Rendezvous mit dem charmanten Belgien live in Elgg
14.02.2026 ElggRund um den Globus, ohne Elgg zu verlassen – dank Rosmarie Hirt. Am vergangenen Mittwochabend nahm die Weltenbummlerin ihr Publikum in der Gemeindeund Schulbibliothek Elgg mit auf eine filmische Reise durch das belgische Königreich. Das Expeditionsporträt bot nicht nur ...
Rund um den Globus, ohne Elgg zu verlassen – dank Rosmarie Hirt. Am vergangenen Mittwochabend nahm die Weltenbummlerin ihr Publikum in der Gemeindeund Schulbibliothek Elgg mit auf eine filmische Reise durch das belgische Königreich. Das Expeditionsporträt bot nicht nur stimmungsvolle Bilder, sondern auch überraschende Einblicke in ein oft unterschätztes europäisches Nachbarland, dessen höchster Punkt mit seinen gerade einmal 694,24 Metern über dem Meeresspiegel sogar unterhalb unseres Schauenbergs liegt.
Seit mehr als zehn Jahren begeben sich Rosmarie Hirt und ihr Ehemann Roland mit dem gemeinsamen Wohnmobil auf immer neue Entdeckungsreisen durch Europa oder erkunden per Flugpost weitere Fernen. Dabei hält sie ihre Erlebnisse videografisch fest. Ihr aktuelles Werk über Belgien entstand während einer rund zweiwöchigen Reise im Frühsommer 2025 durch Wallonien und Flandern, auf welcher das Ehepaar knapp 2000 Kilometer zurücklegte.
«Ich filme ohne Drehbuch einfach das, was wir unterwegs erleben», erklärte die Hobbyregisseurin im Gespräch mit der «Elgger/Aadorfer Zeitung». Anders als klassische TV-Reiseformate verzichtet sie bewusst auf Interviews und Inszenierungen und setzt stattdessen auf individuelle Eindrücke und interessante Beobachtungen. Mit wachsamem Blick hält Rosmarie Hirt jeweils fest, was ihnen unterwegs begegnet: abwechslungsreiche Landschaften, historische Zentren, technische Meisterwerke und alltägliche Szenen.
Auf die Frage, was der ausschlaggebende Impuls war, dieser Region eine besondere Bühne zu geben, meinte die Filmemacherin: «Gerade weil das Land – abgesehen von Brüssel durch die EU – nicht sehr bekannt ist, haben wir Belgien gewählt. Viele waren noch nie dort, und ich wollte Brüssel schon lange einmal selbst sehen.»
Natur und Grossstadt
Die bildbewegte Reise führte zunächst durch die französischsprachige Wallonie im Süden mit Halt in Dinant und Namur, vorbei am monumentalen Schiffshebewerk von Strépy-Thieu am Canal du Centre. Dieses ist das grösste Hebewerk Europas und lässt Schiffe eine Höhe von 73 Metern überwinden, wie die Zuschauerinnen und Zuschauer erfuhren.
Die zu früheren Zeiten oft gebeutelte Stadt Dinant wartete zudem als musikalisches Erbe von Adolphe Sax, dem Erfinder des Saxofons, mit zahlreichen Skulpturen im Stadtbild auf.
In Brüssel standen der prachtvolle Grand-Place, von wunderschönen Zunft- und Gildehäusern umrahmt, das 1958 für die Expo erbaute Atomium und das Europaviertel im Fokus, gemeinsam mit der Basilique Nationale du Sacré-Coeur, der weltweit fünftgrössten Kirche, bevor es weiter an die knapp 70 Kilometer lange belgische Nordseeküste ging.
So kamen die Gäste in den Genuss beeindruckender Stationen im nördlichen Blankenberge, Ostende und De Haan und entdeckten die Vielfalt Flanderns einerseits mit seiner topfebenen Landschaft und den Dünen, andererseits durch den mittelalterlichen Altstadtkern von Brügge und die kulturhistorisch bemerkenswerte Architektur in Gent, wo sich das meistgestohlene Kunstwerk, der Genter Altar, befindet. Den Abschluss bildete Antwerpen, die grösste Metropole Belgiens, mit ihrem internationalen Hafen, dem Diamantenviertel und dem imposanten, autofreien Sankt-Anna-Tunnel, der den Schelde-Fluss unterquert. Sogar eine moderne Fahrrad-Waschanlage steht dort für die ökologische Fitness zur Verfügung.
Überraschende Fakten
Neben Landschaften und Ortschaften vermittelte der Vortrag auch Wissenswertes über Belgien. Flamen und Wallonen seien in ihrem Wesen sehr unterschiedlich, was politisch oft Schwierigkeiten mit sich bringe und die Regierungsbildung erschwere, informierte Rosmarie Hirt.
Einige Besucherinnen und Besucher zeigten sich überrascht, dass das Land mit rund zwölf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern drei offizielle Landessprachen hat: Französisch, Flämisch und Deutsch. Die parlamentarische Monarchie erstreckt sich über eine Fläche von 30’000 Quadratkilometer, die Belgier leben verhältnismässig somit auf deutlich engerem Raum als wir Eidgenossen.
Ausserdem muss sich unser Schweizer Heimatland in puncto Produktion des «süssen Goldes» hintenanstellen. Belgien hat dank seiner zahlreichen Chocolatiers die Nase vorn und verwöhnt nebst feinster Schokolade mit weiteren Leckereien wie den beliebten Waffeln, fingerdicken Pommes frites und einer beachtlichen Bierkultur.
Langjährige Tradition
Die Vorführung fand im vertrauten Rahmen der Gemeinde- und Schulbibliothek Elgg statt. Rosmarie Hirt arbeitete dort während 23 Jahren, und aus dieser Zeit entstand auch die Idee, ihre Werke öffentlich zu zeigen. Was einst als kleine Initiative begann, hat sich zu einer beliebten regionalen Veranstaltung entwickelt. Der Belgien-Abend fügte sich nahtlos in diese Reihe ein und bot einen spannenden Blick auf ein keineswegs unscheinbares Europa.
Hirts Reisepläne gehen weiter: Nach Nordspanien steht Thailand auf der «Bucketlist» – Die nächsten Abenteuer sind also bereits in Aussicht.
SARAH UTZINGER




