Vom Winde verweht
27.06.2026 ElggAm letzten Freitag organisierte der Dorfverein Elgg die Mittsommerbar auf dem Lindenplatz. Je nach Wetter-App wurde bereits Tage zuvor etwas Regen für den Freitag vorausgesagt. Mit dem heftigen Gewitter, das schliesslich hereinbrach, rechnete jedoch niemand.
Schon am Freitagmorgen ...
Am letzten Freitag organisierte der Dorfverein Elgg die Mittsommerbar auf dem Lindenplatz. Je nach Wetter-App wurde bereits Tage zuvor etwas Regen für den Freitag vorausgesagt. Mit dem heftigen Gewitter, das schliesslich hereinbrach, rechnete jedoch niemand.
Schon am Freitagmorgen herrschte emsiges Treiben auf dem Lindenplatz. Die Kühlwagen wurden geliefert, Festbänke und Barelemente abgeladen, die Beleuchtung für die Linde installiert und die Küche für den Abend eingerichtet. Das sonnige Wetter liess auf das Beste hoffen – ein richtig schönes Mittsommerfest sollte es werden.
Dank den vielen helfenden Händen war alles pünktlich eingerichtet: Die Kasse war einsatzbereit, die Tischdekoration fertig, die Limetten ausgepresst, die Orangenschnitze geschnitten, die ersten Margaritas mit Küppers Erdbeeren gemixt, die Barkühlschränke aufgefüllt, der Grill in Betrieb und das anmächelige Kuchenbuffet aufgebaut. Kaum war die Bar geöffnet, trafen die ersten Gäste ein. Alle freuten sich über den einmal mehr gelungenen Anlass unter der Linde.
Doch dann zogen am Himmel Wolken auf. Personen mit optimistischen Wetter-Apps beschwichtigten, das Unwetter würde knapp an Elgg vorbeiziehen. Andere blickten der Wetterentwicklung mit Sorge entgegen. Wind kam auf. Feine Lindenblüten schmückten die Haare von Gästen und Helfenden – schliesslich gehören Blumenkränze zum Mittsommerfest. Der immer dunkler werdende Himmel liess allerdings nichts Gutes erahnen. Doch wer lässt sich schon von einem Gewitter vom Feiern abhalten?
Vom Sturm überrascht
Als die erste Windböe über den Lindenplatz fegte, wurde allen bewusst: «Das hier ist kein kleines Gewitter, das hier ist ein Sturm.» Eilig wurde der Saal im ersten Stock des Kirchgemeindehauses geöffnet und die Gäste hineingebeten. Das OK räumte zusammen mit den engagierten Helfenden alles weg, was möglich war: das Kuchenbuffet, die Sonnenschirme, Gläser, Tischdekoration, Getränke und die Kasse. Nur die beiden Grillverantwortlichen harrten an ihrem Posten aus und liessen sich weder vom Wind noch vom Regen von ihrer Aufgabe abhalten.
Jetzt waren nicht nur die Haare mit Lindenblüten bestäubt, sondern sämtliche Utensilien. Zusammen mit dem Regen ergab dies eine wunderbar klebrige Masse. Doch statt zu resignieren, wurden Lösungen gesucht. Ein Barelement wurde in den Eingangsbereich getragen und die Kasse im ersten Stock wieder in Betrieb genommen. Auch das Kuchenbuffet wanderte eine Etage höher. Die Tische wurden mit Vasen und Kerzen geschmückt und das Fest ging im kleineren Rahmen weiter. Neue Besucherinnen und Besucher, die etwas ratlos auf dem Lindenplatz standen, wurden hereingebeten und aufmerksam bedient.
Das Fest kehrt zurück
Langsam hörte der Regen auf. Mit jedem Regentropfen weniger füllte sich der Lindenplatz wieder mit Gästen. Man entschloss sich zu einem erneuten Platzwechsel: Die Festbänke wurden trockengerieben, das Kuchenbuffet wieder nach draussen gebracht, das Barelement aus dem ersten Stock zurückgetragen und die Bar mit frischen Gläsern aufgefüllt. Und damit nicht genug: Die Musig Elgg, die für ein Konzert am frühen Abend vorgesehen war, nahm ihre Instrumente hervor und spielte auf. Ein unglaublicher Abend, der sicherlich allen in Erinnerung bleiben wird und auch Jahre später noch für ein «Weisch naa?» sorgen dürfte.
ANJA C. WOLFER BAKA


