Vorstellung des Gesamtverkehrskonzeptes
24.10.2026 ElggIm Werkgebäude Elgg wurden am Montag die Auswertungen des Gesamtverkehrskonzeptes vorgestellt. Viele Anliegen der Einwohner konnten in einem Massnahmenkatalog zusammengefasst werden und werden nun dem Gemeinderat vorgelegt.
Nach einem ersten Workshop im April 2026 hat das ...
Im Werkgebäude Elgg wurden am Montag die Auswertungen des Gesamtverkehrskonzeptes vorgestellt. Viele Anliegen der Einwohner konnten in einem Massnahmenkatalog zusammengefasst werden und werden nun dem Gemeinderat vorgelegt.
Nach einem ersten Workshop im April 2026 hat das Raumplanungsbüro Raum AG alle Massnahmen analysiert und präsentierte nun die Resultate der Elgger Bevölkerung. Das Gesamtverkehrskonzept beinhaltet eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Verkehrsteil des Räumlichen Entwicklungskonzeptes. Dabei wurden die vier Ziele rund um Strassennetz, Parkierungsmöglichkeiten, Sicherheit des Langsamverkehrs und Ausbau des Öffentlichen Verkehrs angeschaut. Aus dem Workshop vom April wurden rund 50 verkehrstechnische Massnahmen herausgearbeitet. Diese sind in das Gesamtverkehrskonzept eingeflossen. Philipp Rütsche als Projektleiter von der Raum AG betont dabei: «Das Gesamtverkehrskonzept beinhaltet einen Massnahmenkatalog, welcher für eine Vision eines zukünftigen Zustandes ausgelegt ist und zukünftige Mobilitätsbedürfnisse berücksichtigt.»
Vielfältige Massnahmen
Innerhalb des Massnahmenkatalogs wurden die einzelnen Massnahmen einerseits ihren Zielen, anderseits einem Zeithorizont der Umsetzung zugeordnet. So kann der Gemeinderat aus dem Katalog entscheiden, welche Massnahmen effizient umgesetzt werden können. Beispiele für einzelne Massnahmen sind die Streckenführung der kantonalen Veloroute bei der Aadorferstrasse oder ein Fussweg entlang der Eulach zur St. Gallerstrasse. Dabei wurden manche Massnahmen gestrichen, welche mittlerweile bereits unter der Federführung des Kantons Zürich realisiert werden.
Eine vertiefte Auseinandersetzung erwünschte sich der Gemeinderat unter anderem beim Gesamtverkehr in der Altstadt und der Parkplatzproblematik. Beim Gesamtverkehr für die Altstadt wurden dabei zwei Varianten überprüft. Die erste Variante beinhaltet eine Sperrung der Vordergasse für den motorisierten Individualverkehr. Dies hätte laut Philipp Rütsche zur Folge, dass Mehrwege entstehen und die anderen Gassen unter Mehrverkehr leiden. Zudem sind Gewerbe und Restaurants auf nahe Parkiermöglichkeiten angewiesen. Deshalb empfiehlt die Raum AG die Sperrung nicht zur Umsetzung. Auch bei der Variante zur Verlegung des Durchgangverkehrs über die Poststrasse anstelle der Aadorferstrasse sieht die Raum AG mehr negative als positive Aspekte, wodurch auch bei dieser Variante von einer Umsetzung abgeraten wird.
Bei der Parkplatzproblematik analysiert die Raum AG, dass eine alternative Parkierung notwendig ist. Die aktuelle Diskussion zum Parkhaus Breiti hält die Raum AG für problematisch, da durch die momentanen gesetzlichen Vorgaben kein Parkhaus in der Kernzone erstellt werden darf. Somit müsste die Baulinie und die Kernzone angepasst werden, was mit viel Aufwand verbunden ist. So mit Philipp Rütsche: «Die momentane gesetzliche Situation verunmöglicht den Bau eines Parkhauses nicht, aber jede raumplanerische Änderung muss durch eine Gemeindeversammlung abgenommen werden». Dies führe unweigerlich zu einem politischen Prozess und zu einem längeren Umsetzungshorizont. Trotzdem empfiehlt die Raum AG, das Projekt weiterzuverfolgen und weitere Abklärungen zu treffen.
Andere Massnahmen aus dem Katalog beinhalten nicht so weitreichende Eingriffe und können einfach umgesetzt werden. So wird zur Verkehrsproblematik an der Coop-Kreuzung empfohlen, bei der nächsten Sanierung der Strasse die Sicherheit und Übersichtlichkeit zu erhöhen. Philipp Rütsche betont zudem, dass das Gesamtverkehrskonzept eine rollende Planung sei. So habe man zum Beispiel 2019 ein Verkehrskonzept für die Obermühle erarbeitet. Man habe damals vorgesehen, dass der Lastwagenverkehr über die neue Stämpfelfeldstrasse zur Kollbrunnerstrasse geführt wird und somit das Städtli Elgg entlastet wird. Da der Campus noch nicht realisiert wurde, wurde das neue Verkehrskonzept an der Obermühle auch noch nicht umgesetzt. So passe man sich laufend an die Bedürfnisse an und zeige mit dem Massnahmenkatalog Möglichkeiten auf, um die definierten Ziele zu erreichen.
ANDREJ BLASER
Teilnahme an Umfrage
Die Gemeinde Elgg und die Raum AG sind auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung angewiesen. Auf der Gemeindehomepage ist das neue Gesamtverkehrskonzept einsehbar und es können die einzelnen Massnahmen genaustens studiert werden. Per sofort können zudem Ergänzungen, Verbesserungen und weitere Wünsche erläutert werden. Diese werden dann ins neue Gesamtverkehrskonzept eingearbeitet und dem Gemeinderat vorgelegt.




