Musikalische Sternstunden zum Jubiläum
02.04.2026 AadorfDie zehnte Ausgabe der Hänkiturm Classics begeisterte an zwei Wochenenden mit einem hochkarätigen Jubiläumsprogramm, das die faszinierende Vielfalt der klassischen Musik in allen Facetten zum Leuchten brachte.
Stimmungsvolle LED-Kerzenlichter führten das ...
Die zehnte Ausgabe der Hänkiturm Classics begeisterte an zwei Wochenenden mit einem hochkarätigen Jubiläumsprogramm, das die faszinierende Vielfalt der klassischen Musik in allen Facetten zum Leuchten brachte.
Stimmungsvolle LED-Kerzenlichter führten das erwartungsvolle Publikum über viele Treppenstufen in das wunderschöne Ambiente des Hänkiturms. Gern liessen sich die begeisterten Besucher vom 20. bis 28. März im akustikstarken Saal in die musikalische Welt voller Poesie, Virtuosität und Ausdruckskraft entführen. Momente zum Innehalten, Träumen und Geniessen. Unter dem Motto «Alte Meister, neue Freunde» vereinen sich nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler zu einem inspirierenden Klangbogen. Sechs aussergewöhnliche Konzerte, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch durch ihre Intensität und künstlerische Strahlkraft miteinander verbunden sind. Das fulminante Konzertprogramm spannt weite Bogen ̶ von Barock über Romantik bis in die Gegenwart, ergänzt durch eine herausragende Jazz-Night und zwei Nachmittagskonzerte der «Young Local Talents». Jeder Abend hatte seine eigene Magie, jeder Moment seine besondere Klangfarbe. Die gut besuchten Konzerte boten den tief beeindruckten Besucherinnen und Besucher hohen Genuss und viele Emotionen. Als kleines Dankeschön an die treuen Musikfreunde, hat man sich im Jubiläumsjahr entschlossen, die Anzahl der üblichen drei Konzerte zu verdoppeln.
Musik auf allerhöchstem Niveau
Schon der Eröffnungsabend mit Katrin und Werner Unterlercher liess erahnen, wie hochkarätig das Jubiläumsprogramm zusammengesetzt wurde. Das mit viel Leidenschaft und Freude spielende Duo versteht es, mit Harfe und Kontrabass ein mitreissendes musikalisches Feuerwerk auszulösen. Für einen hohen Genussfaktor sorgte am zweiten Abend das Klavierrezital des deutschen Ausnahme-Pianisten Caspar Frantz, der sich mit Barock, Klassik und Musik des frühen 20. Jahrhunderts in die Herzen des Publikums spielte. Mit einer aussergewöhnlichen Klangkultur begeisterte am Sonntag das Oliver Schnyder Trio mit «Bohemian Rhapsodies». Klavier, Violine und Violoncello verschmelzen dabei oft zu einem fein abgestimmten Ganzen, so als würde nur ein einziges Instrument erklingen. Die atemberaubende Harmonie des Schweizer Trios bescherte dem Publikum einzigartige Genussmomente. Mit den böhmischen Meisterwerken sei ein langgehegter Wunsch des Hänkiturm-Teams in Erfüllung gegangen, freut sich Peter Zweidler.
Weltklasse im Hänkiturm
Dem zweiten Festival Wochenende schaute man nicht weniger euphorisch entgegen.
Dies mit gutem Grund, standen doch wiederum drei hochstehende Konzerte auf dem Programm. Chico Freeman, einer der bedeutendsten Saxophonisten unserer Zeit, bescherte dem Publikum zusammen mit dem Schweizer Bass-Grossmeister Heiri Känzig und Percussion-Maestro Reto Weber anlässlich der Jazz Night ein unter die Haut gehendes Klangerlebnis. Eine mitreissende Fusion aus Jazz, Weltmusik und sinnlicher Rhythmik. Zweimal verhinderte Corona den Auftritt des «Vienna Reed Quintet», am Freitag sorgten sie als Ausnahmeerscheinung am Bläserhimmel mit einzigartigem Sound und erfrischendem Musikbilderbogen für nachhaltigen Eindruck. Die unter die Haut gehenden Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach auf fünf Blasinstrumenten hüllten den Raum in andächtige Stille. «Löcher im Himmel», erstmals in der Schweiz aufgeführt, zog das Publikum wie ein leuchtender Himmelsspalt in seinen Bann. Das Manesse Quartett wob Klangteppiche voller Nuancen, jeder Bogenstrich erzählte von Licht, Schatten und viel Gefühl. Der krönende Abschluss einer hochkarätigen Jubiläums-Konzertreihe, die noch lange nachhallen wird. An zwei Nachmittagskonzerten gehörte die grosse Bühne den jungen Talenten aus der Region. So beeindruckte die Musikschule Aadorf wie auch das Konservatorium Winterthur mit grossartigem Können und der gemeinsamen Freude am Musizieren.
Auf Sponsoren angewiesen
Michel Gehring, Präsident des Vereins Hänkiturm Classics, wie auch Tigran Avakian als künstlerischer Leiter, ziehen nach der sechsteiligen Jubiläums-Konzertreihe eine positive Bilanz. «Zu sehen, was solche Musik auszulösen vermag, wie viel Freude und Emotionen hochkarätige Konzerte mit sich bringen, ist wohl der schönste Lohn», fasst es Gehring zusammen. Die grosse Wertschätzung des Publikums, die sich auch auf den von Sponsoren offerierten Pausen-Apéro richtete, sei Ansporn genug, um weiterzumachen. Ein herzliches Dankeschön richtet das motivierte Hänkiturm-Team mit Peter Zweidler an langjährige Sponsoren, an die TKB als Hauptsponsor sowie an die Schirmherrschaft von Hansjörg Brunner, Fairdruck AG, Sirnach. «Ohne diese Zuwendungen wäre das Ganze nicht zu stemmen, allein von den Konzerteinnahmen würde die Rechnung nicht aufgehen», betont Michel Gehring, der sich freut, dass die Zusammenarbeit im vor zwei Jahren verjüngten Team so reibungslos funktioniert.
CHRISTINA AVANZINI


