Kirchgemeinde Eulachtal stellt die Weichen für die Zukunft
13.06.2026 RegionAm vergangenen Sontag fand in idyllischer Umgebung in der Kirche Schlatt die Kirchgemeinde-Versammlung Eulachtal statt.
Neununddreissig Stimmberechtigte nahmen letzten Sonntag, 7. Juni die Gelegenheit wahr, sich über die Finanzen und die Geschicke der Kirchgemeinde Eulachtal zu ...
Am vergangenen Sontag fand in idyllischer Umgebung in der Kirche Schlatt die Kirchgemeinde-Versammlung Eulachtal statt.
Neununddreissig Stimmberechtigte nahmen letzten Sonntag, 7. Juni die Gelegenheit wahr, sich über die Finanzen und die Geschicke der Kirchgemeinde Eulachtal zu informieren.
Nach einer zum Thema vortrefflich formulierten Predigt durch Pfr. Andreas Bertram und der berührenden musikalischen Umrahmung des Gottesdienstes durch Kantorin Hannah Lindner mit Stimme und Klavier, begrüsste die Präsidentin der Kirchgemeinde Eulachtal, Verena Wüthrich, die 39 Stimmberechtigten.
Ein sichtlich zufriedener Finanzverwalter – Martin Gisler – präsentierte im Anschluss an den Gottesdienst gut gelaunt eine positive Rechnung für das Jahr 2025. Die Jahresrechnung schliesst bei Aufwendungen von 2’338’914 Franken und Erträgen von 2’395’767 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 56’852 Franken ab. Dies nicht zuletzt dank dem engagierten Einsatz von Martin Gisler als Finanzverwalter und der Budgettreue der Kirchenpflegenden. Der Ertrag wird dem Eigenkapital gutgeschrieben.
Zahlen sind beruflich eindeutig die Welt von Martin Gisler! Die Rechnung wurde gut verständlich erklärt, auch wenn einem Buchhaltung und Finanzangelegenheiten eher fremd sind.
Abweichungen im Budget
Die Personalkosten haben das Budget lediglich um 800 Franken überschritten, dies weil aufgrund des Entscheides der Landeskirche auf einen Teuerungsausgleich verzichtet wurde. Im Sachund Betriebsaufwand werden verschiedene Posten abgerechnet, zum Beispiel Anschaffung von Büromaterial, Verbrauchsmaterial in Form von Blumenschmuck und Dekorationsmaterial sowie Lebensmittel für Abendmahl, Apéros und so weiter. Auch Angebote für Kinder werden hier abgerechnet. Das für das Kirchgemeindehaus Elgg bestellte Einrichtungsmaterial, neue Stühle und Tische für den Saal, konnte wegen Lieferverzögerungen nicht rechtzeitig angeliefert werden. Dieser Betrag wird in der nächsten Rechnungsperiode zum Tragen kommen.
Alles in allem hat die Kirchenpflege seriös und professionell gearbeitet. Finanzverwalter Gisler hat seine Zahlen und die dahinterstehenden «Akteure» im Griff und sorgt zusammen mit den verantwortlichen Kirchenpflegerinnen und -pfleger für eine ausgeglichene Rechnung. Die Stimmberechtigten stimmten der Abnahme der Rechnung ohne Gegenstimme zu.
Im Weiteren musste nochmals über die Genehmigung der Ergänzungen zur Teilrevision der Kirchenordnung abgestimmt werden. Leider sind drei Artikel der revidierten Kirchen-Ordnung vom Kirchenrat nicht genehmigt worden. Nach den Erläuterungen durch die Kirchenpflegepräsidentin Verena Wüthrich stimmten die Anwesenden den Änderungen zu.
Informationen aus der Kirchgemeinde
Im Jahr 2023 lancierten die Mitglieder der Zürcher Synode die Schöpfungsinitiative. Diese verlangt eine strikte Umsetzung der Umweltlabels und Netto-Null-Emissionen in allen Kirchgemeinden bis 2035. Diese Initiative ist zugunsten eines Gegenvorschlags des Kirchenrats zurückgezogen worden. Gegen den Gegenvorschlag ist das Referendum ergriffen worden. Aus diesem Grund wird es im Herbst zu einer Abstimmung kommen.
Auch dieser Gegenvorschlag beinhaltet ein paar happige Verbindlichkeiten für alle Kirchgemeinden: Sanieren von kirchlichen Gebäuden, Ersetzen von veralteten Öl-Heizungen, Schaffen von ökologisch wertvollen Grünflächen und Einkauf von nachhaltigen Lebensmitteln für kirchliche Anlässe. In diesem Zusammenhang muss sich die Kirchenpflege noch um die Meinungsbildung kümmern. Eine Abstimmungskampagne der Gegnerschaft ist bereits angelaufen.
Für die nächste Amtsdauer stehen ein paar grosse Herausforderungen an. Auch im Eulachtal nehmen die Mitgliederzahlen ab. Aus diesem Grund müssen die Pfarrpensen auf Sommer 2028 gekürzt werden. Die Bedeutung der Gottesdienste in den Ortskirchen in Elsau und Schlatt nehmen ab. Es stellt sich die Frage, ob die Gottesdienste hier eingestellt werden sollten zugunsten vermehrter Angebote in Seelsorge und Diakonie.
Abschied und Neuanfang
Liegenschaftenverwalter Rolf Anderes hat nach acht Jahren im Amt beschlossen, sich aus der Kirchenpflege zurückzuziehen. Präsidentin Verena Wüthrich verabschiedete Rolf Anderes auf ihre ganz spezielle Art und Weise, mit viel Witz und Charme und dankte dem engagierten Kirchenpflegemitglied für seinen grossen Einsatz während seiner Amtsdauer. Ein Nachfolger steht schon bereit. Stephan Bertschinger aus Elsau wird in die Fussstapfen von Rolf Anderes treten.
Wahl der Rechnungsprüfungskommission
Für die Amtsdauer 2026 bis 2030 muss die Rechnungsprüfungskommission neu gewählt werden. Folgende Personen stellen sich für dieses Amt zur Verfügung: Reifer Petra (Schlatt, neu), Schmid Christian (Hofstetten, bisher), Studer Matthias (Elsau, neu), Walker Madeleine (Elgg, neu), Wiesner Mathias als Präsident (Elsau, bisher). Die neue Rechnungsprüfungskommission wurde von den Stimmberechtigten einstimmig gewählt.
Rosenduft zum Abschluss
Im Anschluss an die Versammlung lud die Behörde zu einem herzhaften Apéro im idyllischen Pfarrhausgarten ein. Die von «Hausherr» Werner Dudli sorgfältig gepflegten Rosen dufteten um die Wette mit dem köstlichen Apérogebäck. Ein herrlicher Ausklang nach den nackten Zahlen und Fakten in einer Umgebung, die an Ferien und Auszeit erinnert.
Ein grosses Dankeschön an die Behördenmitglieder und die freiwillig engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die gastfreundliche Bewirtung. Die Gäste fühlten sich offensichtlich wohl in der blühenden Landschaft und genossen ein reges, unvergessliches Zusammensein.
CHRISTA HUG

