Mehr Fahrgäste und tieferes Defizit
02.07.2024 ZürichIm vergangenen Jahr waren 655 Millionen Fahrgäste im ZVV unterwegs. 65 Millionen mehr als 2022 (+10,9%). Trotz Teuerung und gestiegenen Energiepreisen konnte das Defizit gegenüber dem Vorjahr um zwölf Millionen Franken gesenkt werden und lag mit 383 Millionen deutlich unter ...
Im vergangenen Jahr waren 655 Millionen Fahrgäste im ZVV unterwegs. 65 Millionen mehr als 2022 (+10,9%). Trotz Teuerung und gestiegenen Energiepreisen konnte das Defizit gegenüber dem Vorjahr um zwölf Millionen Franken gesenkt werden und lag mit 383 Millionen deutlich unter dem budgetierten Wert.
Das Geschäftsjahr 2023 war für den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) trotz höherer Ausgaben durch Teuerung und gestiegenen Energiepreisen grundsätzlich erfreulich. Erstmals seit 2020 waren keine direkten Pandemieeffekte mehr zu verzeichnen. Das Defizit sank gegenüber dem Vorjahr auf 383 Millionen Franken. Dies ist insbesondere auf die positive Entwicklung der Erträge aus Fahrausweisverkäufen zurückzuführen, wodurch der Kostendeckungsgrad des ZVV auf 65,3 Prozent gesteigert werden konnte.
Mit insgesamt 655 Millionen Fahrgästen transportierten die Verkehrsunternehmen im ZVV 65 Millionen mehr Fahrgäste als 2022. Das entspricht einer Zunahme von 10,9 Prozent. Die Zürcher S-Bahn beförderte im vergangenen Jahr 208 Millionen Reisende und die Regionalbusse 136 Millionen. Im Stadtnetz Zürich und Winterthur nahm die Nachfrage um 31,03 Millionen Fahrgäste (+11,3%) zu. Auch das Nachtnetz legte erneut zu: Im vergangenen Jahr waren an Wochenenden und allgemeinen Feiertagen pro Nacht durchschnittlich 31’000 Fahrgäste unterwegs. Insgesamt nutzten 2023 über 3,2 Millionen Menschen die Nachtlinien im ZVV (+9,1%).
Erneut mehr Einzelbillette und E-Tickets
Das Ticketsortiment des ZVV deckt die unterschiedlichen Bedürfnisse in der Bevölkerung gut ab: Viele Fahrgäste schätzen weiterhin den Komfort eines ZVV-Abonnements. Die Monatsabonnemente legten um 10,4 und die Jahresabonnemente um 6,4 Prozent zu. Allerdings verzeichneten die Einzelbillette mit 12,5 Prozent wie schon im Jahr zuvor das deutlichste Wachstum. Dies nicht zuletzt auch, weil der Erwerb von Einzeltickets über die digitalen Kanäle des ZVV in den letzten Jahren noch einfacher und bequemer geworden ist. Die Digitalisierung des Ticketverkaufs im öffentlichen Verkehr schreitet in rasantem Tempo voran. Noch 2018 betrug der Anteil von digitalen Tickets erst 27 Prozent. In den letzten fünf Jahren stieg dieser Wert an und erreichte im Jahr letzten Jahr 69,2 Prozent.
Auch die Nutzerzahlen der ZVV-App haben sich stark erhöht: Von 122’000 auf 180’000 aktive monatliche Nutzende. Für den ZVV ist klar: Der öffentliche Verkehr muss sich weiterhin auf die Bedürfnisse der Fahrgäste ausrichten und ein attraktives Sortiment und moderne Kaufmöglichkeiten anbieten. Gleichzeitig ist es ihm aber auch ein sehr wichtiges Anliegen, dass auch in dieser Transformationsphase weiterhin alle Menschen möglichst einfach ein Ticket kaufen können und somit Zugang zum öffentlichen Verkehr haben. Dies gilt auch für Personen, die keine digitalen Kanäle nutzen können oder möchten.
Öffentlicher Verkehr soll weiter gestärkt werden
Die jährliche Fahrgastbefragung hat gezeigt: Die Zufriedenheit mit der Qualität des öffentlichen Verkehrs im ZVV-Gebiet ist weiterhin sehr hoch. Die Herausforderung für den ZVV ist, diese Zufriedenheit auch künftig zu halten. Denn: Die Bevölkerung im Kanton Zürich wuchs in den letzten zehn Jahren jährlich um durchschnittlich 18’000 Einwohnerinnen und Einwohner und nimmt weiter zu, was zu einer steigenden Nachfrage im öffentlichen Verkehr führen wird. Zusätzlich setzt die Politik klare verkehrs- und klimapolitische Ziele, die eine weitere Verlagerung hin zu mehr öffentlichem Verkehr in den nächsten 15 Jahren vorsehen. Dies erfordert eine entsprechende Erweiterung des Angebots und zum Teil neue Verkehrsinfrastrukturen oder auch Depots für Busse, Trams und Züge. Für all diese Anliegen braucht der öffentliche Verkehr weiterhin die Unterstützung und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Kanton und den Zürcher Gemeinden.
(PD)

