Ab August lädt das katholische Pfarreizentrum Elgg an drei Mittwochmorgen zu einer Einführung ins Tai Chi ein. Wenn es das Wetter zulässt, findet der Unterricht draussen auf der Wiese hinter dem Pfarreizentrum statt. Geleitet wird das niederschwellige Angebot von Jürgen ...
Ab August lädt das katholische Pfarreizentrum Elgg an drei Mittwochmorgen zu einer Einführung ins Tai Chi ein. Wenn es das Wetter zulässt, findet der Unterricht draussen auf der Wiese hinter dem Pfarreizentrum statt. Geleitet wird das niederschwellige Angebot von Jürgen Kaesler.
Jürgen Kaeslers Zugang zum Tai Chi reicht weit zurück: Während seiner Studienzeit an der Universität Freiburg kam er erstmals in Berührung mit der Bewegungskunst. Über Lukas Hähne, Schweizermeister im Tai Chi und Gründer des Tai-Chi-Clubs Wil, vertiefte er sein Wissen und vor allem die Praxis weiter.
Ein ökumenisches «Appetithäppchen»
Die drei Termine im August verstehen sich als erster, unverbindlicher Einblick. «Deshalb dauert die Einführung auch nur fünfzehn Minuten», erklärt Kaesler. Mitmachen könne grundsätzlich jede und jeder, der keine Schmerzen oder Schwindelgefühle habe. Getragen wird das Angebot von der katholischen Kirche, die reformierte Kirchgemeinde ist ebenfalls mit an Bord. Geübt wird bewusst im Freien: «Der Mensch ist ein Naturwesen», sagt der Gemeindeleiter. Wiesen, Parks und Natur seien dem Übungsraum drinnen vorzuziehen – nur bei Regen weicht die Gruppe nach drinnen aus. Zeigt sich Interesse, soll das Angebot ab September regelmässig stattfinden.
Körperübungen auf christlichem Boden
Tai Chi stammt aus der chinesischen Philosophie und Kampfkunst, das Christentum aus einer ganz anderen geistlichen Tradition. Für Kaesler ist dennoch klar, in welchem Rahmen die Einführung stattfindet: «Es geht hier nicht um eine Einführung in fernöstliche Philosophie, sondern darum, Tai Chi kennenzulernen. Die Körperübungen finden auf christlichem Boden statt.» Jede und jeder bringe dabei den eigenen Hintergrund mit, unabhängig von der Konfession könnten alle mitmachen. Berührungspunkte sieht Kaesler etwa im inneren Frieden, in der Achtsamkeit, im Gebet, in der Stille und im Vertrauen – Werte, die sich in beiden Traditionen wiederfinden, auch wenn sich das Gottesverständnis grundlegend unterscheidet.
Atem, Körpergefühl und innere Harmonie
Im Zentrum der Übungen wie «Grand Tai Chi» oder «Carry the Cauldron» steht das Zusammenspiel von Bewegung und Atem. «Der Atem soll ganz natürlich mit der Bewegung mitfliessen», sagt Kaesler. Die Bewegungen selbst seien fliessend und ursprünglich – so, wie sie schon Kindern angeboren seien – und täten dem Körper gut, wenn sie richtig ausgeführt würden. Wichtig sei dabei auch der Blick: «Der Blick geht ins Grüne, nicht auf den Asphalt.» Bis zum dritten Termin soll eine ganze Übungssequenz stehen. Was Kaesler den Teilnehmenden vor allem mitgeben möchte, ist ein Gespür für den eigenen Körper: «Man soll auf seinen Körper hören und sich nach den Übungen unbeschwert fühlen.» Jeder Mensch bringe eine andere Sicht mit – durch die gemeinsamen Körperübungen finde man dennoch zu einer gemeinsamen Mitte, betont Jürgen Kaesler.
EMANUELA MANZARI
Einführung ins Tai Chi
Mit Jürgen Kaesler, katholisches Pfarreizentrum Elgg
Mittwoch, 12. August, 8.30 Uhr
Mittwoch, 19. August, 8.30 Uhr
Mittwoch, 26. August, 8.30 Uhr
Dauer: 15 Minuten
Ort: Wiese hinter dem Pfarreizentrum Elgg, bei Regen drinnen. Ein ökumenisches Angebot der katholischen und der reformierten Kirchgemeinde.