Wegen erhöhter Astbruchgefahr gilt Vorsicht im Wald
29.08.2026 ElggDie Hitze der vergangenen Wochen und die Trockenheit setzen den Bäumen in Elgg zu. Die Gemeinde warnt vor spontanen Astabbrüchen und umstürzenden Bäumen und rät von längeren Aufenthalten im Wald ab. Das Feuerverbot hingegen wurde aufgehoben.
Bäume ...
Die Hitze der vergangenen Wochen und die Trockenheit setzen den Bäumen in Elgg zu. Die Gemeinde warnt vor spontanen Astabbrüchen und umstürzenden Bäumen und rät von längeren Aufenthalten im Wald ab. Das Feuerverbot hingegen wurde aufgehoben.
Bäume spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und sind gerade bei hohen Temperaturen besonders wertvoll. Doch die langanhaltende Trockenheit diesen Sommer hat sie stark mitgenommen. Während eines Augenscheins beim Waldeingang in der Nähe des «Schwümbi», erklärt Chrigel Schaerer, Betriebsleiter Forst Elgg, die Situation am Beispiel eines hohen Laubbaumes, dem man den Schaden durch die Trockenheit schon von weitem ansieht, was aber nicht bei allen so deutlich der Fall ist.
«Die Bäume haben aufgrund des Wassermangels die Fotosynthese eingestellt». Fehlendes Blattgrün beziehungsweise ein frühzeitiger Blattverlust wie dies derzeit zu beobachten ist, sei eine Schutzreaktion. Kritisch werde es, wenn der Wasserfluss im Innern des Baumes unterbrochen wird und nicht mehr genügend Wasser bis in die Krone gelangt. «Ohne Wasserversorgung verlieren die Äste ihre Elastizität, werden spröde und können plötzlich abbrechen», so Schaerer.
Gefahr auch ohne Wind
Genau darin liegt derzeit die besondere Gefahr. Während es bei Sturm oder starkem Wind klar ist, dass man in der Nähe von Bäumen vorsichtig sein muss, können trockengeschädigte Äste auch bei Windstille und ohne erkennbare Vorzeichen plötzlich herunterfallen. «Jetzt genügt ein kleines Lüftchen und für schwere Verletzungen reichen unter Umständen bereits kleinere Äste», sagt der Förster. Herabfallende Äste könnten dabei eine solche Wucht entwickelten, dass sogar Helme zerstört werden, gibt er zu Bedenken. Verschärft wird die Situation durch Sturmereignisse in der Region vom 16. Juli und 15. August. «Diese haben zu abgebrochenen Baumkronen in mehreren Metern Höhe oder entwurzelten Bäume geführt.»
Chrigel Schaerer rät deshalb zu besonderer Vorsicht, wie auch die Gemeinde auf ihrer Webseite und im Newsletter: «Wer den Wald durchquert, sollte aufmerksam sein und auch immer wieder den Blick nach oben richten.» Die Strecke des Vitaparcours werde zwar regelmässig von Forst Elgg kontrolliert. Trotzdem müsse man auch hier aufpassen. «Längere Aufenthalte unter grossen Bäumen oder Baumgruppen sollten möglichst vermieden werden.»
Waldveranstaltungen vermeiden
Besondere Zurückhaltung wird empfohlen bei Waldspielgruppen, Schulausflügen und grösseren Veranstaltungen im Wald. Ein formelles Verbot bestehe zwar nicht, «angesichts der derzeit schwer einschätzbaren Gefahr ist es jedoch sinnvoll, solche Aktivitäten nach Möglichkeit auf Flächen ausserhalb des Waldes zu verlegen oder das Programm entsprechend anzupassen», sagt der Förster.
Auch bei Aktivitäten wie Orientierungsläufen oder auf Erlebniswegen sei besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Dort konzentrierten sich die Teilnehmenden naturgemäss auf ihre Tätigkeit und könnten nicht ständig darauf achten, was sich über ihnen in den Baumkronen abspiele.
Der Waldumgang von Forst Elgg am Samstag, 5. September wird trotz der Warnung durchgeführt. Natürlich nur nach vorhergehender Besichtigung durch die Fachleute. An dieser Veranstaltung wird gemäss Schaerer erneut auf die Gefahr hingewiesen und die Gründe erläutert.
Erholung frühestens im nächsten Frühjahr
Der Regen der vergangenen Zeit reicht laut dem Förster bei weitem nicht aus, um die Situation zu entschärfen. Davon profitierten Wiesen und Felder, aber nicht der Wald. Bis genügend Wasser in tiefere Bodenschichten gelange und sich der Wasserhaushalt der Bäume erhole, brauche es deutlich mehr Niederschlag und über längere Zeit hinweg.
Eine wirkliche Erholung der betroffenen Bäume erwartet Schaerer deshalb frühestens im kommenden Frühjahr. Denn im Herbst komme zudem das Ende der Vegetationszeit, dann seien die Bäume ohnehin anfälliger. «Wir hoffen, dass sie sich bis im Frühling wieder erholen».
BETTINA STICHER
Feuerverbot aufgehoben
Das Feuerverbot in Elgg, sowie auch in Habenbuch und Schlatt ist gemäss der Gemeinde (siehe auch Inserat, Seite 8) seit gestern Freitag aufgehoben.

