Vom «Moin moin» zum «Grüezi»
16.04.2026 AadorfWer die Praxis von Nicole Spruijt in Aadorf betritt, spürt schnell: Hier geht es nicht nur um Massage, sondern um ganzheitliches Wohlbefinden. Seit rund 30 Jahren begleitet die Therapeutin Menschen auf ihrem Weg zu Entspannung und Beweglichkeit über die Körperwahrnehmung.
...Wer die Praxis von Nicole Spruijt in Aadorf betritt, spürt schnell: Hier geht es nicht nur um Massage, sondern um ganzheitliches Wohlbefinden. Seit rund 30 Jahren begleitet die Therapeutin Menschen auf ihrem Weg zu Entspannung und Beweglichkeit über die Körperwahrnehmung.
Der Weg in die Schweiz – und zur medizinischen Massage – verlief alles andere als geradlinig. Ursprünglich wusste Nicole Spruijt nicht, welchen Beruf sie ergreifen wollte. Eine Stellenanzeige in einer Zeitung brachte schliesslich die Wende. Mehr aus Zufall stiess sie auf eine Arbeit in einem Medizinalbad – und wusste bereits nach kurzer Zeit, dass sie ihre Richtung gefunden hatte.
Der Weg dorthin erforderte Durchhaltevermögen. Während fünf Jahren arbeitete sie in Deutschland unter anderem in der Gastronomie, in Fabriken und in der Industrie, um sich Ausbildung und Praktika zu finanzieren. Besonders prägend war für sie die Zeit im städtischen Spital, wo sie Einblicke in Operationen, Geburten und sogar die Arbeit der Pathologie erhielt. Diese Erfahrungen stärkten ihren Respekt vor dem menschlichen Körper und vertieften ihr Interesse an medizinischen Zusammenhängen.
Privat führte das Leben sie schliesslich in die Schweiz: Nachdem sie sich einst in einen Schweizer verliebt hatte, kehrte sie Jahre später zurück – zunächst zu Besuch, wenig später dauerhaft. Nach einer Anstellung in einer Gemeinschaftspraxis und mit einer TCM-Therapeutin wagte sie 2006 den Schritt in die Selbstständigkeit. Seither führt sie erfolgreich ihre eigene Praxis in Aadorf.
Der ganzheitliche Ansatz
Nicole Spruijt versteht Massage nicht nur als körperliche Behandlung. Für sie ist muskuläre Entspannung ein Prozess, der gelernt werden kann. Wichtig sei, dass Behandlungen nicht über die Schmerzgrenze hinausgehen. Vielmehr gehe es darum, den Körper schrittweise zu lösen, Heilungsprozesse anzustossen und Befindlichkeiten mitzuteilen.
Ihre Erfahrung zeigt, dass Beschwerden nicht immer dort verschwinden, wo sie zuerst auftreten. Manchmal reagiert der Körper zunächst an anderer Stelle, bevor sich das ursprüngliche Problem löse. Dank ihrer Fähigkeit des Zuhörens und indem der Klient erzählen kann, wird oft deutlich, wo eine Umkehrung des Stressverhaltens stattfinden kann.
Ihre Arbeit wird auch durch Weiterbildungen unterstützt. Ausbildungen in der Akupunktur-Massage, der Kinesiologie sowie die hawaiianische Lomi-Lomi-Massage haben ihren Stil beeinflusst. Dabei spielen Körperwahrnehmung, Achtsamkeit und Stressbewältigung eine wichtige Rolle. Über Berührung und Nachahmen lernen Menschen am besten.
Bewegung gehört dazu
Auch ausserhalb der Praxis lebt Nicole Spruijt ihre Philosophie. Sportliche und kulturelle Aktivitäten gehören für sie zu ihrem Lebensstil. Sie findet, dass der menschliche Körper für Bewegung geschaffen ist – und dass Massage und Bewegung sich ideal ergänzen. Ruhephasen einzulegen ist ebenso wichtig.
In ihrer Praxis behandelt sie Menschen jeden Alters. Zunehmend jüngere Personen mit Verspannungen haben Massagen kennen- und schätzen gelernt.
Häufig betreffen diese Probleme den Nacken, Rücken oder die Beinmuskulatur.
Ein besonderes Augenmerk legt sie zudem auf hochwertige Massageöle. Teilweise stellt sie individuelle Mischungen mit ätherischen Ölen selbst her, abgestimmt auf Beschwerden oder persönliche Vorlieben ihrer Kundinnen und Kunden.
Anerkannte Qualität und Blick in die Zukunft
Die Behandlungen von Nicole Spruijt sind von EMR, ASCA und Visana anerkannt, wodurch viele Krankenkassen Kostenanteile übernehmen.
Auch nach vielen Berufsjahren bleibt ihre Motivation ungebrochen. Besonders interessant findet sie den Austausch mit anderen Kulturen und ein Nachahmen von Massagegriffen aus anderen Therapiebereichen. Sie kopiert gerne, was sich gut anfühlt und baut es in ihre Massagen ein.
EMANUELA MANZARI
«Entspannung ist ein Übungsprozess»
Wie sind Sie zur medizinischen Massage gekommen?
Eigentlich eher zufällig. Ich wusste lange nicht, was ich beruflich machen wollte. Dann bin ich auf eine Ausbildung im medizinischen Bereich gestossen – und habe sehr schnell gespürt, dass mich diese Arbeit fasziniert. Die Energie dieses Berufes hat mich regelrecht angezogen.
Was bedeutet Entspannung für Sie?
Sich körperlich und geistig wohlfühlen. Körperliche Entspannung kann man lernen, der Geist entspannt mit. Ich gehe auf Schmerzpunkte ein, mache sie mit Druck spürbar und fordere auf, locker zu lassen. Danach folgen lange und wohltuende Ausstreichungen.
Wenn sich der Körper entspannt, beginnen oft Heilungsprozesse. Manchmal verschwinden Beschwerden zuerst an ganz anderer Stelle als erwartet.
Welche Beschwerden behandeln Sie besonders häufig?
Viele Menschen haben Verspannungen im Kopf-, Schulter- und Nackenbereich, Rücken, Po oder in den Beinen. Oft hängen diese Beschwerden mit antrainierten Bewegungsabläufen und dadurch einseitiger Belastung im Alltag zusammen.
Wie wählen Sie die passende Behandlungsmethode aus?
Ich arbeite sehr individuell. Jeder Mensch reagiert und ist anders. Ich taste mich Schritt für Schritt vor und passe die Behandlung laufend an.
Welche Rolle spielt Bewegung im Alltag?
Der Körper will genutzt werden und ich erledige, hier in Aadorf, dass meiste zu Fuss oder mit dem Fahrrad. Bewegung und Massage ergänzen sich ideal. Die Massage ist dann, sozusagen, passive Bewegung.
Welche Tipps geben Sie Ihren Kundinnen und Kunden mit?
Den eigenen Körper mehr bewusst wahrnehmen und nutzen, so, dass es Spass macht, diesen zu bewegen und nicht immer alles aus dem Leistungsprinzip anzugehen. Ich bin mir bewusst, dass das schwierig ist.
Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?
Ich möchte weiterhin mit Freude arbeiten – vielleicht über das Pensionsalter hinaus. Ausserdem interessiert mich der Austausch mit anderen Kulturen, die Geschichte dieser Menschen dahinter und Massagetraditionen auf der ganzen Welt.
Ich würde mich freuen, wenn ich Thailand bereisen und die Massagetradition von dort kennenlernen kann.
EMANUELA MANZARI
Weitere Informationen unter: www.nicolespruijt.ch

