Mitten im Klang – Mitten im Leben Ein einzigartiges Hörerlebnis feiert Premiere
22.01.2026 RegionWas geschieht, wenn wir für einen Moment innehalten, die Augen schliessen und den Bildern unserer eigenen Fantasie Raum und Zeit schenken? Genau dazu lädt «LEBENSKLANG» ein – ein neuartiges Kulturprojekt, das sein Publikum auf eine akustische Reise mitnimmt und im ...
Was geschieht, wenn wir für einen Moment innehalten, die Augen schliessen und den Bildern unserer eigenen Fantasie Raum und Zeit schenken? Genau dazu lädt «LEBENSKLANG» ein – ein neuartiges Kulturprojekt, das sein Publikum auf eine akustische Reise mitnimmt und im Februar 2026 in Wil erstmals auf die Bühne kommt.
Im Alltag sind wir von visuellen Eindrücken nahezu überflutet: grelle Displays, nervöse Werbung, schnelle Szenenwechsel. «LEBENS-KLANG» setzt hier bewusst einen Kontrast und stellt den Hörsinn in den Mittelpunkt. Die Aufführungen finden in abgedunkeltem Raum bei minimalem Lichteinsatz statt. Sichtbares tritt in den Hintergrund – Hören wird zur Hauptsache.
Das Publikum wird von einer dreidimensionalen Klanginstallation umgeben. Insgesamt 18 Lautsprecher schaffen ein räumliches Surround-Erlebnis, bei dem nicht Lautstärke im Vordergrund steht, sondern Tiefgang und Dynamik: Sanfte Augenblicke entfalten ihre Wirkung ebenso wie kraftvolle Passagen – sorgfältig aufeinander abgestimmt und stets angenehm wahrnehmbar.
So entstehen Klanglandschaften, die durch verschiedene Lebensphasen führen. Gesprochene Poesie und Live-Gesang eines Vokalquartetts aus der Region Aadorf, Weinfelden und Wil vollenden den akustischen Bilderbogen.
Inhaltlich richtet sich das Kulturprojekt an Menschen aller Generationen – unabhängig von Glaube, Religion oder Weltanschauung. Im Zentrum stehen universelle Erfahrungen des Menschseins. Das Projekt ist kein Konzert im klassischen Sinn, sondern ein Moment des Innehaltens und bewussten Zuhörens – vielleicht auch eine Erinnerung daran, wie viel im Leben zwischen den Tönen liegt.
Initiiert wurde das Hörerlebnis vom Non-Profit-Verein «Nume lose», der kreative Ideen lebendig werden lässt und Kultur erlebbar macht. Nach über einem Jahr konzeptioneller, musikalischer und technischer Arbeit feiert das Projekt nun seine Premiere.
SARAH UTZINGER
Aufführungsdaten in Wil SG
• 7. und 8. Februar 2026
• 14. und 15. März 2026 Der Eintritt erfolgt mittels Gratisticket, die Aufführungen sind Kollekten finanziert. Altersempfehlung: ab 10 Jahren.
Weitere Informationen und Tickets:
www.numelose.ch/tickets
Walter Gysel, Initiant von «LEBENSKLANG», über Idee, Technik und Wirkung des Projekts
Herr Gysel, wie ist die Idee zu «LE-BENSKLANG» und zum Verein «Nume lose» entstanden? Gab es einen konkreten Auslöser oder ein persönliches Schlüsselerlebnis?
Musik und Klänge haben mich schon immer interessiert. Konkreter Anstoss für das «LEBENSKLANG»-Projekt war eine Anfrage, ob ich bei der Umsetzung der Idee «Wie tönt eine Gemeinde?» mithelfen würde. Dort habe ich das Surround-System von Aufnahmen mit acht Mikrofonen und das Abspielen mit acht Lautsprechern zum ersten Mal umgesetzt. Dabei habe ich erkannt, was für ein Potential in dieser Sound-Technik steckt. Dies hat zum Kulturprojekt geführt.
Welche Rolle spielt Klang in Ihrem eigenen Leben – und wie hat diese Beziehung das Projekt geprägt?
Klänge sind für mich pure Emotionen. Das merkt man zum Beispiel bei Filmmusik sehr stark. Mich fasziniert, wie Instrumente, analoge wie auch digitale, sich anhören und was sie in mir auslösen. Ich finde, wir gehen heute meist zu oberflächlich mit Klängen und Musik um. Überall wird man mit Musik berieselt. Deshalb reizt es mich, ein Projekt zu starten, in dem die Klangwelt nicht einfach Hintergrund ist, sondern im Zentrum steht.
«LEBENSKLANG» arbeitet mit einem mehrkanaligen Raumklang. Warum war diese dreidimensionale Form für Sie entscheidend, um die Idee umzusetzen?
Bei der Aufführung sind total 18 Lautsprecher im Einsatz. Dies ist nicht einfach eine technische Spielerei, sondern ermöglicht den Gästen ein ganz besonderes Erlebnis. Dieses «Drinsein im Klang» führt direkt zur eigenen Gefühlswelt, die sich vor dem inneren Auge öffnet.
Inwiefern unterscheidet sich das Projekt von einem klassischen Konzert oder von bekannten Soundinstallationen?
Beinahe alle Konzerte sind gleich ausgerichtet: Vorne auf einer Bühne wird aufgeführt, davor befindet sich das Publikum. Musikerinnen und Musiker stehen im Scheinwerferlicht. Anders beim «LEBENSKLANG»: Der Raum ist abgedunkelt, die Künstlerinnen sind kaum sichtbar, nur hörbar. Jegliche visuellen Reize werden bewusst ausgeblendet.
Ein prägendes Merkmal: Geräusche, Klänge, Instrumente, Gesang, Poetry Slam ergeben eine faszinierende Vielfalt und Abwechslung.
Sie sprechen vom «Klang eines menschlichen Lebens». Wie lässt sich ein Leben – mit all seinen Phasen und Facetten – in Klang definieren?
In jedem Lebensabschnitt des menschlichen Lebens gibt es Geräusche und Klänge, die ganz typisch dafür sind. Wenn wir diese hören, wissen wir sogleich, welche Lebensphase gemeint ist. Zudem haben wir 13 Songs in das Projekt integriert, die mit ihren Texten und ihrer Musik zu dieser Verständlichkeit beitragen. So führen wir ohne weitere Erklärungen durch ein ganzes Leben.
Sehen Sie das Hörerlebnis auch als gesellschaftlichen Impuls – vielleicht als Einladung zu mehr Achtsamkeit oder zum bewussteren Zuhören?
Das Projekt kann zu bewussterem Zuhören führen. Das wäre sicher ein positiver Effekt. Es kann aber auch dazu bewegen, über das eigene Leben nachzudenken. Es kommen frohe Momente, aber auch emotional schwierige Situationen darin vor. Weil man nicht durch andere Eindrücke abgelenkt ist, erlebt man alles intensiver. Das Erlebnis ist stärker und dadurch hoffentlich auch nachhaltiger.
Was wünschen Sie sich besonders für die Besucherinnen und Besucher?
Ideal wäre es, wenn die Besucherinnen und Besucher in dieser Stunde den Alltag aussen vorlassen und in ihren eigenen inneren Bildern das Leben aus Distanz betrachten können. Zudem hoffe ich, dass das Projekt auch einfach Freude bereitet.
Gab es während der Arbeit an «LE-BENSKLANG» einen Moment, in dem Sie selbst überrascht oder besonders berührt wurden?
In den vielen Stunden, in denen ich diese Klanginstallation erstellt habe, hat mich das «Drinsein im Klang» immer wieder fasziniert.
Ein Abschnitt im Geräuschfilm des Lebensklangs ist für mich zudem sehr emotional: Für die Phase des Kleinkindes habe ich alte Aufnahmen, in denen ich vor über 40 Jahren meinen damals einjährigen Sohn aufgenommen habe, wieder ausgegraben und eingesetzt. Nun plaudert der Kleine, der heute 45 Jahre alt ist, aus den Lautsprechern und rennt umher, gerade so, als sei es gestern gewesen.
INTERVIEW SARAH UTZINGER
Exklusive VIP-Verlosung
Die «Elgger-Aadorfer/Zeitung» verlost zwei VIP-Plätze für das Show-Wochenende vom 7./8. Februar in Wil SG.
Das VIP-Paket umfasst:
• Zwei reservierte Premium-Sitzplätze im besten akustischen Bereich
• Ein Willkommensgetränk vor der Aufführung
Teilnahmeschluss: 31. Januar
Teilnahme:
redaktion@elgger-zeitung.ch mit dem Wortlaut «VIP-Verlosung»
Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.


