Von Interessengesellschaft zu Förderverein
02.07.2026 ElggDer neuste Elgger Verein hat zum Ziel den Bau eines teils öffentlichen Parkhauses auf dem bestehenden Kiesparkplatz an der äusseren Obergasse.
Rund 20 Interessierte trafen sich am Freitag im Theater zur Waage. Ausnahmsweise waren die Beweggründe keine kulturellen ...
Der neuste Elgger Verein hat zum Ziel den Bau eines teils öffentlichen Parkhauses auf dem bestehenden Kiesparkplatz an der äusseren Obergasse.
Rund 20 Interessierte trafen sich am Freitag im Theater zur Waage. Ausnahmsweise waren die Beweggründe keine kulturellen Hintergründe, sondern die Gründung des «Förderverein Parkhaus Breite». Bernhard Egg übernahm dabei die Funktion des Gründungspräsidenten und führte durch die Traktanden, damit der offizielle Akt nicht zu einem Drama wird und rechtens ist.
Lange Vorgeschichte
Die Idee des Parkhauses ist keine Neue. Bereits vor zirka 10 Jahren präsentierten interessierte Bürger und Bürgerinnen dem Gemeinderat eine Konzeptstudie für ein Parkhaus ausserhalb der Altstadt. In der Zwischenzeit hat die Gemeinde mit der REK-Zielformulierung von 2019 und dem Leitbild Altstadt aus dem Jahre 2024 zwei raumplanerische Papiere ihn Auftrag gegeben, um die Situation rund um die Altstadt zu analysieren. In beiden Papieren wurde das Konzept eines Parkhauses eingeplant.
Bereits im Januar dieses Jahres wurde eine Interessengesellschaft rund um das Parkhaus gegründet. Dabei bildete sich eine Kerngruppe von circa 10 Personen, welche vorgängig eine Bedarfsanalyse erstellte. Mittels eines Flyers, welcher an 600 Personen verteilt wurde, konnten 28 Kaufinteressierte und 22 potentielle Mieter gewonnen werden. Dies veranlasste die Gruppe im Rahmen der HGV-Ausstellung einen eigenen Stand zu erstellen und für ihr Anliegen zu werben. Rund 100 Personen konnten dabei wir überzeugt werden und werden regelmässig über den Stand der Dinge informiert.
Mehrverkehr?
Bevor Bernhard Egg die Versammlung eröffnen konnte, ergriff Hansueli Bosshard als Anrainer das Wort und sprach sich gegen das Projekt aus. Er hat Bedenken, da durch das Parkhaus mehr Verkehr über die äussere Obergasse geführt wird, welche der Firma Bosshard als Anlieferung für das Material dient. Er sieht dabei ein grosses Konfliktpotential mit zukünftigen Parkplatzmietern. Zudem werde die Parkplatzproblematik in der Altstadt nicht gelöst.
David Rhiner pflichtete in diesem Punkt Hansueli Bosshard bei und meinte, dass das Parkhaus eine erste Teillösung darstelle. Das Parkhaus soll sicherlich zu einer Entlastung des Ortskerns führen, kann dies aber mit seinen geplant 50 Plätzen nicht vollständig übernehmen. Damit das Parkhaus möglichst unbürokratisch und kostengünstig erbaut werden kann, wird deshalb der «Förderverein Parkhaus Breiti» gegründet. Die Umstrukturierung hat auch finanzielle Gründe. Als Verein haften die Mitglieder nicht privat. Weitere Rahmenbedingungen des Parkhauses beinhalten eine öffentliche Ladeinfrastruktur für E-Autos und eine lokalen Wertschöpfung. Auch erhofft man sich eine erhöhte Sicherheit durch weniger parkierende Autos im Dorfkern. Ein wichtiger Grund für die Vereinsgründung ist zudem, dass die Thematik des Parkhauses schon länger in Konzepten herumschwirrt, aber keine konkrete Umsetzung stattgefunden hat. Auch möchte man die Gemeinde in die Pflicht nehmen, um einen Parkplatzmanagementsystem einzurichten und eine zukunftsfähige Lösung der Parkplatzproblematik auszuarbeiten.
Grosser Vorstand
Die 19 Anwesenden traten dem neuen Verein als Gründungsmitglieder und akzeptierten die Statuten einstimmig. Bei der Wahl des Vorstandes folgten die Vereinsmitglieder dem Vorschlag und wählten sieben Personen in die Vereinsführung. Alle bringen schon über 20 Jahre Elgger Lebenserfahrung mit sich. Um die nächsten Schritte angreifen zu können, wurde der Mitgliederbeitrag auf 50 Franken festgelegt.
Bis Ende des Jahres wird ein Interessenausgleich mit den Nachbarn stattfinden und soll ein Rahmenvertrag mit der Gemeinde Elgg abgeschlossen werden. Wenn alles nach Zeitplan verläuft, plant der Vorstand noch in diesem Jahrzehnt das Parkhaus zu eröffnen. Der Vorstand ist guten Mutes und freut sich über einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Parkhaus «Breiti».
ANDREJ BLASER

