Tradition und Brauchtum mit Herzblut gepflegt
21.02.2026 ElggIn Elgg fand am Mittwoch die 112. Generalversammlung der Aschermittwochgesellschaft statt. Das Dorffest «GrUm25» wurde nochmals gewürdigt, der Vorstand erweitert und ein Antrag zur Verschärfung der Aufnahmebedingungen abgelehnt.
Noch unter dem Eindruck des ersten Teils ...
In Elgg fand am Mittwoch die 112. Generalversammlung der Aschermittwochgesellschaft statt. Das Dorffest «GrUm25» wurde nochmals gewürdigt, der Vorstand erweitert und ein Antrag zur Verschärfung der Aufnahmebedingungen abgelehnt.
Noch unter dem Eindruck des ersten Teils des Äschli-Tages und mit Vorfreude auf den zweiten, versammelten sich die Mitglieder im Werkgebäude Elgg zur Generalversammlung. Niemand musste der Sonne im Freien nachtrauern, die Wärme im Raum war eine willkommene Abwechslung zum Schneegestöber draussen. Auch dieses Jahr konnten die Anwesenden die «Elgger/Aadorfer Zeitung» vom Donnerstag druckfrisch in Händen halten, mit der Hauptmann-Rede auf der Frontseite.
Institutionen gewürdigt
Nach dem Einmarsch der Äschli-Buebe blickte Daniel Isliker, OK-Präsident des «GrUm25», auf das gelungene Fest zurück. Mit einem Gesamtumsatz von 367’064 Franken und einem Gewinn von 23’000 Franken für die Aschermittwochgesellschaft fällt die Bilanz erfreulich aus, wie Finanzchef Pascal Hinderling erklärte. Den helfenden Vereinen werden zusätzlich zum Helferlohn 9700 Franken ausbezahlt.
Isliker dankte allen, aber insbesondere dem Kern-OK, für die intensive Arbeit. «Es war eine grossartige Zeit», sagte er. Auch er selbst erhielt anerkennende Worte.
Mit einer Tafel mit historischer Unterzeichnung des Elgger Liedes geehrt wurden der Gemeinderat, die Schulen, die Züri-Elgger, die evangelische Kirchgemeinde (stellvertretend für alle Kirchgemeinden), das Heimatmuseum, die WAK, der Tambourenverein sowie der Chorus Elgg. «Ohne diese Institutionen und Vereine wäre es nicht gegangen», betonte René Schnyder., Chef Aktivitäten.
Besser als budgetiert
Präsident Toni Rebsamen begrüsste neben dem Ehrenpräsidenten und Ehrenmitgliedern auch die Hauptmann-Jubilare, die Züri-Elgger, eine Delegation der Flaachtaler, Gemeindepräsidentin Ruth Büchi-Vögeli sowie die Hauptmann-Familie.
Die Traktanden der Versammlung wurden zügig abgewickelt. Die 131 Stimmberechtigten genehmigten Protokoll, Jahresrechnung und Budget einstimmig. Diese wurden von Kassier René Schnyder erläutert. Die Erfolgsrechnung 2025 schliesst mit einem Gewinn von 4632 Franken, budgetiert war ein Verlust von 3833 Franken. Höhere Spendeneinnahmen und teilweise tiefere Ausgaben sorgten für das positive Ergebnis. Das Vereinsvermögen beträgt neu 117’539 Franken.
Fürs Jahr 2026 ist ein Plus von 13’900 Franken vorgesehen. Darin enthalten sind 21’000 Franken (budgetierter Gewinn) vom «GrUm25». Ohne diesen Betrag wäre ein Defizit veranschlagt. Grund dafür sind geplante Investitionen: «Wir investieren bewusst in unseren Verein, unsere Tradition und unsere Kinder», erklärte Schnyder. Der Mitgliederbeitrag bleibt bei 15 Franken.
Kompanie mit 97 Buben
In seinem Jahresbericht zog Toni Rebsamen eine positive Bilanz des Äschli-Jahres 2025. Er dankte der Hauptmannfamilie und Hauptmann Samuel Hediger. Auch seine letztjährige Bitte, am Äschli-Mittwoch keinen Kehricht einzusammeln, sei von der Gemeinde berücksichtigt worden, meinte er schmunzelnd.
Die vielen regelmässigen Aktivitäten des Vereins sind eindrücklich. Auch der «GrUm25» erfuhr im Bericht nochmals eine Würdigung. Vielleicht gebe es schon bald wieder ein solches Dorffest, so Rebsamen. «Wir dürfen auch heute wieder auf eine 97 Buben starke Kompanie zählen», freute er sich nach einem kurzen Rückblick auf die Wahlen und den Start ins Jahr 2026. Familie Melliger mit Hauptmann Sven an der Spitze habe wunderbare Übungen hingezaubert – «mit Spiel, Spass und einer Portion Äschli».
Antrag klar verworfen
Der Verein zählt derzeit 750 Mitglieder. Nach einer Schweigeminute für die Verstorbenen wurde der Vorstand für ein weiteres Jahr bestätigt. Neu gewählt wurden Michael Schuler in den Vorstand und als Revisor Ehrenmitglied Thomas Egli. Sämtliche Wahlen erfolgten einstimmig.
Sieben Hauptmann-Jubilare wurden geehrt, darunter Max Keller für 65 Jahre Zugehörigkeit. Er habe in all den Jahren «eine wunderbare Zeit» erlebt, sagte er.
Daniel Isliker wurde auf Antrag des Vorstands zum Ehrenmitglied ernannt. Deutlich abgelehnt wurde hingegen ein Antrag von Hans Mäschli, die Statuten im Sinne einer erschwerten definitiven Mitgliederaufnahme zu ändern. Die Versammlung verwarf das Anliegen mit 72 Nein-Stimmen. Ein weiterer Antrag zur Kompanieerweiterung wurde schon im Vorfeld der Versammlung zurückgestellt und soll allenfalls später, nach Ausarbeitung durch den Vorstand, traktandiert werden.
Mit Informationen zu internen Anpassungen im Vorstand schloss Präsident Toni Rebsamen die Versammlung. Von den Züri-Elggern und den Flaachtalern nahm die Aschermittwochgesellschaft den traditionellen Dank fürs Abholen am Bahnhof entgegen.
BETTINA STICHER

