Ärgern Sie sich auch über das unsägliche SVP-Plakat, welches uns vorgaukelt, ein JA zur Neutralitätsinitiative sei gleichbedeutend mit einem NEIN zu Krieg? Ein Slogan von geradezu grotesker Lächerlichkeit. Oder kennen Sie ausser Putin jemanden, der für Krieg ist? ...
Ärgern Sie sich auch über das unsägliche SVP-Plakat, welches uns vorgaukelt, ein JA zur Neutralitätsinitiative sei gleichbedeutend mit einem NEIN zu Krieg? Ein Slogan von geradezu grotesker Lächerlichkeit. Oder kennen Sie ausser Putin jemanden, der für Krieg ist? Eben.
Als langjähriger Chef Einsatzführung der Luftwaffe weiss ich sehr genau, wie unser Schweizer Luftraum zu verteidigen ist. Tells Armbrust, Hellebarden und warme Worte des SVP-Übervaters genügen hierzu nicht. Viel Meinung und wenig Ahnung zu haben, ebenfalls nicht. Expertenwissen ist gefragt.
Zur Verteidigung unseres Luftraums sind wir einerseits zwingend auf den heutigen Luftlageaustausch mit unseren umliegenden Ländern angewiesen. Und ein leider gar nicht mehr so unwahrscheinlicher Angriff Russlands auf kritische Schweizer Infrastrukturen kann ebenfalls nur in Zusammenarbeit mit unseren Partnernationen erfolgen – weil uns schlicht die Mittel hierzu fehlen. Diese Zusammenarbeit erfordert vereinheitlichte Verfahren und regelmässige Trainings, was die Schweizer Luftwaffe seit Jahrzehnten erfolgreich tut, immer innerhalb der Grenzen und Möglichkeiten unserer bewaffneten Neutralität. Ein NATO-Beitritt ist hierzu weder nötig noch erwünscht. Bei einem JA zur gefährlichen Initiative würden diese gemeinsamen Trainings verboten und unsere Sicherheit folglich massiv geschwächt. Putin hätte seine Freude daran.
Gut gemeint ist leider einmal mehr nicht gut genug. Deshalb NEIN zur schädlichen Neutralitätsinitiative am 27. September!
ROLAND GABRIEL, ETTENHAUSEN