«Viva Elgg» blickt auf ein bewegtes Vereinsjahr zurück
23.05.2026 ElggRund 20 Mitglieder der Heimatschutz-Vereinigung «Viva Elgg» versammelten sich am vergangenen Montag im Saal Bärenhof zur ordentlichen Generalversammlung. Unter der Leitung von Präsidentin Sabine Stindt Rhiner wurde auf ein äusserst aktives Vereinsjahr zurückgeblickt ...
Rund 20 Mitglieder der Heimatschutz-Vereinigung «Viva Elgg» versammelten sich am vergangenen Montag im Saal Bärenhof zur ordentlichen Generalversammlung. Unter der Leitung von Präsidentin Sabine Stindt Rhiner wurde auf ein äusserst aktives Vereinsjahr zurückgeblickt – geprägt von Renovationsprojekten, kulturellen Veranstaltungen und wachsender Ausstrahlung weit über die Gemeindegrenzen hinaus.
Der Jahresbericht 2025 zeugte von einem vielseitigen Jubiläumsjahr im Vereinsleben. Herzstück ist nach wie vor der neue Parcours rund um die Liegenschaften der Vereinigung: An Schautafeln erfahren Interessierte Wissenswertes über die historischen Häuser und Objekte. Besonders in Erinnerung bleibt die Jubiläumsveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Vereinigung, die im Februar im Werkgebäude Elgg stattfand – ein feierlicher Rückblick auf ein halbes Jahrhundert Heimatschutz und ein mutiger Blick in die Zukunft.
Weitere Attraktionen des Jahres waren die Meisenbesichtigungen, Wohnungsführungen in der Meise sowie das Zeigen von Kulturgut im Rahmen des Anlasses GrUM`25. Grosser Anklang fand das Fest am Eulachstrand mit mitreissenden Balkanklängen rund um die «rundum.müli». Ebenfalls gut besucht waren die «Summerchilbi» im Rahmen des Sommermarkts sowie die Jubiläumsschlussveranstaltung im Dachstuhl der stimmungsvoll beleuchteten Hintergasse 18 mit kulturellen Darbietungen.
All diese Erlebnisse seien dank der wertvollen Zusammenarbeit mit Elgger Vereinen und Kulturschaffenden möglich geworden, betonte Stindt Rhiner. «Das kulturelle Kapital der Elgger Bevölkerung ist unglaublich! Das Erbe von Elgg darf einfach nicht vergessen werden», so ihr Appell. Besonders erfreulich: Die Aktivitäten der Vereinigung werden auch ausserhalb von Elgg wahrgenommen. Die Fachzeitschrift Espace Suisse berichtete über die 25-jährige Tätigkeit der Genossenschaft für Wohnen Arbeit und Kultur (WAK) sowie die 50-jährige Tätigkeit der Heimatschutz-Vereinigung und würdigte das langjährige Engagement beider Organisationen für das Gemeinwohl.
Auch das Projekt Untermühle erfährt Aufmerksamkeit: Der Schweizerische Nationalfonds finanziert aktuell eine Forschungsarbeit zum Thema Bau, Kultur und Grundversorgung, in deren Rahmen die Untermühle als gelungenes Fallbeispiel herausgegriffen und ein Interview mit den Beteiligten geführt wurde.
Die Präsidentin dankte der Zürcher Landbank, der Gemeinde Elgg sowie der «Elgger Aadorfer Zeitung» herzlich für ihre finanzielle Unterstützung. Aktuell zählt die Vereinigung 107 Mitglieder.
Aktuar Peter Trüb präsentierte die Jahresrechnung, die einen Ertragsüberschuss von 42’191 Franken ausweist – rund 5000 Franken mehr als im Vorjahr. Durch das Auflösen und den Verbrauch verschiedener Rückstellungen resultierte dieses positive Mehrergebnis. Die Jahresrechnung wurde einstimmig genehmigt.
Wohnungssanierung
Liegenschaftsverantwortlicher Hannes Fritz präsentierte eindrückliche Bilder der Renovation an der Hintergasse 18. Im Zuge eines Mieterwechsels konnte die Wohnung im ersten Obergeschoss im Oktober totalsaniert werden – von den Anstrichen über die Küche bis hin zur Elektroinstallation. Die Vorher-Nachher-Bilder verdeutlichten die eindrückliche Verwandlung.
«Was von aussen stimmt, muss auch von innen stimmen», brachte Hannes Fritz die Philosophie der Vereinigung auf den Punkt. Alle Arbeiten wurden in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege des Kantons Zürich begleitet. Auch nach der Geschäftsaufgabe von Edi Kägi nutzte die Vereinigung die Gelegenheit für Sanierungsarbeiten im neuen Veloladen.
Die Präsidentin informierte, dass die «Guhwilmühle» Anfang 2027 von der WAK übernommen wird. Anlässlich dieser erfreulichen Entwicklung beantragte der Vorstand der Versammlung die Erhöhung der Anteilscheine an der WAK. Auch dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Der Jahresbeitrag bleibt unverändert.
Bei den Wahlen wurde der bestehende Vorstand und das Präsidium mit Sabine Stindt Rhiner einstimmig wiedergewählt. Auch die Revisoren wurden in ihrem Amt bestätigt.
Ein besonderer Moment der Versammlung war die Würdigung des Elgger Sommermarkts, der dieses Jahr sein 50. Jubiläum feiern darf. Die Präsidentin überreichte Marktchefin Annelies Meier einen Blumenstrauss und ein Präsent als Dank für ihr langjähriges, beherztes Engagement.
Annelies Meier richtete ihrerseits bewegende Worte an die Anwesenden. Sie betonte, wie wichtig der Markt für Elgg sei, und appellierte an alle, ihn auch weiterhin zu besuchen: «Ohne Besucher kann ein Markt nicht bestehen.» 22 Helferinnen und Helfer sind am Markt im Einsatz – ein Zeichen des starken Gemeinschaftsgeists.
Ausblick
Stindt Rhiner gab anschliessend einen Überblick über die geplanten Aktivitäten und laufenden Geschäfte. Die Marktsaison ist gut gestartet. Auf Vereinsebene hat der Vorstand entschieden, dem Gönnerkreis des Vereins rundum. müli beizutreten und diesen jährlich mit 500 Franken zu unterstützen.
Am 2. August präsentiert sich die Heimatschutz-Vereinigung im Heimatmuseum. Der Markt sowie «Elgg einst und heute» werden anhand von Fotos präsentiert. Im Rahmen des Netzwerks Altstadt gilt es, weitere provisorische Sofortmassnahmen im Aussenraum umzusetzen, und auch das Verkehrskonzept wird die Vereinigung weiterhin beschäftigen. Mit Spannung wird zudem das Bewilligungsverfahren für den Ersatzbau Hintergasse erwartet – der entsprechende Entscheid wurde beim Bauamt angefordert.
Nach dem intensiven Jubiläumsjahr freut sich die Vereinigung auf gemeinsame Unternehmungen. Der Vereinsausflug am 29. August führt nach Neunkirch – ein ebenfalls quadratisch angelegtes historisches Städtli.
Weiterhin unterstützt die Vereinigung die Realisierung von Litfasssäulen durch den Dorfverein und wird gemeinsam mit Joachim Mantel den aktuellen Stand der Kernzone fotografisch dokumentieren.
Die Generalversammlung endete in entspannter Atmosphäre bei einem kleinen Apéro, den Barbara Gut liebevoll vorbereitet hatte. Die Heimatschutz-Vereinigung «Viva Elgg» blickt motiviert auf das kommende Jahr – im Bewusstsein, dass das kulturelle Erbe des Dorfes in engagierten Händen liegt.
EMANUELA MANZARI


