Vom Wald in die Schokoladenwelt
02.04.2026 AadorfViele erinnern sich noch an die geheimnisvolle Adventszeit, als die rätselhafte Botschaft «Wunibald kommt» für neugierige Blicke und gespannte Gespräche sorgte. Damals erblickte der fröhliche Wichtel Wunibald erstmals das Licht der Weihnachtswelt – mit dem ...
Viele erinnern sich noch an die geheimnisvolle Adventszeit, als die rätselhafte Botschaft «Wunibald kommt» für neugierige Blicke und gespannte Gespräche sorgte. Damals erblickte der fröhliche Wichtel Wunibald erstmals das Licht der Weihnachtswelt – mit dem Ziel, Kinderaugen zum Strahlen zu bringen und auch Erwachsenen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Heute ist Wunibald längst mehr als nur eine winterliche Erscheinung. Er steht für gute Laune, unbeschwerte Lebensfreude und die besondere Atmosphäre rund um das Wunibald – und begleitet uns nun auch durch den Frühling. Nach seinem ersten grossen Auftritt am Weihnachtsmarkt und seiner Entstehungsgeschichte ist er mittlerweile fest im Dorfleben verankert.
Passend zur Osterzeit erlebt man nun eine neue, herzerwärmende Episode ausseinem Leben: Wunibald entdeckt die Welt der Schokolade – eine Geschichte voller Neugier, kleiner Missgeschicke und süsser Überraschungen. Die folgende Geschichte bleibt dabei ganz in ihrem ursprünglichen Zauber erhalten und nimmt Gross und Klein mit auf ein weiteres Abenteuer des liebenswerten Maskottchens.
Wunibalds Schoggitraum
Wunibald öffnete die kleine Lucke an seinem neuen Zuhause. Ein neues Ritual, seit er im Wald nördlich vom Dorfzentrum eingezogen ist. Er genoss den stillen Blick auf den Weiher. Zur jetzigen Jahreszeit wurde es wieder früher hell und die Vögel zwitscherten ihre Frühlingsmelodien. Leichte Nebelschwaden hingen über dem Wasser und die Luft roch nach feuchtem Moos. Er sog die Morgenluft in seine kleinen Lungen und streckte sich. Nachdem er einige Zeit im Wald verbracht hatte, wollte er dem Dorfzentrum wieder mal einen Besuch abstatten. Er erinnerte sich an das rege Treiben am Weihnachtsmarkt und die bunten Heerscharen von Leuten, die vor einigen Wochen an einem kühlen Tag durchs Dorf zogen und farbige Papierschnipsel durch die Luft schleuderten.
War das ein Spass! Ohne Frühstück zog Wunibald los und war gespannt, was er heute wieder erleben wird. Als er aus dem Wald heraustrat und sich die grosse Wiese vor ihm auftat, erblickte er viele kleine und grössere Wollknäuel, welche genüsslich das frische grüne Gras frassen. Die kleinen Glöckchen, welche um den Hals der Tiere gelegt waren, bimmelten ein fröhliches Konzert. Wunibald umging die Herde und schlug sich durch das Unterholz einer Hecke zur Strasse. Er hüpfte zufrieden von einem Bein auf das andere und kickte zwischendurch nach den Kieselsteinchen, die den Weg säumten.
Als er näher zum Dorf kam, achtete er darauf, dass ihn niemand sah und duckte sich entlang einer Gartenmauer. An der Kreuzung, an der die Autos sich kreisförmig ihren Weg bahnten, überquerte er schnell die Strasse auf den gelben Streifen. Das hatte er sich von den Menschen abgeschaut. Er huschte geradeaus weiter und eilte zum Eingang eines Geschäftes, welches leckere Esswaren verkaufte. Die Schiebetür öffnete sich und Wunibald konnte unerkannt in das Ladenlokal eintreten. Er wuselte sich unter ein Regal und verharrte einen kurzen Moment. Es schien ihn niemand bemerkt zu haben. Er lugte aus seinem Versteck und studierte die Verkaufssachen im Laden. Da standen in Reih und Glied Hasen in allen Formen und Posen, eingepackt in durchsichtiger Folie und mit einer hübschen Masche zugeschnürt. «Was in aller Welt war denn das?» fragte sich Wunibald. In seiner alten Heimat waren Hasen lebendig und er war mit einigen befreundet. «Wieso werden hier Hasen verkauft?». Die Neugier liess in nicht in Ruhe. Wunibald musste wissen, um was es sich hier handelte. Er krabbelte aus seinem Versteck und hielt sich so gut wie möglich unsichtbar.
Zurück in sein Versteck
Er suchte sich einen Weg hoch auf das Regal, was gar nicht so einfach war. Er kletterte am Gestänge des Regals entlang, bis er die erste Regalebene erreichte. Da stand er vor einem grossen Hasen. Wunibald kniff seine Augen zusammen und bemerkte, dass die Hasen kein Leben hatten sondern lediglich Figuren waren. Erleichtert schmunzelte er vor sich hin und musste lächeln. Wunibald dachte, dass die Hasen lebendig verpackt wurden. Er atmete spürbar aus und bemerkte zu spät, dass eine Hand nach dem Hasen griff und ihn weghob. Es folgte ein lautes Kreischen der Kundin, als sie Wunibald erblickte und liess sie den Hasen auf den Boden fallen. Dieser zerbrach in hunderte Stücke, zerriss die Verpackungsfolie und verteilte sich quer über den Ladenboden. Hysterisch schreite die Kundin weiter. Erschrocken sprang Wunibald vom Regal zurück in sein Versteck. Das Ladenpersonal eilte zur Unglücksstelle. Während eine Verkäuferin die Kundin beruhigte, holte die zweite Verkäuferin Schaufel und Besen, um das Malheur zusammenzukehren.
In einem unbeachteten Moment floh Wunibald hinter die Verkaufstheke in die Küche des Lokals. Die Verkäuferin mit dem Besen kippte die Reste des Hasen in ein Gefäss, welches ziemlich nahe an Wunibald stand und verliess die Küche wieder. Der kleine Wicht konnte nicht widerstehen und schnappte sich ein Bruchstück des Hasen. Er hielt das Stück in den Händen, was bereits zu schmelzen begann und roch daran. Der Kakaoduft wich nicht aus Wunibalds Nase und er wagte es zuzubeissen. Wunibald erstarrte ob dem Genuss, welcher sich in seinem Mund breit tat. So was Köstliches und Süsses hat er noch selten gekostet. Schnell schnappte er sich seinen Beutel, welcher er immer mit sich trug und füllte ihn bis obenhin mit den Hasenstückchen. Er schaffte es erneut, unerkannt aus dem Ladenlokal zu gelangen und sich davon zu machen. Er sprang so schnell in seine Beinchen trugen. Er konnte seine Freude nicht im Zaum behalten und lachte lauthals, während er rannte, rannte und schnaufte.
Als er genug weit vom Geschehen entfernt war, lehnte er sich an eine geschützte Hausmauer, atmete tief durch und öffnete seinen Beutel. Im lief das Wasser im Mund zusammen. Er griff nach einem Stück des Hasen und genoss erneut den köstlich süssen Geschmack von Schokolade. Was auch immer die Menschen in diesem Dorf feierten.... Wunibald schmeckt es!
KILIAN RENSCH

