Der Thurgauer Regierungsrat hat ein Institut beauftragt, Vorschläge zu unterbreiten, wie im Rahmen einer sogenannten Verzichtsplanung ab nächstem Jahr 40 Millionen Franken und ab 2028 jährlich 80 Millionen Franken eingespart werden sollen. Eine der vorgeschlagenen Massnahmen von ...
Der Thurgauer Regierungsrat hat ein Institut beauftragt, Vorschläge zu unterbreiten, wie im Rahmen einer sogenannten Verzichtsplanung ab nächstem Jahr 40 Millionen Franken und ab 2028 jährlich 80 Millionen Franken eingespart werden sollen. Eine der vorgeschlagenen Massnahmen von 2,7 Millionen Franken ist der Verzicht auf den Betrieb des Konvikts der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen (PMS) und die Umwandlung in ein unbetreutes Studentenwohnheim für über 18-Jährige.
Drei Generationen unserer Familie waren und sind Absolventen des einstigen Thurgauischen Lehrerseminars und der heutigen PMS in Kreuzlingen. Die Jüngste lebt heute noch aktuell im Konvikt. Als überregionale Maturitätsschule mit ihrem spezifischen Thurgauer Modell trägt die PMS durch ihre integrierte Grundbildung zum Lehrerberuf wesentlich dazu bei, dass die Lehrpersonenquote auf der Volksschule stabil bleibt. Die vorgeschlagene Sparmassnahme hätte viel mehr als den Verlust einer langen Schulkutur zur Folge. Als langjährige Praxislehrperson weiss ich, dass der Nachwuchs für Lehrstellen über ehemalige Praktikantinnen und Praktikanten gefunden werden kann. Dank diesen Praktika entsteht ein grosses Netzwerk, das aktive und angehende Lehrpersonen und Schulgemeinden verbindet. Lernende, welche die PMS nicht mehr besuchen könnten, aber den Lehrerberuf ergreifen möchten und wegen der Distanz ihres Wohnorts im Konvikt leben wollen, würden ausserkantonal studieren, was für den Kanton Thurgau hohe Kosten zur Folge hätte. Zudem käme dazu, dass sie während der PMS keine Praktika in Thurgauer Schulen absolvieren, ausserhalb des Kantons Schulen kennenlernen und für den Thurgau verloren gehen.
Die Abschaffung des Konvikts wäre eine Gefahr für das bewährte Thurgauer Modell, aber auch für die Generierung von Lehrerinnen und Lehrer, die aus dem Thurgau stammen und auch im Kanton unterrichten werden. Die heutige PMS ist die älteste Mittelschule im Thurgau und wird in sieben Jahren zweihundert Jahre alt. Das Konvikt war immer fester Bestandteil dieser Bildungsinstitution in unserem Kanton und das soll auch in Zukunft so bleiben, dies zur Sicherung des Erhalts von Lehrpersonen für unseren Kanton.
WERNER LENZIN, MÄRSTETEN