Konzert der Münchner Chorbuben und -mädchen verzauberte das Publikum
03.09.2026 AadorfWas die 33 Jugendlichen in der Kirche St. Alexander in Aadorf am 28. August servierten, war ein bunter Mix aus geistlicher und weltlicher Chormusik vom Feinsten.
Schon beim Einzug des Chores mit Kerzenlicht und mit dem «Alta trinita beata», eine Laudatio auf die heilige ...
Was die 33 Jugendlichen in der Kirche St. Alexander in Aadorf am 28. August servierten, war ein bunter Mix aus geistlicher und weltlicher Chormusik vom Feinsten.
Schon beim Einzug des Chores mit Kerzenlicht und mit dem «Alta trinita beata», eine Laudatio auf die heilige Dreifaltigkeit, versprachen die sicheren und klaren Stimmen eine hohe Qualität des Konzertes. Die Chorleiterin Johanna Reimann begrüsste die Anwesenden herzlich und erhielt dann die grösste Aufmerksamkeit der Kinder und Jugendlichen. Mit dem «Laudate Dominum» von Giuseppe Ottavio Pitoni spannte sie den Liederbogen vom 15. Jahrhundert bis hin zu Karl Jenkins «Adiemus», Nr. 1 aus Songs of Sanctuary aus dem Jahre 1995. Ein Ohrenschmaus war natürlich auch «Die Himmel erzählen die Ehre Gottes» aus der Schöpfung von Joseph Haydn, wo drei Solisten und das virtuose Spiel des E-Pianos zum Hörgenuss beitrugen. Als nächstes durfte ein Solist beim traditionellen Spiritual «I want to be ready» sein Können einbringen.
Hochwertiger Gesang
Nach der Verschiebung auf die Empore und mit der Unterstützung der Orgel erklang geistliche Chormusik mit dem «Ave Verum Corpus» von W.A. Mozart, das «Stabat Mater» von Giovanni Battista Pergolesi und das «Hosanna Deo» des bekannten US-amerikanischen Chorkomponisten, Arrangeurs und Dirigenten Greg Gilpin, das in Aadorf wunderschön mit abwechselnden Gruppen vorgetragen wurde. Besonders die Pianos, so noch nie gehört in der Kirche St. Alexander, und dann wieder voluminöse Abschnitte zeugten von der guten Ausbildung der Sängerinnen und Sänger. Als der Chor wieder im Kirchenschiff stand, gab es einen Abstecher in das deutsche Liedgut. Zuerst folgte «Es sass ein schneeweiss’ Vögelein» von Johannes Brahms, bei dem ein Mädchen aus der Sopranstimme als Solistin voller Stolz Première feierte. Aus Österreich fasste eine einfache, aber kraftvolle Botschaft im «Fein sein, beinander bleibn!» die Sehnsucht nach Zusammenhalt, Harmonie und Lebensfreude in Worte. Es folgte ein herzliches Duett zweier Mädchen über «Die Schwalben».
Lieder von Weltstars
Den zweiten Teil des Konzertes eröffnete der Chor mit dem bereits oben erwähnten «Adiemus» von Karl Jenkins. Die bekannte Melodie wurde abwechslungsreich mit verschiedenen Gruppen gesungen und von Bongo, Trommeln und Querflöte gekonnt unterstützt. Der Ohrwurm aus dem Film «Frühstück bei Tiffany», nämlich «Moon River» von Henry Mancini, vermochte wohl manch älteres Semester an die Hauptdarstellerin Audrey Hepburn erinnern, die für ihre Rolle einen Oscar erhielt. Von einem weiteren Weltstar stammte das nächste Stück, bei dem sieben junge Männer den Chorpart übernahmen und «Can’t falling in love with you» von Elvis perfekt überbrachten. Übrigens, die Melodie basiert auf dem französischen Lied «Plaisir d’amour» von Jean-Paul-Égide Martini aus dem 18. Jahrhundert, nur der Text wurde für Elvis neu erfunden. Den krönenden Abschluss bildete «Freude, schöner Götterfunken» von Ludwig van Beethoven, arrangiert von Hermann Ophoven, einem deutschen Komponisten, Arrangeur und Musiker. Nach dem grossen Applaus verriet die Dirigentin, dass sie noch eine Überraschung als Zugabe ausgeheckt habe. Bei all ihren Tourneen und Abstechern in andere Länder würden sie jedes Mal ein Volkslied als Souvenir mit heimnehmen. Das aus der Schweiz sollte bekannt sein und sie bat darum, bei der dritten Strophe kräftig mitzusingen. Die Überraschung war «Lueged vo Berge und Tal» und wirklich waren zum Schluss viel mehr Chormitglieder zu hören.
Danksagung
Zum Schluss dankte Johanna Reimann für das fantastische Publikum, das den Chor unterstützt und getragen habe. Das Mittagessen im Pfarreizentrum habe super geschmeckt und sei eine tolle Abwechslung auf ihrer bisherigen Tournee gewesen. Danke sagte sie auch fürs Übernachten allen Personen, die Kinder bei sich aufgenommen hätten. Ebenso ein Danke für das uneigennützige Waschen und Trocknen ihrer Badesachen. Viel Dank ging natürlich an alle, die bei der Organisation mitgeholfen haben. Und Danke sagte sie zum voraus für eine angemessene Kollekte, die für die Ausbildung und den Unterhalt der über hundert Kinder verwendet werden, die bei ihnen ausgebildet werden, eventuell noch für eine Ausbildung für einzelne Jungs oder Mädchen.
Zum Auszug spielte Thomas Pastewka auf der Orgel eigene Variationen über das folgende Lied und die Gesangstruppe sang aus vollen Kehlen den irischen Reisesegen: «Möge die Strasse uns zusammenführen!», aber auch mit erschöpftem Ausdruck und müden Augen. Dieses spezielle Konzert wird noch lange nachhaltig in unseren Erinnerungen bleiben. Und vielleicht gibt es ja ein nächstes Mal, was gemäss dem Gespräch mit Johanna Reimann nicht auszuschliessen ist. Die Sommertournee führt die Kinder bis am 11. September noch an neun Aufführungssorte in der Schweiz, im Bayrischen Wald, in Rheinland-Pfalz und im Saarland, bevor sie wieder in München landen.
GERTRUD ULLRICH


