«Wichtig ist, Jugendlichen offen zu begegnen»
03.02.2026 ElggBerufe im Fokus: Der Jugendarbeite Faton Ali, Elgg
Faton Ali ist Jugendarbeiter und Leiter des Jugendtreffs Elgg. Der persönliche Kontakt steht im Zentrum der Arbeit von ihm und seinem Team.
Welche Fähigkeiten sollte man mitbringen, wenn man ...
Berufe im Fokus: Der Jugendarbeite Faton Ali, Elgg
Faton Ali ist Jugendarbeiter und Leiter des Jugendtreffs Elgg. Der persönliche Kontakt steht im Zentrum der Arbeit von ihm und seinem Team.
Welche Fähigkeiten sollte man mitbringen, wenn man sich für den Beruf Jugendarbeiter entscheidet?
Wer in der Jugendarbeit tätig ist, sollte über eine hohe Sozialkompetenz verfügen, empathisch sein und Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen können. Ein offenes Ohr, Geduld sowie die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen ruhig und lösungsorientiert zu bleiben, sind zentral. Ebenso wichtig ist es, Vertrauen aufzubauen und klare, respektvolle Grenzen zu setzen.
Was sind die Erfolgserlebnisse, die Sie als Jugendarbeiter haben?
Besonders erfüllend ist es zu sehen, wie sich Jugendliche über die Zeit entfalten, selbstbewusster werden und neue soziale Kontakte knüpfen. Ein grosses Erfolgserlebnis ist auch, wenn sie den Jugendtreff als sicheren Ort wahrnehmen, sich dem Team anvertrauen und von ihrem Alltag oder ihren Herausforderungen erzählen.
Ebenso positiv ist es zu erleben, wie Konflikte gemeinsam auf Augenhöhe gelöst werden: Wir setzen uns zusammen, sprechen Probleme offen an, suchen Kompromisse und fördern, dass sich Jugendliche entschuldigen und zunehmend selbstständig Lösungen finden. Dieses respektvolle Miteinander zeigt, dass unsere Arbeit Wirkung hat und angenommen wird.
Was gefällt Ihnen an diesem Beruf besonders? Was fasziniert Sie speziell?
Besonders gefällt mir, gemeinsam mit meinem Team die Jugendlichen in Elgg positiv begleiten und in ihrer Entwicklung stärken zu können. Es fasziniert mich, dass wir durch unsere Arbeit nicht nur einzelne Jugendliche unterstützen, sondern langfristig einen wertvollen Beitrag für das soziale Miteinander in der Gemeinde und damit für die Gesellschaft leisten.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Jugendarbeiter aus?
Ein typischer Arbeitstag ist sehr abwechslungsreich. Ein Teil besteht aus administrativen Aufgaben wie der Planung des Jugendtreffs, der Organisation von Projekten und Ausflügen sowie der Beantwortung von E-Mails. Den anderen Teil verbringe ich direkt im Jugendtreff mit den Jugendlichen, wir spielen gemeinsam, führen Gespräche, unterstützen sie beim Schreiben von Bewerbungen und begleiten sie bei persönlichen oder schulischen Anliegen.
Welche besonderen Herausforderungen erleben Sie bei der täglichen Arbeit?
Eine Herausforderung ist es, den Jugendlichen in unterschiedlichen Lebensphasen gerecht zu werden und gleichzeitig ein offenes, respektvolles Miteinander im Jugendtreff zu fördern.
Was zeichnet einen gute Jugendarbeiter, eine gute Jugendarbeiterin aus?
Ein guter Jugendarbeiter zeichnet sich durch eine wertschätzende Haltung, Empathie und Ruhe aus. Wichtig ist, Jugendlichen offen zu begegnen, ihnen zuzuhören und gleichzeitig eine gewisse Lockerheit mitzubringen, um eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen.
Welche Rolle spielt der persönliche Kontakt mit Kunden oder Klienten in Ihrem Berufsalltag?
Der persönliche Kontakt mit den Jugendlichen steht im Zentrum unserer Arbeit. Da sich die gesamte Jugendarbeit um ihre Bedürfnisse, Anliegen und Entwicklung dreht, ist der Beziehungsaufbau die wichtigste Grundlage unseres Berufsalltags.
Was war bis jetzt ihr interessantester Auftrag?
Besonders spannend sind für mich die Planung und Durchführung von Ausflügen und gemeinsamen Aktivitäten. Zu erleben, wie viel Freude die Jugendlichen dabei haben und wie diese Erlebnisse den Zusammenhalt stärken, ist für uns als Team sehr motivierend und bereichernd.
Inwiefern spürt man die Modernisierung und Digitalisierung in Ihrem Beruf?
Die Digitalisierung ist im Berufsalltag deutlich spürbar, vor allem im Freizeitverhalten der Jugendlichen, die häufig mit Smartphones, Tablets oder Spielkonsolen beschäftigt sind. Gleichzeitig bringt sie auch viele Vorteile mit sich: Der Austausch von Informationen, die Organisation von Angeboten und die Kommunikation mit Jugendlichen und Eltern sind heute deutlich unkomplizierter und schneller geworden.
Wie hat sich der Beruf Jugendarbeiter in den letzten Jahren sonst noch verändert?
Da ich selbst noch nicht sehr lange in der Jugendarbeit tätig bin, ziehe ich teilweise Vergleiche zu meiner eigenen Jugend. Auffällig ist, dass Jugendliche heute oft bewusster mit Themen wie Gesundheit, Sucht oder Emotionen umgehen und Risiken besser einschätzen können. In der Präventionsarbeit wurde in den letzten Jahren viel erreicht. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine Herausforderungen mehr gibt, sie haben sich vielmehr verlagert. Aktuelle Themen sind beispielsweise Handynutzung, digitale Abhängigkeit oder das Vapen.
Wieso sollte man sich für den Beruf als Jugendarbeiter entscheiden?
Der Beruf in der Jugendarbeit ist sehr erfüllend und sinnstiftend. Man begleitet junge Menschen in wichtigen Lebensphasen, kann sie positiv unterstützen und leistet damit einen wertvollen Beitrag für die Jugend und das soziale Miteinander in der Gemeinde.
BETTINA STICHER

