«Mord im Bluemehof»: Die Theatergäng Hagenbuch ist zurück
17.03.2026 HagenbuchEs ist wieder so weit. Das neue Stück der Theatergäng Hagenbuch steht in den Startlöchern. Scheinwerfer an, Vorhang auf: Am Wochenende des 27. und 28. März wird die Bühne der Mehrzweckhalle Hagenbuch zum Tatort, wenn es heisst: «Mord im Bluemehof».
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Es ist wieder so weit. Das neue Stück der Theatergäng Hagenbuch steht in den Startlöchern. Scheinwerfer an, Vorhang auf: Am Wochenende des 27. und 28. März wird die Bühne der Mehrzweckhalle Hagenbuch zum Tatort, wenn es heisst: «Mord im Bluemehof».
Seit mehr als zwei Jahrzehnten fester Bestandteil der Theatergäng, nahm sich Adrian Steinemann Zeit für ein Gespräch mit der «Elgger/Aadorfer Zeitung».
Adrian Steinemann steht nicht nur regelmässig auf der Bühne, sondern gestaltet das Theater auch hinter den Kulissen mit – ob als Bühnenbildkünstler oder sogar als Regisseur und Tontechniker.
Im Interview spricht er über seine Leidenschaft fürs Theater, den besonderen Zusammenhalt innerhalb der Theatergäng und warum er nach all den Jahren noch immer mit Herzblut dabei ist.
Adrian, wie hat dich das Theaterfieber gepackt?
«Ich bin da sozusagen reingerutscht», erzählt er schmunzelnd. Während seiner Schulzeit in Elgg besuchte er das Freifach Theater. «Es hat mich stets gereizt, vor Publikum zu stehen und ‹chli e grossi Röhrä zha›.» Mit jungen 17 Jahren sprang er auf Anfrage von Fritz Wiesendanger kurzfristig in einer Produktion des damals noch Gemischten Chors Schneit ein. «Und bis heute gefällt mir das Theaterspielen sehr.»
Was macht die Theatergäng Hagenbuch aus deiner Sicht besonders?
Für Adrian ist es vor allem der familiäre Charakter. «Wir kennen uns grösstenteils seit jeher, ob als Freunde oder sogar Nachbarn. Wir sind kein grosser Verein – alles ist sehr persönlich. Jede und jeder packt mit an.»
Selbst seine Tochter hilft bereits im kreativen Bereich mit. «Für die Bühne ist sie aktuell noch zu jung, aber sie wird wohl nachrutschen», meint er augenzwinkernd.
Wie entsteht bei euch ein neues Stück?
Die Auswahl erfolgt im Team: «Aus gemeinsamen Ideen suchen wir ein Stück aus, das uns allen entspricht. Danach wird überlegt, welche Figur zu wem passt. Auch praktische Fragen spielen mit: Welche Kulissen und Requisiten sind vorhanden, was lässt sich erneut einsetzen.»
Du bist nicht nur Schauspieler, sondern auch Kulissenbauer. Wie wichtig ist das Bühnenbild?
«Eine ansprechende Kulisse vermittelt den ersten Eindruck.»
Als ausgebildeter Zimmermann und Handwerker investiert Adrian viel Zeit in Bühnenbild, Mobiliar und Requisiten. «Ein Bühnenbild ist arbeits- und zeitintensiv, aber ich mache das sehr gerne.» Über die Jahre ist so ein beachtliches Lager entstanden. «Einmal habe ich sogar einen Ziegenstall gezimmert», erinnert er sich.
Gab es einen Moment, der dir besonders geblieben ist?
«Jede Inszenierung hatte ihren eigenen Reiz», betont er. Speziell war für ihn jedoch das Jahr, in dem er als Tontechniker und Regisseur wirkte und nicht selbst auftrat. «Als der Vorhang aufging und ich dahinter bleiben musste, war das für einen Moment schwierig. Für mich ist es ein wunderbares Gefühl, in eine Rolle zu schlüpfen und diese dem Publikum zu präsentieren – auch wenn ich den anfänglichen ‹Chrampf›, bis alles sitzt, manchmal verfluche.»
Jedes Jahr ein neues Stück – ist das nicht eine Herausforderung?
«Nicht im negativen Sinn. Anfangs geht es zwar manchmal etwas chaotisch zu und her, doch sobald der Probenprozess Fahrt aufnimmt, läuft alles wie im Fluss, wie Zahnrädchen, die ineinandergreifen.»
Verrätst du uns bereits etwas über das aktuelle Stück «Mord im Bluemehof»?
Dieses Jahr seien die Vorbereitungen ein wenig anders: Mit dem neuen Regisseur werde vor allem in Szenen geprobt, wodurch sich der Gesamtbogen erst nach und nach zusammensetze, erklärt Adrian. «So lasse ich mich selbst ein wenig überraschen», sagt er lachend. Die Besucherinnen und Besucher dürften gespannt sein – es werde sich auf jeden Fall lohnen. Mehr verrät er nicht, ausser mit einem verschmitzten Hinweis: «Ich heirate leidenschaftlich gerne!»
Was wünschst du dir, dass euer Publikum nach einer Vorstellung mit nach Hause nimmt?
«Das Ziel ist es, dass sie so viel Spass haben und so begeistert sind, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen und bestenfalls noch Werbung machen. So lohnt sich der ganze Aufwand auch für nur ein Aufführungswochenende.»
Ein Blick in die Zukunft: Gibt es Projekte, die ihr gerne noch umsetzen möchtet?
«Ideen für weitere Stücke sind definitiv vorhanden. Für gewisse Vorhaben fehlen uns jedoch die passenden Mitwirkenden. Aktuell könnten wir noch ein paar Männer gebrauchen, die sich auf die Bühne trauen. Sie sind herzlich willkommen!» Was Adrian Steinemann und die Theatergäng Hagenbuch verbindet, ist weit mehr als die Freude am Spiel: Es ist die Passion für Gemeinschaft, Kultur und unvergessliche Erlebnisse. Wenn sich im März der Vorhang öffnet, wird einmal mehr sichtbar, wie viel Herzblut, Kreativität und Zusammenhalt in diesem aussergewöhnlichen Theaterensemble stecken: engagierte Menschen, die das Theater nicht nur spielen, sondern leben.
SARAH UTZINGER
Aufführungen
Freitag, 27. März, Türöffnung ab 18.30 Uhr
Samstag, 28. März, Nachmittag Türöffnung ab 11.30 Uhr, Abend ab 18.30 Uhr Ort: Schulhaus Fürstengarten, Schneitbergstrasse 3, 8523 Hagenbuch ZH Tickets: Reservationen ab 9. März, Ueli und Vreni Gander, Telefon.
052 364 14 37, 19–21 Uhr Weitere Tickets vor Ort an der Tages-/Abendkasse


