Deutlich mehr Menschen zügelten im vergangenen Jahr in den Thurgau, nach Aadorf aber weniger als im Vorjahr. Zudem hatte Aadorf 2022 so wenig Einbürgerungen wie noch nie im letzten Jahrzehnt zu verzeichnen.
Rund 12’400 Personen zogen im letzten Jahr vom ...
Deutlich mehr Menschen zügelten im vergangenen Jahr in den Thurgau, nach Aadorf aber weniger als im Vorjahr. Zudem hatte Aadorf 2022 so wenig Einbürgerungen wie noch nie im letzten Jahrzehnt zu verzeichnen.
Rund 12’400 Personen zogen im letzten Jahr vom In- und Ausland in den Thurgau. Dies sind 830 oder 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig blieb die Zahl der Wegzüge so gut wie unverändert: 9200 Menschen verliessen den Thurgau über die Kantons- oder Landesgrenze (+20 oder 0,2%). Der Wanderungssaldo (Zuminus Wegzüge) lag damit bei 3200 Personen – und war um 820 höher als im Vorjahr. Einen Höchststand hatten die Wanderungsüberschüsse zuletzt im Jahr 2012 erreicht: Damals zogen 3900 Personen mehr in den Thurgau als weg.
Auf Gemeindeebene gab es in Aadorf 629 Zu- und 570 Wegzüge (Vorjahr: 674 und 572). Der Wanderungssaldo betrug hier somit lediglich 59 Personen. Während er bei Wechseln innerhalb des Kantons bei minus 66 lag, betrug er auf das Ausland (54) und andere Kantone (71) bezogen insgesamt 125. Die Gemeinde Aadorf scheint dennoch attraktiv zu sein, gab es doch in den letzten zehn Jahren nur deren zwei (2017 u. 2019), in denen mehr Leute weg- als zuzogen. Der höhere Wanderungsüberschuss im Jahr 2022 auf Kantonsebene geht auf die gestiegenen Einwanderungen aus dem Ausland zurück: Hier beträgt das Plus 1040 Personen im Vergleich zum Vorjahr (Ukraine in diesen Zahlen nicht enthalten). Den 5420 Ein- standen 2880 Auswanderungen gegenüber. Der daraus resultierende Wanderungsgewinn mit dem Ausland betrug also 2540 Personen. In die Gemeinde Aadorf wanderten letztes Jahr 118 Personen aus dem Ausland ein – 21 mehr als im Vorjahr. Über die Landesgrenze weggezogen sind 64 Personen (2021: 50).
Aadorf: auffallend wenig Einbürgerungen
Die Zahl der Bürgerrechtserwerbe schwankt von Jahr zu Jahr. Im vergangenen gab es im Thurgau 765 Einbürgerungen. Rund 350 der neuen Schweizer Staatsangehörigen stammen aus Deutschland, 90 aus Nordmazedonien und 80 aus Italien. Etwas weniger als die Hälfte der Eingebürgerten (360) wurde in der Schweiz geboren; die meisten von ihnen (84%) waren jünger als 30 Jahre. Die im Ausland geborenen Eingebürgerten waren oftmals älter: Nur 15 Prozent waren höchstens 30-jährig.
In der Gemeinde Aadorf wurden 2022 lediglich zehn Personen eingebürgert – so wenig wie noch nie in den letzten zehn Jahren. Spitzenreiter im vergangenen Jahrzehnt war das Jahr 2019 als in Aadorf 48 Ausländerinnen und Ausländer das Schweizer Bürgerrecht erhielten.
Diese Zahlen gehen aus den soeben veröffentlichten Webartikeln der Thurgauer Dienststelle für Statistik hervor.
RENÉ FISCHER