Wenn ein Verein die Geschichte des Lebens mitschreibt
22.10.2026 GuntershausenSonja Mathis und Volley Aadorf sind sich treu, und zwar schon seit 35 Jahren. Als Gründungspräsidentin im Jahr 1991 sorgte die Guntershauserin für viele schöne, erfolgreiche Momente beim Volleyballclub Aadorf.
Während 21 Jahren stand Sonja Mathis dem VBC ...
Sonja Mathis und Volley Aadorf sind sich treu, und zwar schon seit 35 Jahren. Als Gründungspräsidentin im Jahr 1991 sorgte die Guntershauserin für viele schöne, erfolgreiche Momente beim Volleyballclub Aadorf.
Während 21 Jahren stand Sonja Mathis dem VBC beziehungsweise Volley Aadorf vor. Nun hat sie das Amt der Präsidentin in jüngere Hände gegeben, bleibt aber als Technische Leiterin Leistungssport weiterhin im Vorstand von Volley Aadorf tätig.
Sonja Mathis erzählt, dass sie als Gründungspräsidentin zehn Jahre die Leitung des Vereins innehatte. «Im Jahr 2015 wurde ich nochmals angefragt und ich übernahm wieder das Präsidium. Jetzt sind es schon wieder elf Jahre», sagt sie. Als die damalige Technische Leiterin Mutterfreuden entgegensah und kürzertrat, übernahm Mathis zusätzlich das Amt der Technischen Leiterin Leistungssport. Ihr Arbeitspensum für den Verein sei mit rund 20 Stellenprozenten zu beziffern. «Wir von Volley Aadorf sind daran, den Vorstand zu verjüngen. Damit dies gelingt, muss die Arbeitslast in kleinere Bereiche gebündelt und auf mehrere Personen verteilt werden.»
Von den ersten Jahren als Präsidentin des VBC Aadorf bis zum Wiedereinstieg im Jahr 2015 habe sich vieles geändert. «Man muss auf Vereinsebene digital affin sein, um effizient zu arbeiten. Hier hat mir meine Erfahrung durch meinen Beruf viel gebracht», zieht Mathis Bilanz. An der letzten Mitgliederversammlung im September war es dann so weit, Edith Weissmann übernahm das Präsidium von Sonja Mathis. Edith Weissmann hat die ganze Junioren- und Aktivzeit bei Volley Aadorf verbracht und ist seit zwei Jahren Aktuarin. «Ich merkte schon bald einmal, dass sie einen Verein führen kann», sagt Mathis.
Enge Zusammenarbeit mit den Trainern
Eine grosse Herausforderung ihres Amtes als Technische Leiterin Leistungssport sei es, Trainerinnen und Trainer zu finden. «Wir trainieren nur abends, da unsere Spielerinnen noch arbeiten oder studieren.» Professionelle Trainer hätten jedoch tagsüber Zeit. Und die Trainerinnen und Trainer, welche den ganzen Tag in ihrem Beruf arbeiten, wollten nicht zusätzlich bis zu vier Abende pro Woche in der Halle stehen.
Gerade bei der Zusammenstellung der Teams sei die Zusammenarbeit mit den Trainern sehr eng. «Die Trainer und Trainerinnen wollen immer die besten Spielerinnen.» Aber es sei auch das Ziel des Vereins, aus den eigenen Talenten Spielerinnen in die 1. Liga und in die Nationalliga B aufzunehmen. Derzeit spielen sieben Volleyballerinnen aus dem eigenen Nachwuchs in der Nationalliga B. Für ein starkes Kader brauche man aber auch Spielerinnen, welche von anderen Vereinen kommen. Mindestens einmal pro Woche ist Sonja Mathis vor Ort in der Halle.
Von der Frauenriege Ettenhausen zu Volley Aadorf
Es waren nicht die Familie oder Freunde, welche Sonja Mathis zum Volleyball brachten. «Ich wuchs in Ettenhausen auf und besuchte mit drei anderen jungen Mädchen zunächst die Volleyballabteilung der Frauenriege. Bald wechselte ich aber in den Volleyballclub Aadorf.» Sie selbst habe jahrelang Volleyball gespielt und war auch als Trainerin tätig. Volley Aadorf biete für den Breiten- und Leistungssport vieles. «Es war mir immer wichtig, sowohl den Breiten- wie auch den Leistungssport zu fördern. Volley Aadorf ist für mich ein Verein, an dem toller Volleysport auf jeder Stufe, die Entwicklung junger Spielerinnen und Freundschaften zusammengehören.»
Auch Peter Bühler, Kantonsrat und Supporterpräsident von Volley Aadorf, äussert sich unter anderem zum Verein: «Volley Aadorf ist für mich ein absoluter Vorzeigeverein, der sowohl im Jugendbereich wie auch im Leistungsund Elitesport als Aushängeschild «par excellence» für Aadorf gilt. Wer gesellschaftliches Freiwilligenengagement so stark prägt, wie die Macherinnen und Macher von Volley Aadorf, der hätte Jahr für Jahr eigentlich einen Sport-Oscar verdient.»
Grosse Freude über die neuen Beachfelder
Seit Kurzem stehen in Aadorf zwei Beachfelder für den Verein und die Öffentlichkeit zur Verfügung. Seit dem Jahr 2021 war Sonja Mathis bemüht, diesen Traum zu verwirklichen. Dank dem grosszügigen Zustupf von der Auflösung der AGLA, der Thurgauer Kantonalbank, dem Lotteriefonds und dem Beitrag der Gemeinde konnten die Beachfelder finanziert werden. «Es freut mich, dass die Felder von Jung und Alt genutzt werden. So können beispielsweise auch Jugendliche abgeholt werden, welche nicht in einem Verein sind, aber miteinander Sport treiben wollen.»
Vereinsgene in der Familie
Nicht verwunderlich, dass Mathis Tochter auch Volleyball spielt. Sie ist mittlerweile als Spielerin, Trainerin und auch im Vorstand beim Stadtturnverein Wil tätig. Auch Ehemann Leo Mathis war lange Fussballspieler, -trainer und Funktionär. Wichtig sei, das Verständnis des Partners zu haben. Das sei fast nur möglich, wenn beide so engagiert in den Vereinen sind oder waren.
BRIGITTE KUNZ-KÄGI

