Spicy Kitchen – Sound meets Food oder umgekehrt
05.03.2026 ElggMit «Aufregend, überraschend, prickelnd und ... passend zur Bechandra Küche» wurde das Konzert beworben. Passender hätte der Beschrieb nicht sein können. Die Gäste wurden am Donnerstag nebst dem wie immer köstlichen indischen Buffet von Kumar mit ...
Mit «Aufregend, überraschend, prickelnd und ... passend zur Bechandra Küche» wurde das Konzert beworben. Passender hätte der Beschrieb nicht sein können. Die Gäste wurden am Donnerstag nebst dem wie immer köstlichen indischen Buffet von Kumar mit überraschenden Klängen und Stilelementen aus den verschiedensten Erdteilen verwöhnt.
Es war das erste Konzert in diesem Jahr, das Spicy Soundkitchen spielten. Mit einem Mix aus verschiedenen Musikstilen, einer stimmgewaltigen Conny Resch und soliden Rhythmen von Omar Diadji ging es auf eine musikalische Reise. Oder wie Conny Resch es ausdrückte: «Es ist wie Chili und Schokolade. Eigentlich passt es nicht zusammen, ergibt aber einen entzückenden Gaumenschmaus.»
Nach ihrem Studium am Konservatorium in Zürich entdeckte Conny Resch in Granada ihre Leidenschaft für Blues und Black Music als Leadsängerin und Saxophonistin der «Bluesband de Granada». Nach vier Jahren verliess sie die Band und setzte ihr breitgefächertes Talent in zahlreichen Projekten ein: Als Songwriterin, Arrangeurin, Dirigentin, Pianistin, Saxophonistin, Backgroundund Leadsängerin sowie Bandleaderin. Heute lebt die Musikerin wieder in der Schweiz, unterrichtet und steht mit verschiedenen Formationen sowie einem Soloprojekt auf der Bühne.
Von Reggae über Blues zu Funk und Soul
Der fliegende Wechsel von Stilen und Emotionen wie auch Rhythmen und Sprache liess das Publikum fast etwas atemlos. Ich zumindest fühlte mich etwas wie Alice im Wunderland. Kaum träumte ich von einer Jazzbar auf einem noblen Kreuzfahrtschiff, landete ich in einem brasilianischen Karneval und fand mich kurz darauf an einem Feuer in einem Blechfass inmitten eines schwarzen Ghettos wieder, wirbelte im Kreis und sah Whoppi Goldberg in «Sister Act» vor mir, um von trinidadischen Steeldrums wieder zurückkatapultiert zu werden.
Die virtuose Keyboarderin spielte, wie sie verriet, auf einem extra grossen Keyboard, um einem Piano möglichst gerecht zu werden und nutzte alle musikalischen Facetten. Ihr Stück «Hope» handelte von Menschen und Umwelt. In «Time» besang sie den Tod ihrer Mutter, den körperlichen Zerfall und den Moment, in dem sogar die Farbe der Augen aus dem Menschen schwindet. Akrobatisch wurden Melodie, Sprache und Stimme eingesetzt; das Konzert war laut, leise, melancholisch, fordernd, sanft und wütend zugleich.
Rhythmen, die tragen
Während Conny Resch mit dem Publikum Achterbahn fuhr, hielt und trug der stets präsente Omar Diadji den Rhythmus und interpretierte ihn mit feinem Gespür. Mit Djembe, Cajon, Schlagzeug und Rasseln untermauerte, schmückte und akzentuierte er Stimme und Keyboard.
Omar Diadji, geboren in Dakar, fand durch einen Freund zum Schlagzeug und entwickelte seine musikalischen Fähigkeiten autodidaktisch weiter. In Barcelona vertiefte er sein Können an der Escuela de Música Moderna de Badalona und arbeitete mit seinem Mentor Kwame Adzraku John, einem Vertreter der Generation um Fela Kuti. Nach internationalen Tourneen liess er sich 2013 in der Schweiz nieder, wo er weiterhin mit vielen bekannten Formationen und Künstlerinnen und Künstlern arbeitet und Studioaufnahmen realisiert. Seine stilistische Bandbreite zeigt sich in der Vielfalt der Genres, in denen er sich bewegt.
Ein perfektes Duo
Nicht nur musikalisch ergänzten sich Conny Resch und Omar Diadji perfekt. Während der Stücke wurde zugezwinkert und gelacht und auch ausserhalb der Bühnenpräsenz harmonierten die beiden. Dies trug dazu bei, dass trotz der teils schweren Themen und melancholischen Melodien immer wieder auch Schalk und Freude spürbar blieben.
So war das Publikum am Konzertende nicht niedergeschmettert, aber sicherlich gefüllt mit Eindrücken. Um diese etwas sacken zu lassen, leisteten sich einige noch einen «Schlumi» im Bisto Bechandra, bevor es wohlgelaunt auf den Heimweg ging.
ANJA C. WOLFER BAKA

