Mit Leib und Seele für Elgg
30.06.2026 ElggChristoph Ziegler prägte Elgg 16 Jahre lang als Gemeindepräsident und war langjähriger Kantonsrat der Grünliberalen Partei (GLP). Nun übergibt er das Amt – und blickt zurück auf ein Leben zwischen Schule, Sport, Bühne und Politik.
Mit drei Jahren ...
Christoph Ziegler prägte Elgg 16 Jahre lang als Gemeindepräsident und war langjähriger Kantonsrat der Grünliberalen Partei (GLP). Nun übergibt er das Amt – und blickt zurück auf ein Leben zwischen Schule, Sport, Bühne und Politik.
Mit drei Jahren zog Christoph Ziegler mit seiner Familie von Zollikon nach Elgg – und blieb. Seither sind es 60 Jahre. Aufgewachsen ist er im Schulhaus, denn sein Vater war Lehrer, weshalb die Schule buchstäblich zu seinem Zuhause gehörte. Nach der Primarschule wechselte er ans Gymnasium nach Winterthur, wo er Tennis spielte und im Kader stand – als Sparringpartner von Martina Hingis. In Elgg selbst war er in der Jugendriege und im Turnverein aktiv. Am Aschermittwoch spielte er Piccolo bei den Pfeifern.
Den Traum, Tennisprofi oder Fussballprofi zu werden, musste er früh begraben. «Es hat nicht gereicht – aber das war nicht schlimm», sagt er rückblickend. Wiederholte Verletzungen machten auch den Weg zum Sportlehrer unmöglich. So wurde er Sekundarlehrer und unterrichtete 37 Jahre lang an der Schule Elgg – eine Karriere, auf die er besonders stolz ist. «Ich hatte nie Probleme mit Eltern oder Schülerinnen und Schülern. Und wenn ich ehemalige Schüler nach 20 oder 30 Jahren treffe und sehe, was sie erreicht haben, gibt mir das noch heute Motivation.»
Vom Mittagstisch in den Gemeinderat
Politik lag bei Zieglers von Anfang an in der Luft. Sein Vater war politisch aktiv, am Mittagstisch wurde diskutiert. Im Jahr 2001 half Christoph Ziegler mit, in Elgg eine parteilose Plattform zu gründen. Er liess sich als Gemeinderat aufstellen – und es «ging schnell los»: Vier Jahre Gemeinderat, dann 2006 Gemeindepräsident. Als erster GLP-Gemeindepräsident der Schweiz überhaupt.
Bis 2022 führte er die Gemeinde – 16 Jahre lang. Was ihn an dieser Aufgabe fesselte? «Man sieht direkt, was man bewirkt hat: das Gemeindehaus, das Werkgebäude, das Schwimmbad, die Fusion mit Hofstetten. Und man lernt unglaublich viele Menschen kennen, aus allen Altersgruppen und Schichten.» Zur GLP habe ihn die Verbindung von Ökologie und Ökonomie gezogen: «Eine starke Wirtschaft braucht man, damit man sich den Umweltschutz leisten kann. Das hat mich überzeugt.»
15 Jahre im Kantonsrat
2011 wurde Ziegler als erster GLP-Kantonsrat für Winterthur-Land gewählt – ohne Bezirkspartei, mit weniger Mitgliedern, als Listenplätze zu besetzen waren. Im Kantonsrat profilierte er sich vor allem als Bildungspolitiker. Von 2019 bis 2023 präsidierte er die Kommission für Bildung und Kultur (KBIK). In dieser Zeit trieb er zahlreiche Vorstösse voran: das neue Verfahren des MAB, die Verschiebung des Französischunterrichts in die Oberstufe, die Förderung des Sprachaustauschs mit der Romandie, die Reduktion von Pflichtlektionen sowie die Überarbeitung des Berufsauftrags.
Eines seiner markantesten Kapitel war die «Mörgeli-Kommission»: Als Präsident einer Spezialkommission untersuchte er von 2012 bis 2014 die Vorgänge rund um die Entlassung des Professors und SVP-Politikers Christoph Mörgeli am Medizinhistorischen Institut. Der Schlussbericht wurde einstimmig gutgeheissen und von allen Seiten gelobt – eine politische Leistung, die bis heute nachwirkt.
Auch für Elgg erreichte er Konkretes: Ein Postulat zur Entlastung der Gemeinden beim Strassengesetz führte dazu, dass der Kanton mehr Kosten für Gemeindestrassen übernahm – wichtig besonders für flächenmässig grosse Gemeinden wie Elgg, die sonst überproportional belastet gewesen wären. Zuletzt war er Mitglied der Geschäftsleitung des Kantonsrats und Mitautor von Minderheitsstandpunkten im offiziellen Abstimmungsbüchlein. Am 22. Juni 2026 trat er aus dem Kantonsrat aus.
Zuhören als höchste Tugend
Was braucht es für gute Politik? Ziegler zögert nicht lange: «Die wichtigste Eigenschaft ist der Umgang mit Menschen – das war als Lehrer genauso. Man muss zuhören können, Kompromisse eingehen, nicht auf einer festgefahrenen Linie bleiben.» Geduld sei ebenfalls unerlässlich: «Politische Prozesse brauchen Zeit.» Und nach der Sitzung gemeinsam etwas trinken gehen – das Persönliche vom Politischen trennen – halte er für ebenso wichtig wie jede Kommissionsarbeit.
Seiner Nachfolgerin Viviane Kägi gibt er denn auch keine grossen Ratschläge mit. Kägi habe er 2018 selbst entdeckt – via Twitter, wo sie einen grünliberalen Post abgesetzt hatte. «Eine junge Frau, die ich kontaktiert habe – und sie ist auf die Liste gekommen.» Er ist überzeugt: «Sie braucht keine Ratschläge. Wichtig ist, dass man auf Menschen zugeht und bei Argumenten zuhört. Und dass man Geduld hat.»
Singen, Wandern, Zufriedensein
Abseits der Politik ist Christoph Ziegler ein begeisterter Sänger – im Kirchenchor und beim Vocalensemble «i suonamici». Früher sang er jahrelang bei den Roland Fink Singers, wo er auch seine Frau kennengelernt hat. Skifahren, Wandern, Golfen, Biken und Unihockey runden das Bild ab. Als Präsident des Theaters Kanton Zürich und Vorstandsmitglied von Museum Zürich bleibt er kulturell eingebunden. Mit 40 hat er das Tennis aufgehört – und bereut es nicht.
Heimat, sagt er, sei dort, wo man Leute kennt und Erlebnisse hat, die bleiben. «Ich weiss noch, wie Elgg vor 50 Jahren ausgesehen hat.» Was er sich für die Gemeinde wünscht? «Dass sie sich weiterhin positiv entwickelt. Elgg hat Stärken. Wer hierher zieht, ist nach kurzer Zeit integriert. Und wer anonym bleiben will, kann das auch. Der Dorfkern soll so lebendig bleiben, wie er ist.»
Und sein Rat an sein 20-jähriges Ich? «Positiv in die Zukunft schauen. Aktiv sein. Viel lachen.» Drei Worte für Christoph Ziegler selbst? Er denkt kurz nach: Ehrlichkeit. Offenheit und Neugier.
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EMANUELA MANZARI
Stabübergabe am 23. Juni 2026
Nach über einem Jahrzehnt tritt Christoph Ziegler aus dem Zürcher Kantonsrat zurück. Er prägte die GLP mit starkem Engagement, insbesondere in der Bildungs- und Gemeindepolitik. Seine Nachfolge übernimmt Viviane Kägi, die für eine neue Generation steht und Schwerpunkte auf Bildung, Nachhaltigkeit und Demokratie setzt. Der Wechsel steht sinnbildlich für die Verbindung von Kontinuität und Erneuerung innerhalb der GLP.
Nach über einem Jahrzehnt im Zürcher Kantonsrat tritt Christoph Ziegler aus Elgg aus dem Parlament zurück. Seit seinem Eintritt am 9. Mai 2011 prägte er die Arbeit der Grünliberalen im Kanton Zürich mit grossem Engagement, politischer Weitsicht und einer klaren Stimme für die Bildung sowie für die Anliegen kleiner und mittlerer Gemeinden.
Christoph Ziegler ist ein Grünliberaler der ersten Stunde. Als erster GLP-Gemeindepräsident der Schweiz schrieb er ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der Partei. Während vieler Jahre setzte er sich konsequent für eine moderne, starke Bildung und für verlässliche Rahmenbedingungen in den Gemeinden ein. Dieses Engagement widerspiegelt sich auch in seinem beruflichen Werdegang: Christoph Ziegler ist Sekundarlehrer.
Die Nachfolge im Kantonsrat übernimmt Viviane Kägi aus Turbenthal. «Ich stehe für eine neue Generation der Grünliberalen und bringe zugleich schon viel politische Erfahrung mit», meint die 28-Jährige. «Meine Kernthemen sind eine starke Schule, insbesondere die Berufsbildung, Nachhaltigkeit in allen Bereichen und eine aktive Demokratie.» Beruflich ist auch sie in der Bildung tätig – als Sekundarlehrerin sowie als Berufsschullehrerin für Allgemeinbildung.
Die Verbindung zwischen Christoph Ziegler und seiner Nachfolgerin reicht einige Jahre zurück: 2018 wurde er durch einen Tweet auf sie aufmerksam. Er griff kurzerhand zum Telefon, kontaktierte sie persönlich und motivierte sie für eine Kandidatur auf der Kantonsratsliste. Damit legte er einen wichtigen Grundstein für ihren weiteren politischen Weg.
Mit dem Wechsel von Christoph Ziegler zu Viviane Kägi zeigt sich: Die GLP Winterthur Land verbindet Kontinuität mit Erneuerung. Die Partei dankt Christoph Ziegler herzlich für seinen langjährigen und prägenden Einsatz zugunsten des Kantons Zürich und freut sich, mit Viviane Kägi eine engagierte, kompetente und zukunftsorientierte Nachfolgerin in den Kantonsrat zu entsenden.
Christoph Ziegler prägte die GLP im Zürcher Kantonsrat über mehr als ein Jahrzehnt, insbesondere in der Bildungs- und Gemeindepolitik.
Viviane Kägi (28) übernimmt den Sitz im Zürcher Kantonsrat und steht für eine neue Generation der GLP mit Fokus auf Bildung, Nachhaltigkeit und Demokratie.

