«Wetterschmöcker» gesichtet
02.11.2023 AadorfAm Unterhaltungsabend des Jodelchörli Murgtal und des Bernerverein Aadorf wurde viel Jodel- und Schwyzerörgeli-Musik geboten, aber auch die Machenschaften des «Murgtaler Wetterschmöcker-Vereins» aufgedeckt.
Der Einladung der beiden veranstaltenden ...
Am Unterhaltungsabend des Jodelchörli Murgtal und des Bernerverein Aadorf wurde viel Jodel- und Schwyzerörgeli-Musik geboten, aber auch die Machenschaften des «Murgtaler Wetterschmöcker-Vereins» aufgedeckt.
Der Einladung der beiden veranstaltenden Vereine folgen erfahrungsgemäss viele Jodelfreunde oder Familien mit Berner Wurzeln. Auch dieses Jahr war es ratsam, sich frühzeitig auf den Weg in den Gemeindesaal Aadorf zu machen. Eine halbe Stunde nach Eröffnung der Festwirtschaft waren die Räumlichkeiten fast gänzlich mit Gästen gefüllt, die sich gerne noch vor dem Unterhaltungsteil verköstigen liessen.
Pünktlich eröffnete dann das Jodelchörli Murgtal mit «Ame schöne Morge» den musikalischen Teil. Die zwei Damen und 16 Männer überzeugten mit dem ausgewogenen und reinen Klang bei Gesang und Jodelteilen. Eine Kleinformation mit acht Jodlern lud dann mit einem Medley aus bekannten Liedern und Kinderreimen zum Mitsingen auf. Es folgten noch die bekannten «E gschänkte Tag» und «Waldfriede-Jutz». Das Weidbrunne Echo, das aus dem Entlebuch anreiste, sorgte mit drei jungen Musikern am Schwyzerörgeli und einer Frau am Bass für lüpfige Abwechslung.
Zwischen all den musikalischen Beiträgen bekamen die Zuschauer Einblick in die Generalversammlung der «Murgtaler Wetterschmöcker». Jedes Vorstandsmitglied bezog sein Wissen aus ganz verschiedenen Vorkommnissen in der Natur, die nach und nach gelüftet wurden. Der Präsident verliess sich auf seine Ameisen im bevorzugten Ameisenhaufen. Ein Mitglied zählte ganz und gar auf Kräuter und den Pollenflug, ein weiteres schwor nur auf seine Bienen. Das leitete dann zum Lied «Hummeli-Nescht» über, das eine Gruppe mit der Dirigentin Brigitte Müggler und drei Jodlern zum Besten gab. Und vor der grossen Pause besang der Gesamtchor mit dem fetzigen «Siloballe Blues» von Dölf Mettler die vielen Heuballen, die man Ende Sommer auf gemähten Wiesen sehen kann.
Auf in den zweiten Teil
Die Pause wurde für den Losverkauf, die Nachbestellung von Essen und Trinken sowie natürlich für die Probe des vielfältigen Kuchenbuffets genutzt. Die grossartige Tombola und die gluschtige Kuchenauswahl machten den Entscheid zum Kauf leicht. Auch der Duft aus der Küche von würzigem Schinken und heissen Würstchen liess noch zu mancher Bestellung verlocken.
Mit dem «Hörnlilied» des Murgtal-Chörlis und den Klängen des Schwyzerörgeli-Quartetts ging die Unterhaltung auf der Bühne weiter. Zwei weitere Vorstandsmitglieder bekannten ihr Geheimnis des «Wetterschmöckens», nämlich über die Zeichen einer zahmen Maus beziehungsweise mit dem Getränk aus 42 Alpenkräutern, das nicht nur vom ganzen Vorstand ausprobiert wurde, sondern vor allem die Vereinskasse belastete.
Mit «Im Usgang» und «Gwitternacht» bewies das Chörli erneut die musikalische Sicherheit im Jodelgesang mit wechselnder gehaltvoller Fortis und weichen Pianos. Lumpenlieder wie «In der Säntisbar» gehörten ausserdem zum Repertoire der Kleinformation, die zum mitsingen verführten. Auf das letzte Jodellied «Läbesziit», das Herz und Seele berührte, verlangte der grosse Applaus der Zuhörer eine Zugabe, was mit dem «Bergchilbi Juchz» erfüllt wurde.
Bei den Dankesworten des Präsidenten Pascal Brändle an alle Beteiligten wurden auch die vielen Delegationen von hiesigen Vereinen und befreundeten Jodelklubs genannt, die sehr zahlreich angereist waren und zur frohen Stimmung im Saal beitrugen. Und bei den Klängen des Weidbrunne Echos wurde nach und nach die Bühne nochmals genutzt – nämlich von den Paaren, die noch nicht zu müde waren, das Tanzbein zu schwingen. Für die zwei Veranstalter ging das gelungene Fest spät nach Mitternacht zu Ende, was der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch tat.
GERTRUD ULLRICH