Zum neunten Mal fand am 27. Mai der Schweizer Vorlesetag statt – auch im Aadorfer bücherchorb.ch verwandelte sich eine bekannte Figur aus der Kindheit in eine Botschafterin fürs Lesen.
Der schweizerische Vorlesetag ist ein jährlicher Aktionstag, der zeigt, wie wichtig ...
Zum neunten Mal fand am 27. Mai der Schweizer Vorlesetag statt – auch im Aadorfer bücherchorb.ch verwandelte sich eine bekannte Figur aus der Kindheit in eine Botschafterin fürs Lesen.
Der schweizerische Vorlesetag ist ein jährlicher Aktionstag, der zeigt, wie wichtig und wie schön Vorlesen sein kann. Kinder, denen täglich vorgelesen wird, entwickeln einen grösseren Wortschatz und lernen leichter lesen und schreiben.
Letzte Woche am Mittwoch war es wieder so weit: Überall in der Schweiz luden Bibliotheken, Museen, Verlage, Buchhandlungen, Schulen und Kindergärten zum gemeinsamen Vorlesen ein. So auch der büecherchorb.ch in Aadorf.
Organisiert wurde die Aktion von Anschi Inauen, die bis vor kurzem als Geschäftsführerin des bücherchorb.ch tätig war. Mit viel Herzblut und einer gehörigen Portion Spontanität übernahm sie selbst die Bühne: «Man weiss ja nie, wie viele Kinder kommen. Und anstatt extra eine Vorlesefee zu engagieren und noch Gage zu bezahlen, mache ich das einfach selbst», erzählt sie schmunzelnd.
Und so entstand sie: die «fast echte Pippi» – eine liebevolle Hommage an Astrid Lindgrens unvergessliche Heldin Pippi Langstrumpf. «Pippi passt einfach für alle», sagt Inauen überzeugt. «Für Mädchen, für Knaben und erst recht für Erwachsene. Kaum jemand hat keine Verbindung zu Pippi aus der Kindheit oder Jugend.»
Pippi spielt Fangen mit Polizisten
Trotz der warmen Temperaturen fanden sich einige Kinder im bücherchorb.ch ein, liessen sich auf den Sitzsäcken nieder und warteten gespannt, was Pippi diesmal anstellen würde. In der vorgelesenen Geschichte versuchen zwei Polizisten, Pippi ins Kinderheim zu bringen. Doch Pippi hat darauf überhaupt keine Lust – und macht kurzerhand ein Spiel daraus. Sie klettert aufs Dach, neckt die Beamten und ist ihnen in jeder Hinsicht überlegen: schneller, schlagfertiger, freier. Am Ende geben die Polizisten auf. Pippi bleibt, was sie ist: ungebunden, unerschrocken, glücklich in ihrer Villa Kunterbunt.
Wer weiss – vielleicht hat der eine oder die andere an diesem Nachmittag nicht nur eine Geschichte gehört, sondern auch ein bisschen Pippi in sich entdeckt.
DANIELA RÖTHLISBERGER