Kürzlich konnte der Wasserverbund Schlatt-Elgg besichtigt werden. Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung. Sie erfuhren viele Details über die Entstehungsgeschichte und konnten sich von der Wasserqualität überzeugen.
Mehr als 60 Personen sind der Einladung am ...
Kürzlich konnte der Wasserverbund Schlatt-Elgg besichtigt werden. Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung. Sie erfuhren viele Details über die Entstehungsgeschichte und konnten sich von der Wasserqualität überzeugen.
Mehr als 60 Personen sind der Einladung am 26. September gefolgt, den Wasserverbund Schlatt-Elgg zu besichtigen.
Dank des guten Wetters haben sich die sportlichen unter ihnen entschlossen, mit dem Velo zu kommen und die weniger sportlichen konnten das Auto in einem Teilstück der Schäferstrasse parkieren und sich mit dem Shuttle-Bus zum Reservoir Oberschlatt chauffieren lassen. Dadurch wurde der motorisierte Verkehr von den Zufahrts- und Flurwegen ferngehalten.
Mehr als zehnjährige Entstehungsgeschichte
Kurz nach 13 Uhr konnte Dieter Schellenberg, ehemaliger Gemeinderat in Schlatt, die Teilnehmenden begrüssen. Er stellte kurz die Baukommission vor und übergab das Wort sogleich an André Budry, Ingesa AG, dem Projektverfasser und Projektleiter. Dieser umriss die mehr als zehnjährige Entstehungsgeschichte, die auch durch die Gemeindefusion Elgg-Hofstetten stark geprägt wurde, in kurzen Worten, denn im Jahr 2015 war Hofstetten noch nicht Teil der Gemeinde Elgg. Die damalige Ausgangslage war folgende: • Heisser Sommer/Herbst 2015/Wasserknappheit in Schlatt
• Abhängigkeit von den freizulaufenden Quellen im Bezugsgebiet
• Kein 2. Standbein/Bezugsort
• Sanierungsbedarf im Reservoir Hofstetten
• In Hofstetten zu geringer Wasserdruck an den Hydranten (GVZ)
Nach 2018 war die Gemeinde Elgg, inzwischen mit Hofstetten fusioniert, beteiligte Partei. Nach Verhandlungen in technischer wie auch finanzieller Hinsicht mit den beteiligten Gemeinden, hat sich die wohl sinnvollste Lösung herauskristallisiert. Zusammengefasst sieht das Projekt folgendermassen aus:
Die Gemeinde Zell gibt über das Reservoir Schwändi zusätzliches Wasser ab, das zum Reservoir Oberschlatt geleitet wird. Die folgenden Gewerke sind damit über den Grundwasserstrom des Tösstals verbunden. Die Nutzung der bisherigen Quellen wird natürlich beibehalten. Ein unterirdischer Brauwasserspeicher oberhalb Hofstetten, noch auf Schlatter Boden, sorgt für den nötigen Wasserdruck in Hofstetten. Die grössere Sanierung des Reservoirs Hofstetten zu einem Quellwasserpumpwerk (speist den unterirdischen Brauchwasserspeicher) rundet das Bauwerk zu einem Wasserverbund ab. Dem Vorhaben wurde im September 2022 von beiden Gemeinden zugestimmt, Kosten total: 2‘740‘000 Franken brutto. Vom AWEL in Aussicht gestellte Subvention: 650‘000 Franken. Die Schlatter und Hofstetter sind nicht mehr abhängig von der Ergiebigkeit ihrer eigenen Quellen und die Hofstetter haben einen höheren, komfortableren Wasserdruck – die Leitungen aber auch, wie man das in der ersten Zeit erfahren musste … (Leitungsbrüche).
Das Bauwerk konnte bereits unmittelbar nach der Vollendung in diesem Frühsommer seinen Nutzen unter Beweis stellen, denn dieser Sommer hätte die Gemeinden zu speziellen Massnahmen gezwungen.
Geschmack des Wassers probiert
Nun galt es den interessierten Personen die Anlagen des Wasserverbundes zu zeigen. Ein mit den Stationen beschriftetes Wasserglas wurde abgegeben, damit sich jeder Besucher am Probehähnli an den einzelnen Orten vom Geschmack des erfrischenden Wassers überzeugen konnte. Das Probehähnli dient normalerweise zur Entnahme von Wasserproben, Trinkwasser wird ja regelmässig überprüft. Einige der Besucher machten sich, bei diesem schönen Wetter, zu Fuss von Oberschlatt auf den Weg, zum Brauwasserspeicher und von dort zum Reservoir Hofstetten und andere nahmen wiederum den Bus. Zum Abschluss gab es auch andere Getränke und eine Wurst mit Brot.
Angeregte Diskussionen unter den Besuchern und mit beteiligten Fachleuten entstanden. Nach und nach machten sich die Besucherinnen und Besucher, beeindruckt von den gewonnenen Erkenntnissen, auf den Heimweg, und einige packten die Gelegenheit, ein letztes Mal bei Familie Schaufelberger in der «Gumele» vorbeizuschauen. Ein zufriedenes OK schaut zurück.
HANSRUEDI MIETHLICH