Mehrere hundert Personen feierten Gottesdienst auf dem Nollen
11.08.2026 RegionDer Nollen ist nicht nur ein markanter Aussichtspunkt, sondern auch ein historischer Triangulationspunkt der Landesvermessung. So wie dieser Vermessungspunkt Orientierung und Genauigkeit für die Region vermittelt, soll auch der christliche Glaube Orientierung für das persönliche ...
Der Nollen ist nicht nur ein markanter Aussichtspunkt, sondern auch ein historischer Triangulationspunkt der Landesvermessung. So wie dieser Vermessungspunkt Orientierung und Genauigkeit für die Region vermittelt, soll auch der christliche Glaube Orientierung für das persönliche Leben sowie für das Wohl unserer Nation geben. Über die Grenzen verschiedener Kirchen hinweg kamen Gläubige zusammen, um gemeinsam für den Kanton Thurgau, die Schweiz und den Frieden in der Welt zu beten, Gott zu danken und ihn um seinen Segen zu bitten.
Wie jedes Jahr am 1. August versammelten sich wieder mehrere hundert Menschen aus dem ganzen Kanton Thurgau und der Region zum traditionellen Gottesdienst auf dem Nollen. Bei schönem Wetter und einer feierlichen Atmosphäre stand der Nationalfeiertag ganz im Zeichen vom Kreuz im Schweizer Wappen, der Vergebung, der Dankbarkeit und Hoffnung.
Der Gottesdienst wurde von verschiedenen Mitwirkenden eindrücklich und abwechslungsreich gestaltet. Musikalische Beiträge, Gebete und drei Kurzandachten griffen ein gemeinsames Thema auf: Die Vergebung und damit verbunden die seelische und psychische Gesundheit des Einzelnen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Menschen gerade in schwierigen Lebensphasen neue Orientierung, Hoffnung und innere Stärke finden können. Oft entstehen Veränderung und persönliches Wachstum gerade in Zeiten der Krise und der ehrlichen Selbsterkenntnis. Als anschauliches Beispiel wurde von Pfarrerin Christa Heyd das Leben der Glaubensfrau Ida von Toggenburg (1140 - 1226) vorgestellt. Ihr Lebensweg zeigt, dass selbst aus tiefen persönlichen Krisen neue Hoffnung, Zuversicht und geistliche Kraft erwachsen können.
Der Katholische Theologe und Jugendleiter Christian Brändle betonte, dass Versöhnung dann gelingen kann, wenn man sich zuerst mit Gott und dann mit den Menschen versöhnt und sich dann auch selbst vergeben kann. Und der reformierte Pfarrer Richard Zberg wies auf die zentrale Bedeutung des Kreuzes Jesu Christi und die Wichtigkeit der Vergebung hin, welche Gott durch Christus am Kreuz geschaffen hat. Gegen Schluss des Gottesdienstes luden Fritz Wälchli und die drei Mitglieder des Grossen Rates Thurgau Jakob Auer, Christina Fäsi-Egloff und Andreas Siegrist zur Fürbitte und dem gemeinsam gesprochenen Unser Vater ein.
Die Teilnehmenden wurden bereits vor dem Gottesdienst eingeladen, einen «Stein der Belastungen» mitzunehmen. Nach der Feier bestand die Möglichkeit, diesen beim Holzkreuz auf dem Nollen, dem Nollenkreuz, als sichtbares Zeichen persönlicher Anliegen und Schuld niederzulegen. Das symbolische Ablegen der Belastungen am Kreuz soll Hoffnung schenken und ermutigen, Lasten immer wieder im Vertrauen auf Jesus Christus abzugeben. Der Alpsegen am Kreuz und die Möglichkeit, bei Speis und Trank die Gemeinschaft weiter zu pflegen, rundeten den eindrücklichen Anlass ab.
Starkes Zeichen für den Zusammenhalt der Region
Der Gottesdienst auf dem Nollen setzte erneut ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt in der Region, für den Glauben als Quelle der Hoffnung und Zuversicht. Eine Veränderung unserer Gesellschaft beginnt immer zuerst bei uns selbst. Diese persönliche Veränderung entfaltet eine nachhaltige Wirkung auf unser Zusammenleben und trägt letztlich zum Wohl und zur Zukunft unserer geliebten Schweiz bei. Ein herzlicher Dank gilt dem Organisationskomitee sowie allen freiwilligen Mitwirkenden, die mit grossem Engagement zum Gelingen des Gottesdienstes am 1. August beigetragen haben. Durch ihr gemeinsames Wirken wurde der Gottesdienst zu einem würdigen und verbindenden Anlass, der den Nationalfeiertag in einer Atmosphäre von Dankbarkeit, Hoffnung und christlicher Gemeinschaft erlebbar machte.
ROGER STIEGER UND MATHIAS DIETZ

