Mit Freude, Kraft und Konzentration ins Sägemehl
08.10.2026 ElggDer neunjährige Rick Strebel wohnt seit zwei Wochen in Elgg und hat bereits einiges erreicht: Seit rund zwei Jahren schwingt er, stand schon fünfmal im Schlussgang und konnte in diesem Jahr unter anderem das Heimschwinget am Eschenberg gewinnen. Auch beim Nationalturnen zeigt er sein ...
Der neunjährige Rick Strebel wohnt seit zwei Wochen in Elgg und hat bereits einiges erreicht: Seit rund zwei Jahren schwingt er, stand schon fünfmal im Schlussgang und konnte in diesem Jahr unter anderem das Heimschwinget am Eschenberg gewinnen. Auch beim Nationalturnen zeigt er sein Talent.
Rick Strebel ist neun Jahre alt, besucht die vierte Klasse und liebt Sport. Besonders gerne mag er Gruppenspiele. Seine grosse Leidenschaft gehört jedoch dem Schwingen. Seit rund zwei Jahren steigt er regelmässig ins Sägemehl und hat in dieser kurzen Zeit bereits beachtliche Erfolge erzielt. Zum Schwingen kam Rick über seine Familie. Der Götti von Ricks Bruder schwingt ebenfalls. Zunächst ging Rick mit seinem Vater ins Ringen, doch mit der Zeit gefiel ihm das Schwingen immer besser. Kein Wunder: Bereits sein Vater, sein Grossvater und sein Urgrossvater waren Schwinger.
Beim Schwingen versuchen die beiden Kontrahenten, sich mit verschiedenen Griffen und Techniken auf den Rücken zu legen. Dafür braucht es nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern auch Technik und Konzentration. Rick trainiert einmal pro Woche im Schwingclub Winterthur. Zusätzlich trainiert er ein- bis zweimal pro Monat mit dem Nachwuchs des Nordostschweizer Schwingerverbandes (NOS). Ein weiteres Training absolviert er beim Nationalturnen in Rikon.
Besonders gerne besucht Rick die Schwingfeste an den Wochenenden. «Ich liebe die Schwingfeste, die Ausdauer und das Training», erzählt er. Für seine Mutter Tanja bedeutet das allerdings auch einiges an Organisation. Die Familie fährt Rick zu Trainings und Wettkämpfen, teilweise von Schaffhausen bis ins Glarnerland und in die Innerschweiz. «Wenn es dem Kind Freude macht, ist es auch für uns ein schöner Traditionssport. An den Schwingfesten ist man wie eine grosse Familie», erzählt seine Mutter.
Rick ist bereits fünfmal im Schlussgang gestanden. Wenn es um den Sieg geht, versucht er, sich nicht zu sehr nervös zu machen. «Ich bereite mich vor, komme runter und konzentriere mich auf den Schwinggang», sagt er. Zwei Schlussgänge hat er verloren. Das ärgert ihn jeweils sehr. Trotzdem freut er sich über gute Rangierungen.
Erfolge im Sägemehl
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm sein Sieg am Heimschwinget auf dem Eschenberg am 25. April. Es war sein erster Schlussgang – und Rick gewann ihn. «Bei den letzten zwei Gängen habe ich geweint», erzählt er. Nach dem Sieg musste er für seine Teamkollegen einen ganzen Harass Süssmost kaufen. Diese Tradition fand er lustig und eindrücklich.
Auch am Hirzel konnte Rick am 5. Juli den Schlussgang für sich entscheiden. Nach einem unentschiedenen ersten Gang mit einer eher schlechten Note kämpfte er sich weiter und gewann den Schlussgang gegen Gion Schnyder aus Glarus mit der Note 10.
Beim Seebacher Buebenschwingen am 12. September gelang ihm erneut ein Spitzenresultat. Rick erzielte fünfmal die Note 10 und erreichte Rang 1b. «Im Schlussgang hätte ich verloren», erzählt er. Weil er zuvor aber in allen Gängen sehr gute Resultate erzielt hatte, reichte es trotzdem für den ersten Platz.
Auch im Nationalturnen erfolgreich
Neben dem Schwingen trainiert Rick auch Nationalturnen. Dort gehören unter anderem Bodenturnen, Steinstossen, Steinheben, Weitsprung und Rennen dazu. Ein Schwingerkollege nahm ihn einmal mit ins Training. Rick gefiel es und er lernte viel dazu. Deshalb machte er dieses Jahr spontan beim Nationalturnen in Schlatt mit und erreichte den siebten Rang sowie eine Auszeichnung. «Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden», sagt er.
Im Sägemehl mag Rick besonders den Kniestich, den Fussstich und den Kurz. Am Boden setzt er gerne den Gritteler ein. Schwieriger als die körperliche Anstrengung findet er allerdings die Konzentration. Auch in den Pausen müsse man aufpassen, dass man sich nicht ablenken lasse.
Die Familie ist dabei
Ricks Leidenschaft wird von seiner Familie unterstützt. Seine Geschwister kommen gerne an die Schwingfeste und finden es «cool», dabei zu sein. Auch sein Vater und sein Grossvater geben ihm Tipps. Sein Vater coacht ihn, wenn er bei den Wettkämpfen dabei ist. Rick hat auch bereits ein Ziel für die Zukunft. Rick möchte gerne mal an einem Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag teilnehmen. Dafür braucht er genügend Zweige. Besonders bewundert er verschiedene erfolgreiche Schwinger. Werner Schlegel gefällt ihm wegen seiner Technik, Samuel Giger wegen seiner Frisur und seiner Muskeln. Auch Armon Orlik, Damian Ott und Sinisha Lüscher gehören zu seinen Vorbildern.
Seit zwei Wochen wohnt Rick nun in Elgg. Viel kennt er hier noch nicht, da die Schule erst begonnen hat. Die Spielplätze hat er aber bereits entdeckt. Und vielleicht lernt er schon bald auch andere junge Schwinger aus der Region kennen.
Seinen Sport würde Rick jedenfalls weiterempfehlen: «Weil es ein schöner Sport ist.» Für ihn steht fest: Das Sägemehl, die Schwingfeste und das Training gehören inzwischen zu seinem Leben dazu.
EMANUELA MANZARI


