jahresmitte resultiert ein ...
In einem von Unsicherheiten und tiefen Zinsen geprägten Umfeld bauen die 14 Thurgauer Raiffeisenbanken ihr Anlage- und Vorsorgegeschäft stetig aus. Der Erfolg in diesem Geschäftsbereich hat im Vorjahresvergleich um rund zehn Prozent zugelegt. Zur Jahresmitte resultiert ein Bruttogewinn von 40.5 Millionen Franken.
Eine negative Kennzahl ist für einmal ein positives Signal: «Unsere bestehenden Kundinnen und Kunden investieren ihre Spareinlagen vermehrt in Wertschriftenanlagen», sagt Reto Inauen. Das erklärt laut dem Verbandspräsidenten der 14 Thurgauer Raiffeisenbanken (darunter auch Aadorf) den leichten Rückgang von 53 Millionen Franken bei den Kundeneinlagen. Parallel sei das Depotvolumen, also der Gesamtwert aller Wertpapiere von Kundinnen und Kunden, um 337 Millionen Franken oder fast 9,5 Prozent gestiegen. Der Erfolg im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft legte entsprechend um fast zehn Prozent zu – auf über 20 Millionen Franken.
Bewusstsein fürs Anlegen nimmt zu
Die Thurgauer Raiffeisenbanken seien längst keine reinen Hypothekarbanken mehr, betont Reto Inauen. Er gehe davon aus, dass der Anlage- und Vorsorgebereich weiter stark wachsen werde: «Mit Blick auf die tiefen Zinsen und die Inflation steigt das Bewusstsein, dass es sinnvoll ist, einen Teil des Ersparten anzulegen.» Der 60-Jährige nennt ein Beispiel: «Wer vor sieben Jahren ein Vermögen von 100’000 Franken mit einer ausgewogenen Strategie angelegt hat, hat seither rund 35 Prozent Rendite erzielt.» Mit einer Aktien-Strategie wären sogar rund 70 Prozent Rendite möglich gewesen. Auf dem Sparkonto hätte das Geld im gleichen Zeitraum hingegen um lediglich gut 1 Prozent zugelegt und damit – inflationsbereinigt – de facto an Wert verloren.
Eigenkapital und Mitgliederbasis gestärkt
Nichtsdestotrotz ist das Zinsengeschäft nach wie vor das wichtigste Standbein der Thurgauer Raiffeisenbanken. Hier machten sich die anhaltend tiefen Zinsen bemerkbar: Der Erfolg im Zinsengeschäft fiel, verglichen mit dem gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, um rund 3,5 Prozent tiefer aus. Das Handelsgeschäft blieb praktisch unverändert. Unter dem Strich beträgt der Bruttogewinn 40,5 Millionen Franken und damit 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Stärken konnten die Thurgauer Raiffeisenbanken zudem sowohl ihr Eigenkapital als auch ihre Mitgliederbasis: So ist die Raiffeisen-Familie im ersten Halbjahr 2026 um fast 250 Genossenschafterinnen und Genossenschafter gewachsen. Obwohl das Marktumfeld anspruchsvoll bleiben und die geopolitischen Unsicherheiten anhalten dürften, blickt Reto Inauen zuversichtlich auf die zweite Jahreshälfte. Neben der weiterwachsenden Bedeutung der Vermögensverwaltung rechnet er mit einer stabil bleibenden Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen.
(MITG)
Über die Thurgauer Raiffeisenbanken
Zu den Thurgauer Raiffeisenbanken gehören 14 regionale Genossenschaften. In den insgesamt 41 Bankstellen arbeiten 591 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 46 davon sind in Ausbildung. Die Thurgauer Raiffeisenbanken weisen eine konsolidierte Bilanzsumme von über 18.3 Milliarden Franken aus und zählen rund 200’000 Personen zu ihren Kundinnen und Kunden. Davon sind 119’211 als Genossenschafterinnen und Genossenschafter Mitbesitzende der Banken.