BlöZinger verwandelten den Kleinkunstsaal Aadorf am 8. Mai in ein quirliges Gedankenreisebüro und bewiesen mit «Das Ziel ist im Weg», dass man auch ohne Landkarte, Kompass und innere Mitte bestens unterhalten werden kann.
Noch bevor das Licht im Saal überhaupt ...
BlöZinger verwandelten den Kleinkunstsaal Aadorf am 8. Mai in ein quirliges Gedankenreisebüro und bewiesen mit «Das Ziel ist im Weg», dass man auch ohne Landkarte, Kompass und innere Mitte bestens unterhalten werden kann.
Noch bevor das Licht im Saal überhaupt daran dachte, sich zu dimmen, herrschte im Kultur- und Gemeindezentrum Aadorf bereits reger Betrieb. Die Bar war geöffnet, die Stimmung bestens, und das Publikum wirkte so bereit wie ein Koffer, der schon Tage vor der Reise gepackt im Flur steht. Nur dass diese Reise ganz ohne Koffer auskam, und das Ziel ohnehin im Weg stand.
BlöZinger, das österreichische Kabarett-Duo mit dem Talent, Alltagsabsurditäten in kleine Bühnenjuwelen zu verwandeln, präsentierten ihr zehntes Programm. Und wie es sich für ein Jubiläum gehört, brachten sie nicht nur Routine, sondern auch eine ordentliche Portion Selbstironie mit: die Art, die man nur entwickelt, wenn man schon oft genug über die eigenen Gedankenschlaufen gestolpert ist.
Timing, Charme und ein bisschen Chaos
Ihre Geschichten führten durch ferne Länder, über verschlungene Gedankengassen und gelegentlich direkt in den eigenen Nabel. Es ging um Umwege, die sich als Abkürzungen verkleideten, um Erkenntnisse, die man nur findet, wenn man gar nicht sucht, und um die Frage, ob Ankommen überhaupt nötig ist, oder ob man nicht einfach unterwegs bleiben sollte, weil es dort viel lustiger ist.
Mit feinem Gespür für Timing spielten BlöZinger sich die Bälle zu, stolperten charmant über ihre eigenen Gedankenkonstruktionen und fanden immer wieder überraschende Wendungen. Das Publikum lachte, nickte, staunte und manchmal alles gleichzeitig, was im Kleinkunstsaal erstaunlich gut funktioniert.
Der Raum selbst tat sein Übriges: nah, warm, persönlich. Man hatte das Gefühl, gemeinsam in einem überdimensionalen Tagebuch zu blättern, dass jemand mit Humor, Herz und einem liebevollen Hang zur Übertreibung gefüllt hatte.
Ein Abend, der weiterführte
Als der Abend endete, blieb dieses besondere Gefühl zurück, das man sonst nur von gelungenen Reisen kennt: Man war wieder am Ausgangspunkt, aber innerlich ein kleines Stück weiter. Und vielleicht war genau das die schönste Pointe des Programms.
Zu verdanken ist dieser Abend dem Kulturveranstalter GONG, der einmal mehr zeigte, wie treffsicher er besondere Künstler nach Aadorf holt.
ZUZANA JAKUSOVSKA