An der ordentlichen Generalversammlung der Thurgauer Baumeister tritt Urs Schatt nach zehn Jahren aus dem Vorstand zurück.
«Für die Bauwirtschaft war das vergangene Geschäftsjahr in unserem Kanton sicher anspruchsvoll, aber weitgehend positiv.» Das sagt Mathias ...
An der ordentlichen Generalversammlung der Thurgauer Baumeister tritt Urs Schatt nach zehn Jahren aus dem Vorstand zurück.
«Für die Bauwirtschaft war das vergangene Geschäftsjahr in unserem Kanton sicher anspruchsvoll, aber weitgehend positiv.» Das sagt Mathias Tschanen, Präsident Thurgauischer Baumeister-Verband, bei der Begrüssung der 39 Stimmberechtigten und Gäste, darunter auch Nationalrätin Diana Gutjahr, Präsidentin Thurgauer Gewerbeverband, Regierungsrat Dominik Diezi und Bernhard Salzmann, Direktor Schweizerischer Baumeisterverband, am Freitagabend im Gasthaus «Schupfen» in Diessenhofen. «Die Auftragslage präsentiert sich insgesamt erfreulich stabil, obwohl die grösseren und imageträchtigen Kantons- und Bundesaufträge, vor allem im Hochbau, leider ausserkantonal vergeben wurden», teilt Tschanen mit. Die persönlichen Kontakte mit den Mitgliedern zeige ihm auch auf, dass diese Einschätzung von den meisten geteilt werde. Er und seine Mitglieder erhoffen sich insbesondere von der neuen Kantonsbaumeisterin in diesem Bereich eine starke Besserung, erklärt der Baumeisterpräsident und freut sich: «Erste Versuche, um das Gewicht der Nachhaltigkeit zu verbessern, gibt es bereits.»
Schleppende Bearbeitung der Deponienotstände
Erfreulich ist für Tschanen, dass die Indikatoren auch für die nähere Zukunft eine stabile Entwicklung voraussagen. Gespannt ist er vor allem auch auf die Aufgaben- und Verzichtsplanung des Kantons: «Die Auswirkungen von mangelnden Investitionen und zurückhaltendem Unterhalt könnten sich als ein Bumerang für unseren Kanton auswirken.» Als anhaltendes Problem nennt er die schleppende Bearbeitung der Deponienotstände: «Lange Vorarbeiten und wenig Unterstützung seitens des Amt für Umwelt führen vermehrt zu ungewollten Transportwegen ins nahegelegene Ausland, benachbarte Kantone oder gar bis in den Kanton Aargau.» Der Präsident zeigt sich überzeugt davon, dass die Bauwirtschaft in den nächsten Jahren weiterhin massgeblich zur volkswirtschaftlichen Prosperität im Kanton beitragen wird. Regierungsrat Dominik Diezi bezeichnet das Baugewerbe als eine der wichtigsten Branchen im Kanton und freut sich, dass diese immer nachhaltiger unterwegs ist. «Wir hoffen auf der Verkehrsachse im Thurtal auf allen Ebenen Verbesserungen erzielen zu können und bemühen uns für weitere Verbesserungsvorschläge im Langsamverkehr», versichert er. Gemäss seinen Aussagen gehen 70 Prozent der Vergabungen für öffentliche Bauten in den Kanton Thurgau.
Rücktritte und Wahlen
Einstimmig genehmigen die Mitglieder den von Präsident Mathias Tschanen vorgelegten Jahresbericht 2025 und die von Kassier Richard Hungerbühler verfasste Jahresrechnung 2024. Im Zusammenhang mit der Auflösung der Regionalgruppen treten folgende Mitglieder aus dem Vorstand zurück: Walter Ilg, Rolf Kunz, Dirk Fenners, Urs Schatt, Caterina Contartese und Kevin Kollbrunner. Neu in den Vorstand wählt man einstimmig Mathias Vetsch und bestätigt die Bisherigen ebenfalls einstimmig. Auf den zurücktretenden Chefexperten QV Maurer, Rolf Kunz aus Ermatingen, folgt Christian Meyerhans. Im Anschluss an die Traktanden beleuchtet Bernhard Salzmann, Direktor Schweizerischer Baumeister Verband, die Vorteile und Nutzen einer Mitgliedschaft und die Tätigkeiten des Verbands. Nationalrätin Diana Gutjahr nimmt in einem Polit-Gespräch zusammen mit Mathias Tschanen Stellung zu Fragen der Berufswahl, zur attraktiveren Gestaltung der Berufsbildung, aber auch zu den hohen Lohnnebenkosten, zur Verwendung von Holz als Baustoff bei öffentlichen Bauten und zur vieldiskutierten Frage der Schwarzarbeit, sowie die möglichen Auswirkungen eines möglichen EU-Vertrags.
WERNER LENZIN