Die Gewaltanwendung weltweit ist erschreckend. Gefühlt brennt es an allen Ecken und Enden. Dabei spüre ich in mir Ohnmacht und Trauer über all dem Leid, gleichzeitig aber auch den Wunsch nach echtem, nachhaltigem Frieden.
Der Bundesrat hat in jüngsten Konflikten oft ...
Die Gewaltanwendung weltweit ist erschreckend. Gefühlt brennt es an allen Ecken und Enden. Dabei spüre ich in mir Ohnmacht und Trauer über all dem Leid, gleichzeitig aber auch den Wunsch nach echtem, nachhaltigem Frieden.
Der Bundesrat hat in jüngsten Konflikten oft entschieden, internationale Sanktionen mitzutragen, um Solidarität zu zeigen. Das ist zwar verständlich, doch hat das weitreichende Folgen: Wir reihen uns so ungewollt in die Logik von «Freund» und «Feind» ein und verlieren unsere Glaubwürdigkeit als unabhängige Schlichtungsstelle.
Es mag für Betroffene von Gewalt im ersten Moment wie fehlende Solidarität wirken, wenn die Schweiz auf Sanktionen verzichtet. Doch unsere Welt braucht nicht nur Akteure, die wirtschaftlich oder militärisch Position beziehen. Sie braucht ebenso dringend verlässliche, neutrale Orte, wo das Verarzten von Wunden, humanitäre Hilfe und schliesslich Friedensverhandlungen überhaupt noch möglich sind.
Diese Haltung ist kein Wegschauen, sondern ein aktiver, zutiefst notwendiger Dienst an den Opfern.
Die Initiative verlangt einen schmerzhaften Schnitt: Sie untersagt eigenmächtige Sanktionen (UNO-Sanktionen bleiben bestehen) und verbietet Bündnisse im Vorfeld eines Angriffs. Das erfordert den Mut, Spannungen und Kritik auszuhalten. Diese Bereitschaft und die Zustimmung zur Neutralitätsinitiative sind meine Möglichkeiten, zu Versöhnung und Frieden in dieser Welt beizutragen.
Darum: Ja zur Initiative.
ANDREAS SIGRIST,
KANTONSRAT EDU TG