Die Sonne schien, und pünktlich um 14 Uhr öffnete die Präsidentin des Heimatmuseums Elgg, Renate Katterbach, die Türen für alle, die am letzten Sonntag den Weg gefunden hatten.
Was sie erwartete, war weit mehr als eine gewöhnliche Ausstellung – es war ...
Die Sonne schien, und pünktlich um 14 Uhr öffnete die Präsidentin des Heimatmuseums Elgg, Renate Katterbach, die Türen für alle, die am letzten Sonntag den Weg gefunden hatten.
Was sie erwartete, war weit mehr als eine gewöhnliche Ausstellung – es war ein kleines Stück Kindheit, liebevoll aus Tausenden bunten Steinen zusammengesetzt.
20 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten ihre selbstgebauten Schätze mitgebracht, und wer durch die Räume schlenderte, wusste kaum, wohin zuerst schauen. Da stand ein knallrotes Auto neben einem Supermario, der aussah, als könnte er jeden Moment lossprinten. Ein Sturmfahrzeug ragte neben zierlichen Flugzeugen empor, und wer genauer hinsah, entdeckte sogar eine ganze Stadt – mit Strassen, Häusern und kleinen Details, an denen man sich kaum sattsehen konnte. Als Krönung thronte irgendwo dazwischen ein Schloss, als wäre es direkt aus einem Märchen gestiegen.
Stolz auf jedes einzelne Teil
Glen Rietmann zeigte mit leuchtenden Augen und hörbarem Stolz sein selbst erdachtes Sturmfahrzeug und erzählte jedem, der stehen blieb, wie es entstanden war. Fast sieben Wochen habe er daran gebaut, erklärte er – und weil die eigenen Steine irgendwann nicht mehr reichten, halfen auch seine Brüder mit ihren LEGO-Kisten aus. Man merkte ihm an, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckte, und er war beileibe nicht der Einzige: Alle Teilnehmenden standen bereit, um ihre Werke zu zeigen und mit sichtbarer Freude davon zu erzählen.
Draussen vor dem Museum wartete bereits die nächste Überraschung: ein grosser Tisch, übersät mit Klemmbausteinen in allen Farben. Hier durften die Kinder selbst zu Baumeistern werden, spontan drauflos bauen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Am Ende des Tages wurden die kleinen Kreativköpfe mit einem Gewinnerpreis belohnt – und mit einem Lächeln, das keiner Auszeichnung bedurfte.
Die Gewinnerinnen und Gewinner durften am Schluss des Anlasses bekannt gegeben werden. Ben Hugentobler gratulierte den Gewinnern: Den ersten Platz belegten Paulina und Jonathan Götschi, den zweiten Platz Leni Pomahatsch und den dritten Platz Felix Helfenstein.
Zwischen den Steinen aus den 1990er-Jahren und den heutigen, detailverliebten Modellen lag an diesem Nachmittag nicht nur eine Ausstellung, sondern eine kleine Zeitreise. Und für einen Moment lang waren alle Anwesenden wieder Kinder – ganz gleich, wie alt sie tatsächlich waren.
EMANUELA MANZARI