Die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 wirft ihre Schatten voraus – und mit ihr das Panini-Fieber. 980 Sticker braucht es, um das offizielle WM-Album lückenlos zu füllen. 48 Nationen sind dabei. Kein Wunder also, dass die Tauschbörse in der Schul- und Gemeindebibliothek Aadorf ...
Die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 wirft ihre Schatten voraus – und mit ihr das Panini-Fieber. 980 Sticker braucht es, um das offizielle WM-Album lückenlos zu füllen. 48 Nationen sind dabei. Kein Wunder also, dass die Tauschbörse in der Schul- und Gemeindebibliothek Aadorf an diesem Mittwochnachmittag gut besucht war.
Von 15 bis 18 Uhr öffnete die Bibliothek am Mittwoch vor einer Woche ihre Türen für alle, die ihre doppelten loswerden und lang gesuchte Bilder auftreiben wollten.
Denn dieses Jahr ist das Sammelalbum besonders anspruchsvoll: Mit 48 teilnehmenden Nationen ist die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko die grösste in der Geschichte des Turniers. Entsprechend umfangreich ist die Panini-Kollektion. 980 Sticker müssen her – eine Herausforderung, die den Sammel- und Tauschgeist besonders anfacht.
Professionell organisiert
Was auf den ersten Blick überrascht: Das ist kein gewöhnliches Kindertreffen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren teilweise mit ausgefeilten Systemen angereist. Karteikästen, nach Ländern sortiert, lagen aufgeklappt auf den Tischen. Ausgedruckte Tabellen mit Übersichten der noch fehlenden Nummern wurden gezielt abgeglichen.
Manche hatten kaum begonnen und blätterten durch ein erst spärlich befülltes Album. Andere waren bereits weit fortgeschritten und suchten gezielt nach den letzten fehlenden Glanzbildern – den begehrten «Shinies», welche die Trikots und Wappen der Teams zeigen und erfahrungsgemäss am schwersten aufzutreiben sind.
Nicht nur eine Kindersache
Das Panini-Sammeln hat die Schulgrenzen längst überwunden. Eltern, die schon in früheren Generationen geklebt haben, sitzen heute neben ihren Kindern und tauschen mit derselben Ernsthaftigkeit.
Das liegt auch an der Geschichte dieser kleinen Bilder: Seit 1970, als Panini erstmals ein offizielles WM-Sammelalbum herausgab, begleiten die Sticker jede Weltmeisterschaft. Generationen von Kindern sind mit diesen Bildern aufgewachsen. Das Ritual des Tütenöffnens, das Sortieren, das Tauschen – es hat sich bis heute kaum verändert.
60 Jahre Panini
Alles begann 1961 in Modena in Norditalien, wo die fünf Brüder Panini einen kleinen Zeitschriftenhandel betrieben. Sie begannen, selbst Sammelbilder herzustellen und an Kioske zu liefern. 1964 erschien das erste Fussball-Sammelalbum. Mit der WM 1970 in Mexiko folgte der internationale Durchbruch.
Heute produziert der Konzern jährlich Milliarden von Stickern für Dutzende Kollektionen – von der UEFA Champions League über die NBA bis hin zu Popkultur-Themen. Allein zur WM 2022 wurden weltweit rund 400 Millionen Alben verkauft. Und die Schweiz gehört traditionell zu den Regionen, in denen Panini-Bilder besonders eifrig getauscht werden.
EMANUELA MANZARI
Nächster Termin: Noch nicht fertig?
Am Mittwoch, 10. Juni, findet in der Schul- und Gemeindebibliothek Aadorf ein weiterer Tauschtag statt. Wer noch Lücken im Album hat – oder einfach das gemeinschaftliche Klebe-Fieber noch einmal erleben möchte –, ist herzlich willkommen. Doppelte einpacken und vorbeikommen.
Weitere Informationen unter:
www.bibliothek.aadorf.ch