We Will Rock You in Ettenhausen
28.08.2025 EttenhausenSchulanfang ist auch immer Start der neuen Gong-Saison – und wie immer lud der Kulturveranstalter zum Openair-Kino ein. Nach dem Regen tags zuvor zeigte sich das Wetter in Filmlaune und bescherte dem Publikum zu «Bohemian Rhapsody» über Queen und ihren legendären ...
Schulanfang ist auch immer Start der neuen Gong-Saison – und wie immer lud der Kulturveranstalter zum Openair-Kino ein. Nach dem Regen tags zuvor zeigte sich das Wetter in Filmlaune und bescherte dem Publikum zu «Bohemian Rhapsody» über Queen und ihren legendären Sänger Freddie Mercury einen wunderbaren Abend.
Der Anlass hat Tradition, so eröffnete der Gong mittlerweile zum 16. Mal die neue Saison mit einer Filmvorführung unter freiem Himmel – zumindest, wenn Petrus dem Vorhaben keinen Strich durch die Rechnung machte.
Die lange Warteschlange vor dem Eingang zum Schulgelände, die vor dem Grill- und Getränke-Buffet ihre Fortsetzung fand, liess Veranstalter und freiwillige Helfer und Helferinnen strahlen – der Freitagabend versprach ein voller Erfolg zu werden. Gemäss Pascal Mettler, dem Gong-Leiter, hatten sich rund 170 Gäste eingefunden, zusammen mit den freiwilligen Helferinnen und Helfern sahen sich gegen 200 Personen den Film an – der Schulhof war bis auf den letzten Platz besetzt. Anders als zu Anfangszeiten, als am selben Ort Veranstaltungen vor einer Handvoll Menschen stattgefunden hätten...
In die Liste mit den bereits gezeigten Klassikern wie «The Blues Brothers», «Alice im Wunderland», «Der grosse Diktator» oder «Rocket Man» reihte sich der anstehende Leckerbissen über die britische Rockband Queen aus dem Jahr 2018 perfekt ein.
Zwischen Liebe, Exzess und Krankheit
«Bohemian Rhapsody» zeichnet den mitreissenden Weg von Freddie Mercury und seiner Band Queen nach. Im mehrfach ausgezeichneten Film wird ein Zeitraum von 15 Jahren abgedeckt – von der Gründung der Band im Jahr 1970 bis 1985. Mercury, schillernder Frontmann, wird von Rami Malek dargestellt. Für seine Verkörperung erhielt Malek 2019 unter anderem einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller in einem Filmdrama und den Oscar als bester Hauptdarsteller.
Die Geschichte erzählt, wie aus vier eigenwilligen Musikern eine der erfolgreichsten Rockgruppen der Welt wurde – mit Hits, die noch heute jedes Publikum zum Mitsingen bringen. Im Zentrum steht Mercurys ungeheure Bühnenpräsenz, aber auch seine Zweifel und Brüche abseits des Rampenlichts. Gezeigt wird als Nebenschauplatz die enge Beziehung zu Mary Austin, seine Verlobung mit ihr und die schmerzhafte Einsicht, schwul zu sein, die ihr gemeinsames Leben auf den Kopf stellt – ihre tiefe Verbundenheit aber überdauert. Zudem wird Mercurys rastlose Suche nach Nähe und Halt deutlich, die ihn in ein exzessives Leben mit Partys, Alkohol und Drogen treibt und schliesslich in der Aids-Diagnose mündet. Höhepunkt ist das legendäre Live-Aid-Konzert im Juli 1985, das als einer der grössten Momente der Rockgeschichte gilt. Mit viel Musik, Emotionen und einer gewaltigen Portion Rock’n’Roll bringt die Leinwand das Leben des Ausnahmekünstlers packend zurück.
Kritiker bemängeln, dass der Film fälschlicherweise suggeriert, dass mit dem Auftritt bei Live Aid die Geschichte von Queen endete und Freddie Mercury wenig später an seiner Aidserkrankung gestorben sei. Tatsächlich produzierte und veröffentlichte die Band jedoch in Originalbesetzung noch drei weitere Studioalben und ging 1986 noch auf Tour mit 26 Konzerten; Mercury brachte 1988 noch eine Soloplatte heraus und starb erst 1991.
«A Night at the Opera» als Jungbrunnen
Mit einer Filmdauer von über zwei Stunden wurde es ein langer Abend, der rückblickend doch viel zu schnell vorüber war. Wer mit Queen aufgewachsen ist, hatte wohl noch den einen oder anderen Hit auf der Wunschliste, den er gerne ebenfalls gehört hätte. Gut, wenn man die Musik als LP, CD oder File zu Hause hat und vor dem Einschlafen, am Samstag zum Hausputz oder auf der Joggingrunde nochmals hören konnte. Vielleicht schaffen es die Lieder ja in mancher persönlicher Playlist wieder ganz nach oben – die Verfasserin outet sich an dieser Stelle als bekennende Queen-Liebhaberin, die zu Bravo-Zeiten die Wände mit den entsprechenden Postern zugepflastert hatte, im Unterricht das Bandlogo auf Hefte und Blätter kritzelte, anstatt den spannenden Ausführungen des Mathelehrers zu folgen … so gesehen war der Freitagabend ein willkommener Ausflug in längst vergangene Jugendzeiten, dessen Wirkung noch heute, Tage danach, anhält. Danke Gong für die abermals gelungene Filmauswahl!
MARIANNE BURGENER