Auf Einladung von David Adada E. Keller zeigte der Winterthurer Künstler Harold A. Cueva Vasquez im Keller der Untermühle Elgg seine Werke. Die Ausstellung wurde umrahmt mit Skulpturen von Adada sowie verschiedenen Darbietungen.
Der Name der Ausstellung war ein ...
Auf Einladung von David Adada E. Keller zeigte der Winterthurer Künstler Harold A. Cueva Vasquez im Keller der Untermühle Elgg seine Werke. Die Ausstellung wurde umrahmt mit Skulpturen von Adada sowie verschiedenen Darbietungen.
Der Name der Ausstellung war ein veritabler Zungenbrecher: Micromakroskopolismus. Der Künstler klärte auf: «Ich meine damit die unendliche Dualität. Von fern, also Makro, sieht man ein grosses Ganzes. Wenn man näher geht, entdeckt man viele Details. Das ist das Microuniversum. Die Fantasie ist unendlich.» Harold A. Cueva Vasquez verglich seine Technik mit einer Fotografie, die aus unzähligen kleinen Pixeln zusammengesetzt ist.
Cueva Vasquez wuchs in den peruanischen Anden auf. Er begab sich dann nach Lima und fand dort heraus: «Malen ist mein Lebenselixier». Folglich studierte er Kunst. Im Januar 2008 kam er in die Schweiz. Er lebt nun in Winterthur. Alle Bilder, die in Elgg ausgestellt waren, seien in der Schweiz gemalt worden, sagte er. «Jeden Tag male ich etwas Kleines. Es ist fast wie Tagebuch schreiben.» An einem grossen Bild habe er fünf Monate gearbeitet. Er liebe die Kombination von Micro und Makro. Der Begriff Micromakroskopolismus sei eine Eigenkreation. Man findet das Wort also nicht in einem Wörterbuch.
Fast wie ein Wimmelbild
Viele Bilder des Künstlers zeigen auf den ersten Blick ein grosses Gesicht. Geht man näher, entdeckt man viele kleinere und kleinste Figuren. Meistens menschliche Gesichter. Manchmal auch Tiere oder Pflanzen. Es erinnert ein bisschen an die sogenannten Wimmelbilder, auf denen auch eine Fülle von Figuren, Elementen und Handlungen dargestellt ist. Man könnte sich wohl stundenlang verweilen mit dem Betrachten dieser Bilder. Ein besonderes Detail verriet Harold A. Cueva Vasquez, der selbst fast wie ein Kunstwerk wirkt, dem staunenden Publikum auch noch. Um Schattierungen darzustellen, verwende er statt Pinsel Zahnstocher. Scheint zu funktionieren.
Kuratiert wurde die Ausstellung, die von Donnerstag bis Samstag dauerte, von David E. Keller alias Adada. Er bezeichnet sich selbst als Abfallkünstler, weil er Materialien verwendet, die sonst gewissermassen am Ende ihres Lebens angekommen wären. Einige seiner Skulpturen, die aus Holz aus dem hiesigen Wald gefertigt sind, waren neben den Bildern von Cuevas Vasquez zu sehen. Zudem entlockte er einem Bohricron Töne – irgendwo zwischen Trommel und Xylofon. Das Instrument, ähnlich einem Schlagzeug, kreierte er aus Bohrkronen, wie sie beim Betonbohren verwendet werden.
Am Samstag ertönten im Mülichäller zudem Alphornklänge und Minnegesang. Zu sehen war überdies eine Tanzperformance.
Die «inszenierte Kunstausstellung» bot also deutlich mehr, als «nur» Bilder anzuschauen.
ALBERT BÜCHI