NACHGEFRAGT - Januarloch oder Neustart? Wie erlebst Du den Jahresbeginn, was bedeutet er für Dich?
13.01.2026Für mich ändert sich mit dem Jahreswechsel vor allem die Jahreszahl – die Erde dreht sich wie bisher. Sich selbst weiterzuentwickeln, sollte meiner Ansicht nach eine dauernde Aufgabe sein und nicht nur ein Vorsatz zu Neujahr.
Jeder Tag bringt neue Herausforderungen, ...
Für mich ändert sich mit dem Jahreswechsel vor allem die Jahreszahl – die Erde dreht sich wie bisher. Sich selbst weiterzuentwickeln, sollte meiner Ansicht nach eine dauernde Aufgabe sein und nicht nur ein Vorsatz zu Neujahr.
Jeder Tag bringt neue Herausforderungen, Prüfungen, aber auch Chancen mit sich. Da ich allgemein gut organisiert bin, kenne ich kein Januarloch. Das Geld für wiederkehrende Jahresrechnungen lege ich monatlich zur Seite. So kann ich den 13. Monatslohn gezielt für andere Zwecke einsetzen beziehungsweise investieren. In der Firma (Energieversorgungsunternehmen) nehme ich jedoch wahr, dass zu Jahresbeginn bei einigen Mitarbeitenden eine gewisse Trägheit und Antriebslosigkeit spürbar ist.
URS, 44 JAHRE, AADORF
Für mich ist es immer schön, wenn ich das neue Jahr gemütlich schlafend starten kann, statt bis Mitternacht «warten» zu müssen. Am liebsten geniesse ich einen gemütlichen Abend zuhause mit Mami und Papi.
Wenn es zum Beispiel gerade nicht so ein tolles Jahr war, glaube ich daran, dass es ein besseres Jahr wird. Aber im Grossen und Ganzen finde ich, dass es stets nur ein Jahr mehr ist und man jeden Tag geniessen soll, weil er ein Geschenk ist.
Im 2026 werde ich 10 Jahre alt und so ist dieses neue Jahr was Spezielles für mich.
LYDIA, 9 JAHRE, WITTENWIL
Das sogenannte Januarloch kenne ich vor allem als Erzählung, obwohl es natürlich in aller Munde ist. Für mich ist der Jahresbeginn eher eine Phase der Neuausrichtung als des Mangels. Noch dunkel, noch ruhig – aber voller Richtung. Neustart heisst für mich nicht unbedingt Euphorie, sondern bewusst weitergehen. In Bewegung bleiben, ohne die eigenen Grenzen zu ignorieren. Das ist meine Form von Zuversicht.
Als Selbständigerwerbender (wanderidee.ch) spüre ich Ende Jahr bei den (potenziellen) Gästen ein gesteigertes Bedürfnis, doch auch endlich (oder wieder) mal auf Wanderungen oder Schneeschuhtouren mitzukommen – also ein durchwegs positiver Schub. Diese Euphorie flacht dann meistens gegen März wieder etwas ab, sodass man für den Frühling neue Anstrengungen unternehmen muss.
Als Angestellter im Bereich Mediendesign/Marketing für Wärmebildtechnik ist der Januar eher ein umsatzschwächerer Monat, aber im Hinblick auf die Messezeit (Februar/März) steigt auch die Kaufbereitschaft für Wärmebildkameras meistens wieder an.
MARTIN, 50 JAHRE, AADORF
Ein Januarloch kenne ich nicht. Nach den Festtagen ist bei mir bei der Arbeit viel los und auch privat stehen einige Termine an. Der Alltag dauert bei uns gerade drei Wochen und die nächsten Ferien sind wieder da. Wenn ein Loch kommt, dann eher im Februar. Falls ja, ist das eine gute Zeit, um sich Zeit für sich selbst zu nehmen.
In unserem Unternehmen herrscht das ganze Jahr über ein hohes Arbeitsaufkommen im Bereich Elektroinstallationen. Ende November stehen die Jahresabschlüsse an, im Januar folgt die Buchhaltung, um alles abzustimmen und für die Revision vorzubereiten. Kundenaufträge sind bei uns nicht saisonabhängig. Auf den Baustellen ist es zu Jahresbeginn zwar etwas ruhiger, da viele Mitarbeitende noch bis Mitte Januar Ferien haben, insgesamt bleibt der Betrieb jedoch gut ausgelastet.
MELANIE, 39 JAHRE, MATZINGEN
Als Selbstständigerwerbender (Musikproduzent, Fotograf) nutze ich das Januarloch bewusst, um die gesamte Administration für das neue Jahr aufzusetzen, meiner kreativen Muse Raum zu geben und nicht sofort wieder im Vollgas-Modus zu starten. Gerade nach dem intensiven Jahresende schätze ich diesen ruhigeren Einstieg sehr.
Für mich markiert der Jahresbeginn auch eine Art Zenit: ein Moment, um innezuhalten und rückblickend zu reflektieren, was gut gelaufen ist und wo ich mich verbessern kann. Die Idee von guten Vorsätzen fürs neue Jahr finde ich grundsätzlich sinnvoll. Allerdings verfällt man oft schnell wieder in alte Muster. Vielleicht sollte der wichtigste Vorsatz deshalb sein, die gefassten Vorsätze auch tatsächlich umzusetzen. Dabei hilft es, die Ziele nicht zu hoch anzusetzen und Schritt für Schritt vorwärtszugehen. Mit zunehmendem Alter gelingt mir das immer besser – dank wertvoller Lebenserfahrung und einem realistischeren Blick auf mich selbst. Mit neuen Zielen und Vorsätzen, insbesondere auch im Umgang mit meinen Mitmenschen, ins neue Jahr zu starten, empfinde ich als schön und wichtig.
ANDREAS, 54 JAHRE, WITTENWIL
Ich geniesse diese Zäsur, wenn etwas abgeschlossen ist und etwas Neues beginnt. Es wird mir dann jeweils wieder bewusst, was für ein riesiges Feld voller Möglichkeiten sich mir eröffnet. Es liegt meist an mir, diese Chancen zu packen und etwas daraus zu machen. In meinem Alter, wenn man nichts mehr muss, sondern nur noch kann, geniesse ich es, frei entscheiden zu können. Keine Berufsanforderungen, kein Karrieredenken, kein Beweisen müssen, nur einfach sinnvoll tätig sein: Das steht für mich im neuen Jahr im Zentrum.
Dazu kommt aber auch, dankbar zu sein: Für die Familie, für positive Mitmenschen, für Gesundheit, für ein Land in Frieden und Sicherheit, kurzum: Für so viel Positives, das nicht Selbstverständlich ist. Und dann ist da noch die Hoffnung, dass es besser wird: In den Kriegs- und Konfliktzonen, in der Schere von arm und reich, im gegenseitigen Verständnis und Umgang, in Klima- und Umweltfragen, in Freiheit und Menschenrechten usw. Es gibt viel zu tun, auch im neuen Jahr. Es liegt an uns, aktiv zu sein.
WALTER, 70 JAHRE, AADORF
Ich muss sagen, diese Frage ist für mich gar nicht so einfach zu beantworten. Einerseits ist der Jahreswechsel ein freudiges Zeichen dafür, dass Neues beginnt und ein vergangenes Jahr – insbesondere schwierige Erfahrungen oder traurige Phasen – abgeschlossen wird. Andererseits empfinde ich die ersten Wochen des neuen Jahres oft als etwas mühsam, da sie sich noch nicht richtig eingespielt anfühlen und alles erst langsam wieder ins Rollen kommt. Zudem sehne ich mich bereits im Januar nach dem Frühling mit seinen sonnigen, warmen und bunt blühenden Tagen. Trotzdem steht ein neues Jahr für mich auch für Hoffnung, Vorfreude und die Spannung darauf, was es für mich und meine Familie bereithält. Ein finanzielles Januarloch kenne ich glücklicherweise nicht und beruflich (Sozialversicherung) spüre ich ebenfalls keinen nennenswerten Unterschied zu anderen Monaten. Abschliessend würde ich daher sagen: Es ist wohl eine Mischung aus beidem – Januarloch und Neustart.
SHARON, 32 JAHRE, WÄNGI





