«Wir bespielen quasi unser Leben»
07.03.2026 AadorfBei den 10. Hänkiturm Classics feiern Katrin und Werner Unterlercher die Premiere ihres neuen Programms «Weitblick». Im Interview sprechen sie über Offenheit, musikalische Vielfalt und darüber, warum ihre Musik so eng mit ihrem gemeinsamen Leben verbunden ist.
...Bei den 10. Hänkiturm Classics feiern Katrin und Werner Unterlercher die Premiere ihres neuen Programms «Weitblick». Im Interview sprechen sie über Offenheit, musikalische Vielfalt und darüber, warum ihre Musik so eng mit ihrem gemeinsamen Leben verbunden ist.
«Weitblick» als Titel weckt Assoziationen von Horizont, Zukunft und Perspektive. Wie wird sich dieser Gedanke konkret im Programm des Premierenabends widerspiegeln – in Ihren Kompositionen, Arrangements oder improvisierten Momenten?
Katrin und Werner Unterlercher: Der grundlegende Gedanke zum Thema «Weitblick» ist jener, dass man musikalisch und auch generell im Leben immer «offen» bleiben soll – so auch unsere Lebenseinstellung. Wir sind mit der traditionellen Tiroler Volksmusik gross geworden und ich spiele auch auf einer echten Tiroler Volksharfe. Mit den Jahren schaute man mit verschiedensten Projekten über den volksmusikalischen Tellerrand hinaus und heute spielen wir unsere Eigenkompositionen und quasi «das, was uns selbst am meisten Spass macht».
Ihre Klangsprache lässt sich kaum einer klassischen Schublade zuordnen: von Tango und Walzer über Jazz und Folk bis hin zu zeitgenössischen Ele- menten. Wie finden Sie beim Komponieren die Balance, wenn Sie so unterschiedliche Stile und Traditionen miteinander verbinden?
Wir sind musikalisch sehr offene Menschen. Uns gefällt Volksmusik, Jazz, Rock und überall entdecken wir coole Rhythmen und Harmonien. In unserem eigenen Stil lassen wir vielleicht auch andere Stilrichtungen in unsere Musik einfliessen. Ich probiere, was auf meinem Instrument in meiner Spielweise «geht», und Werner ergänzt es dann mit seiner Art, Bass oder Gitarre zu spielen. Für uns funktioniert es so bestens.
Sie sind sowohl musikalisch als auch persönlich ein Paar. Wie beeinflusst Ihre Beziehung Ihre künstlerische Kommunikation und Ihr Zusammenspiel auf der Bühne?
«Wir bespielen quasi unser Leben». Unsere Stücke sind aus unserem Leben gegriffen, durch unsere persönlichen Lebensgeschichten entstanden und so klingen sie auch – mal fröhlich, mal melancholisch, wie das Leben eben spielt. Und keiner versteht mich und meine Stücke besser als mein Mann. Wir sind ein ganz normales Ehepaar, aber die Musik verbindet uns schlussendlich immer wieder, und wenn man das gemeinsam auf eine Bühne bringen darf, ist das schon ein besonderes Erlebnis. Klingt kitschig – ist aber so.
In früheren Programmen wie «Harp’n’ Bass» haben Sie mit verschiedenen Instrumenten – etwa E-Bass, Hackbrett oder Gitarre – sowie mit Gesang gearbeitet. Welche Rolle spielen Vielfalt und klangliche Überraschung im aktuellen Programm «Weitblick»?
Unsere Grundbesetzung ist Harfe und Kontrabass, aber natürlich sind wir auch in diesem Programm mit verschiedensten Instrumenten auf der Bühne. Wir haben immer das Hackbrett, die Gitarre, den E-Bass und Gesangseinlagen mit im Gepäck!
Viele Ihrer Eigenkompositionen wirken wie musikalische Landschaften oder erzählte Geschichten. Gibt es ein Stück im Programm, das für Sie beide eine besondere Bedeutung hat – und weshalb?
Es hat irgendwie jedes Stück eine persönliche Note, aber ganz besonders ist vielleicht «Flower». Es ist eines meiner ersten Stücke und es ist irgendwie unser Paradestück geworden. Es steht dafür, dass man «erblüht» in dem, was man macht – und ich denke, für uns ist das die Musik! Auch «Orphan Black» ist immer sehr besonders für uns. Es steht für den Spruch «Ein bisschen verrückt, ist völlig normal» – und das lieben wir!
Für viele Zuhörerinnen und Zuhörer ist ein Konzert mehr als ein musikalisches Ereignis – es wird zu einer inneren Reise. Welche Art von «Weitblick» wünschen Sie sich, dass das Publikum nach diesem Auftaktabend mit nach Hause nimmt?
Wir freuen uns immer über jeden Einzelnen, der sich die Zeit nimmt und zu unseren Konzerten kommt. Wir nehmen die Zuhörer so gerne mit in unsere Welt der Musik und wenn der musikalische Funke überspringt, sind wir dankbar und haben unser Ziel erreicht.
INTERVIEW SARAH UTZINGER

