In fortgeschrittenem Alter kann man immer noch munter und fröhlich sein. Dies bewiesen kürzlich 27 Jahrgängerinnen und Jahrgänger im Hotel & Restaurant Heidelberg in Aadorf.
Zum 12. Jahrgangsreffen waren 50 Personen des Jahrgangs 1945 angeschrieben worden. ...
In fortgeschrittenem Alter kann man immer noch munter und fröhlich sein. Dies bewiesen kürzlich 27 Jahrgängerinnen und Jahrgänger im Hotel & Restaurant Heidelberg in Aadorf.
Zum 12. Jahrgangsreffen waren 50 Personen des Jahrgangs 1945 angeschrieben worden. «Allerdings ist es nicht leicht gewesen, zu den aktuellen Adressen zu kommen. Aus Datenschutzgründen haben wir alle Hebel in Bewegung setzen müssen, um von der Gemeinde die gewünschten Anschriften zu erhalten. Doch der Aufwand hat sich gelohnt», sagt Elisabeth Wirz, die zusammen mit Maya Tarnutzer die Organisation an die Hand genommen hatte.
Die Stimmung bei den Teilnehmenden liess dann auch keine Wünsche offen. Nach einem feinen Mittagessen wurde gesungen, getanzt und natürlich auch geplaudert, gespickt mit nostalgischen Episoden aus vergangenen Zeiten. Im Hintergrund überraschte Alterskollege Ernst Müllhaupt das Publikaum an seinem Key Board mit bekannten volkstümlichen Weisen. Die Zuhörenden schienen die Melodien zu mögen, vor allem die bekannten volkstümlichen Lieder, die als Gassenhauer in den Ohren nachklangen.
Im Alter entdeckte Gabe
«Die Liebe zur Musik entdeckte ich erst spät. Ein halbes Dutzend Musikstunden auf dem Key Board genügten, um öffentlich aufzutreten, sei es an Geburtstagen, in Altersheimen oder Restaurants», sagt Ernst Mühlhaupt. Mit Erfolg: 17 Auftritte sollen es bisher gewesen sein. Der pekuniäre Gedanke stehe dabei nicht im Vordergrund, «ich spiele auch für einen kleinen Obolus oder gar gratis», so der Guntershauser.
In seinem Leben hat er einige Umbrüche erlebt. Sein Lebensentwurf hört sich bemerkenswert an, denn er birgt auch einige Überraschungen. Als Zimmermann machte Müllhaupt eine Anlehre, was ihn nicht hinderte, im späteren Leben drei Häuser zu bauen. Ein Unfall auf dem Bau verunmöglichte ihm jedoch, seine berufliche Tätigkeit fortzusetzen. Nach einer Umschulung betätigte er sich in der Folge während 20 Jahren als Lastwagen- und Carchauffeur. Mit 45 Jahren wurde er Hauswart bei der TKB Aadorf.
Ernst Müllhaupts Credo gilt der Sonnenenergie, denn diesem umweltfreundlichen Stromspender hat er sich mit Überzeugung verschrieben. «Ich bin sozusagen autark, was die Versorgung mit Wärme im Haus und den Stromverbrauch bei der Fahrt mit dem Auto anbetrifft», erklärt der 81-Jährige mit sichtlichem Stolz. Danach griff er wieder in die Tasten, was der frohgemuten Stimmung zuträglich war.
KURT LICHTENSTEIGER