«Sugarfree-Challenge»: Fastenzeit ohne Industriezucker
07.02.2026 ElggDie Fastenzeit steht bevor – und mit ihr die Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren. Die katholische Pfarrei St. Georg lädt alle Interessierten ein, an der «Sugarfree-Challenge» teilzunehmen: 40 Tage bewusster Verzicht auf Industriezucker, inspiriert von ...
Die Fastenzeit steht bevor – und mit ihr die Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren. Die katholische Pfarrei St. Georg lädt alle Interessierten ein, an der «Sugarfree-Challenge» teilzunehmen: 40 Tage bewusster Verzicht auf Industriezucker, inspiriert von Ernährungsexperten, Philosophie, Literatur und spirituellen Impulsen.
Jürgen Kaesler Gemeindeleiter der Katholische Pfarrei Elgg war einige Zeit Leiter der Spitalseelsorge am Kantonsspital Winterthur. In dieser Funktion war er für das gesamte Spektrum der Stationen und Krankheitsbilder zuständig und stand im Austausch mit Ärzten. Heute erhalten viele Menschen ab 60 Jahren die Diagnose Diabetes. Wenn diese Entwicklung anhält, wird auch das Durchschnittsalter der Betroffenen weiter sinken. Durch seine Arbeit wurde Kaesler für dieses Thema sensibilisiert, das er als ein zentrales Zukunftsthema betrachtet.
So entstand die «Sugarfree-Challenge». Die Inhalte wurden auf Papier gebracht und sind offen für alle – nicht nur für Katholiken.
Am Kantonsspital Winterthur gab es beispielsweise auch im Rahmen des Ramadan Erfahrungen mit Menschen muslimischen Glaubens. Ziel der Challenge ist es, den Wert der Fastenzeit zu erkennen, alte Traditionen der Kirche aufzugreifen und die Menschen in dreifacher Hinsicht zu sensibilisieren: körperlich, geistig und spirituell.
Auch die Anzahl der Krebserkrankungen nimmt zu, und Ernährung spielt dabei eine wesentliche, bisher jedoch wenig erforschte Rolle. Intervallfasten ist bereits bekannt, aber die Challenge stellt eine besondere Herausforderung dar, die einen grossen Gewinn bringen kann – auch für Menschen, die nicht spirituell orientiert sind.
Die Teilnehmer machen das Experiment nicht völlig allein: Zu Beginn gibt es eine gemeinsame Sitzung, in der alles besprochen wird. In der Gruppe können sich die Teilnehmenden gegenseitig stärken und bei Rückschlägen unterstützen. Danach wird genau festgelegt, wie und wann man sich treffen möchte – die Teilnahme soll kein Stress, sondern eine Bereicherung sein.
Es gibt tägliche Rückmeldemöglichkeiten via Email oder Instagram, und wer möchte, kann sich zwei Mal in der Gruppe treffen oder online per E-Mail beziehungsweise Instagram-Kanal austauschen. Am 18. Februar beginnt die Fastenzeit, und für 40 Tage bis Karsamstag gibt es regelmässige literarische und philosophische Impulse.
EMANUELA MANZARI
Zwei Varianten der Challenge
Teilnehmende können zwischen zwei Zeiträumen wählen:
1. Ganze Fastenzeit (18. Februar bis Karsamstag, 4. April)
Vorteile: deutlicher Effekt auf Geschmackssinn, Energielevel und Gewohnheiten; das Verlangen nach Zucker nimmt nach 1–2 Wochen deutlich ab; ideal für einen Neustart oder nachhaltige Gewohnheitsänderung. Nachteile: anspruchsvoll im Alltag, erfordert Planung und Durchhaltevermögen.
2. Karwoche (29. März bis 4. April)
Vorteile: leichter umsetzbar, symbolischer Charakter, ideal zum Testen.
Nachteile: weniger nachhaltiger Effekt, Zucker-Gelüste kehren oft schnell zurück.
Ein Kompromiss ist möglich:
Während der Fastenzeit stark reduzieren, in der
Karwoche konsequent verzichten.
Wie die Challenge funktioniert
• Gemeinsamer Start mit persönlicher Intention
• Täglicher Impuls per Gruppe, Instagram oder
E-Mail: literarische, philosophische und biblische Anregungen
• Kein Druck bei Rückfällen – wichtig ist die
Kontinuität
• Abschluss mit Austausch über Erfahrungen und Erkenntnisse
Regeln im Überblick
• Verboten: weißer/brauner Zucker, Süssigkeiten, Kuchen, Softdrinks, Fertigprodukte mit zugesetztem Zucker
• Erlaubt: Obst und Trockenfrüchte in Massen, Honig oder Ahornsirup optional, selbstgekochte Mahlzeiten, Wasser, ungesüsster Tee oder Kaffee
• Gruppenregel: kein Vergleichen, keine Perfektion, Ehrlichkeit und Humor, gegenseitige Unterstützung.
Impulse für jeden Tag
Die Challenge begleitet die Teilnehmer mit Zitaten aus Philosophie, Literatur und der Bibel, um Achtsamkeit und Reflexion zu fördern. Zum Beispiel:
• «Gewohnheit ist der stärkste Feind der
Aufmerksamkeit.» (Simone Weil)
• «Man sieht nur mit dem Herzen gut.»
(Antoine de Saint-Exupéry)
• «Der Körper ist die erste Heimat.»
(Judith Butler) Diese täglichen Impulse sollen helfen, den eigenen Körper und Geist bewusst wahrzunehmen, statt automatisch zum Zucker zu greifen.
Warum Zuckerfrei?
Industriezucker steht für sofortige Befriedigung ohne nachhaltigen Effekt. Wer darauf verzichtet, lernt wieder, den eigenen Körper zu lesen, echte Bedürfnisse zu erkennen und Achtsamkeit zu üben. Zuckerfrei bedeutet nicht Einschränkung, sondern bewusstes Wahrnehmen – körperlich, mental und spirituell.
Mitmachen
Interessierte können sich bis bis Aschermittwoch, 18. Februar, unter kaesler@kathelgg.ch
anmelden. Treffpunkte können offline (einmal wöchentlich) oder online (Instagram/Email) vereinbart werden. Profitiere körperlich, geistig, spirituell! Start-Impuls am Montag, den 16. Februar, 19 Uhr im Pfarreizentrum Elgg
«Diese Zeit lädt ein, weniger zu konsumieren und mehr zu bemerken. Nicht süss, sondern wahr – das ist das Ziel», so Jürgen Kaesler abschliessend.

