Wie jedes Jahr, seit ich in Elgg beheimatet bin, habe ich mir auch in diesem Sommer ein Saisonabo fürs Schwimmbad gelöst. Nicht nur um das hiesige Gewerbe zu unterstützen, was mir sehr am Herzen liegt, sondern einfach auch, weil ich das Schwümbi sehr toll finde. Dafür ...
Wie jedes Jahr, seit ich in Elgg beheimatet bin, habe ich mir auch in diesem Sommer ein Saisonabo fürs Schwimmbad gelöst. Nicht nur um das hiesige Gewerbe zu unterstützen, was mir sehr am Herzen liegt, sondern einfach auch, weil ich das Schwümbi sehr toll finde. Dafür gibt es viele unterschiedliche Gründe.
Da wäre einmal die Lage: Ein wenig ausserhalb des Dorfs, zwischen Feld und Wald gelegen, ist das Schwimmbad wie eine kleine Oase mitten in der Natur. Schon die Fahrt mit dem Velo dorthin, ist für mich eine Art Abschalten von meinem manchmal doch recht stressigen Alltag, den ich für einen Augenblick hinter mir lassen kann. Am Ententeich vorbei, öffnet sich die Landschaft und mein Blick wird weit. Eine Mischung aus innerer Ruhe und Zufriedenheit macht sich in mir breit, die sich wenige Minuten später mit der Vorfreude mischt, gleich einige Längen im kühlen Nass schwimmen zu können.
Doch davor kommt noch die Begrüssung: ein weiteres Plus. Ich werde immer herzlich vom neuen Küchenteam, Kamrul Kamruzzaman und seiner Frau Giusy, empfangen, als würde ich zur Familie gehören. Klar, ich komme mehrmals in der Saison vorbei, aber dass man mich schon nach dem zweiten Schwümbibesuch derart nett willkommen heisst sowie verabschiedet, erlebte ich bisher selten in Bädern.
Sowieso ist hier das Miteinander – auch unter den kleinen und grossen Badegästen – um einiges freundlicher als an anderen Orten. Hier nimmt man Rücksicht aufeinander, grüsst sich, selbst im Vorbeischwimmen, hält ein Schwätzchen zwischendurch oder trifft sich einfach auf einen Kaffee oder zum feinen Mittagessen. Ich bin noch nicht in allen Badis der Schweiz gewesen, aber doch in einigen im Raum Winterthur und Zürich, wo es meist hektischer und unpersönlicher zuging.
Es ist einfach gemütlicher im Schwümbi Elgg. Weniger überfüllt – selbst in der Ferienzeit findet sich immer eine Lücke für eine Bahnenschwimmerin wie mich. Absolut stressfrei – die Gäste, die hierhin kommen, bringen Zeit mit. Das spürt man und das überträgt sich. An Tagen, an denen es im Wasser ein bisschen enger und lauter wird, weil beispielsweise die Begeisterung der Kinder über den «Strudel» besonders gross ist, gönne ich es ihnen und lese in der Zwischenzeit halt ein gutes Buch.
Denn das Schwümbi lädt einfach auch zum Verweilen ein – vor dem Baden, zwischendrin und hinterher. Gerne sitzt es sich hier noch unter dem Blätterdach beim Kiosk, einem schattigen Baum oder auf der neuen Steintribüne mitten im Grünen, unweit des Beckenrands. Hier kann jede und jeder die Seele baumeln lassen, bis vor Kurzem (fast) bei endlos Sonnenschein in diesem Sommer. Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt? Oder, um es mit den Worten des Küchenchefs Kamrul zu sagen: «Wir sind als Team so multikulturell, womit wir doch schon genug internationales Flair bieten.» Recht hat er. Auf ins Schwümbi!
SARAH STUTTE