Mit Freude lernen, wie man erste Hilfe leistet
18.04.2026 AadorfDer Samariterverein Aadorf vermittelte einer Gruppe Kindern am Dienstag im Rahmen des Ferienplauschs spielerisch Einblicke in die Grundlagen der Ersten Hilfe. Die Teilnehmenden lernten, Situationen einzuschätzen, einen Notruf zu tätigen, mit Hilfsmitteln umzugehen, und hatten dabei eine ...
Der Samariterverein Aadorf vermittelte einer Gruppe Kindern am Dienstag im Rahmen des Ferienplauschs spielerisch Einblicke in die Grundlagen der Ersten Hilfe. Die Teilnehmenden lernten, Situationen einzuschätzen, einen Notruf zu tätigen, mit Hilfsmitteln umzugehen, und hatten dabei eine Menge Spass.
Was mache ich bei einem Unfall? Wie bringe ich eine bewusstlose Person in die stabile Seitenlage? Wie lege ich einen Druckverband an? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich gut zehn Kinder am vergangenen Dienstag bei einem Erste-Hilfe-Schnupperkurs des Samaritervereins Aadorf im Mehrzweckraum der Turnhalle Löhracker. Unter der Leitung von Miriam Rüegg und der Mithilfe von Irene Zbinden lernten die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ferienplausch-Angebots im Alter von acht bis zwölf Jahren während zweieinhalb Stunden, wie sie Notfallsituationen richtig einschätzen und angemessen handeln können.
Zum Einstieg stellten sich die Kinder vor und berichteten von ihren Erwartungen, die zunächst noch eher vage waren. «Etwas Neues lernen», sagte ein Mädchen. Da der Beamer nicht funktionierte, musste spontan umdisponiert werden. Die Präsentation wurde kurzerhand über den Laptop-Bildschirm gezeigt. «Ihr könnt improvisieren und das Beste aus einer Situation machen. Das ist schon einmal eine gute Voraussetzung», sagte Miriam Rüegg zum potentiellen Samariter-Nachwuchs, der in einem Kreis näher an den Bildschirm rückte.
Weiter ging es mit Theorie zum Ampelschema. «Es ist wichtig, dass wir zuerst schauen, dann denken und erst danach handeln», erklärte Rüegg. Dieses Prinzip helfe dabei, in einer Notfallsituation ruhig und überlegt vorzugehen. Die Kinder lernten, zunächst die Lage zu überblicken und mögliche Gefahren zu erkennen, bevor sie aktiv werden. Dazu gehört, die Anzahl Verletzter einzuschätzen, den Unfallhergang zu beurteilen und Gefahrenquellen wie Strassenverkehr, herabfallende Gegenstände oder Strom zu erkennen. Auch Eigenschutzmassnahmen wie das Absichern einer Unfallstelle oder das Beachten von Unterkühlung bei den Patienten wurden thematisiert.
Notruf und praktische Übungen
Ein weiterer Schwerpunkt war das richtige Alarmieren im Notfall. Gemeinsam sammelten die Teilnehmenden bekannte Notrufnummern wie 144 für medizinische Notfälle, 118 für die Feuerwehr, 117 für die Polizei oder 1414 für die Rega. Auch die Nummer 145 der Tox Info Suisse bei Vergiftungen war einigen Kindern bereits bekannt. Anschliessend wurde in einem Rollenspiel geübt, wie ein Notruf korrekt abgesetzt wird.
Danach wurde den Kindern auf einfache Weise erklärt, wie sie den Zustand eines Patienten beurteilen können. Zum Beispiel ob jemand ansprechbar ist oder atmet. Besonders spannend für die jungen Retter war die praktische Übung der stabilen Seitenlage. In Zweiergruppen lernten sie, wie eine bewusstlose Person korrekt gelagert wird. Dabei erfuhren sie unter anderem, warum der Mund geöffnet werden muss. Schliesslich durften die Kinder ihre Notfalldarsteller mit einer Rettungsdecke zudecken, was sichtbar für Begeisterung sorgte.
Irene Zbinden erklärte dabei einer Gruppe auch eine persönliche Eselsbrücke zur Verwendung der Rettungsdecke: «Im Schnee sieht man die goldene Seite vom Helikopter aus besser als die silberne», sagte sie. Bei Kälte wird die Silberseite nach innen zum Körper gelegt, bei Hitze die Silberseite nach aussen, um Sonnenstrahlen zu reflektieren.
In einer kurzen Pause konnte die fröhliche Schar den mitgebrachten Znüni geniessen und sich mit neuen und bereits bekannten Gspänli austauschen.
Verletzungen und Hilfsmittel
Im zweiten Teil des Kurses wurden die Teilnehmenden nach Alter aufgeteilt und bearbeiteten anschliessend in zwei Gruppen weitere wichtige Erste-Hilfe-Themen. So lernten sie die PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagern) bei Zerrungen und Verstauchungen oder verschiedene Verbände kennen und erfuhren mehr über den Nutzen von Kühlbeuteln, Perskindol und Rettungsdecken. Zudem wurde die Patientenbeurteilung vertieft.
Am anderen Posten übten sie, was bei Schnittverletzungen zu tun ist, wie starke Blutungen durch Druck gestoppt werden können, wie eine Universalschiene aus Sam Splint angelegt wird und vor allem auch, wann professionelle Hilfe notwendig ist.
Dabei nutzten die Kinder immer wieder die Gelegenheit, eigene Erlebnisse zu erzählen und weitere Fragen zu stellen.
Zum Abschluss stellte Miriam Rüegg das Angebot des Samaritervereins kurz vor. «Wir machen das einmal im Monat am Montagabend», erklärte sie. Die Treffen dauern jeweils rund eineinhalb Stunden. Dort könnten die Kinder ihr Wissen weiter vertiefen und ergänzen. Sie motivierte die Gruppe, einmal unverbindlich zum Schnuppern vorbeizuschauen.
BETTINA STICHER
Informationen unter: www.samariter-aadorf.ch




