Beim Open Air Kino im Schulhaus Ettenhausen musste in die Turnhalle ausgewichen werden. Die Komödie «Extrawurst» kam beim vorwiegend erwachsenen Publikum gut an.
Aufgrund der unsicheren Wettervorhersage musste das Open Air Kino leider in die Turnhalle verlegt werden. So ...
Beim Open Air Kino im Schulhaus Ettenhausen musste in die Turnhalle ausgewichen werden. Die Komödie «Extrawurst» kam beim vorwiegend erwachsenen Publikum gut an.
Aufgrund der unsicheren Wettervorhersage musste das Open Air Kino leider in die Turnhalle verlegt werden. So verlor man die spezielle Atmosphäre des Freiluftkinos, welche aber mit einer gelungenen Filmauswahl wieder wettgemacht wurde (Siehe Box). Zusammen mit dem Männerchor Ettenhausen organisierte der Kulturveranstalter GONG seit 2009 ein Open Air Kino im Schulhaus Ettenhausen. Wo anfangs noch alles analog mit grossen 35-Millimeter-Projektoren gezeigt wurde, hat mittlerweile auch die Digitalisierung Einzug gehalten. Trotz «Streaming» und «Home-Cinema»- Alternativen ist es schön zu sehen, dass das gemeinsame Filmerlebnis die Menschen weiterhin zusammenbringt.
Filmkritik «Extrawurst» (2026)
Der aktuellste Film von Marcus H. Rosenmüller erinnert stark an die erfolgreichen Komödien «Der Vorname» (2018) und «Der Nachname» (2022). von Sönke Wortmann. Mit einer scheinbaren harmlosen Frage um die Anschaffung eines Grills für muslimische Vereinsmitglieder implodiert die vormals idyllische Welt um den Tennisverein von Lengheide. Ein Wort folgt auf das andere, die Protagonisten steigern sich immer mehr in Anschuldigungen und Anfeindungen hinein, bis die negative Energie auf alle Vereinsmitglieder überspringt und der ganze Verein fast auseinanderbricht. Durch die dramatisch überzeichneten Charakteren und den Einsatz vieler Klischees, sowie Stereotypen, werden Themen wie Integration, Zugehörigkeit, toxische Männlichkeit und Umgang mit Minderheit von verschiedenen Seiten beleuchtet und hinterfragt. So spielt der Regisseur mit vielen Emotionen und ausartenden Monologen, baut aber auch immer wieder feinfühlige und nachdenkliche Sequenzen ein. Manch ein Zuschauer wird sich dabei selber angesprochen gefühlt haben. Für meinen Geschmack ist das Ende zu klischeehaft und löst die Problematik nicht auf des Grillkaufs– aber dann wäre es ja auch keine Komödie. Der Film unterhält über die vollen 100 Minuten und ist sichtlich für ein erwachsenes Publikum gedacht. Mich hat er gerade durch die Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Witz überzeugt und ich kann ihn jedem, der gerne komplexe Dialoge mag, wärmstens empfehlen.
ANDREJ BLASER