Ja zu Rechnung, hohe Investitionen belasten die Zukunft
23.05.2026 HagenbuchDie positive Rechnung 2025 passierte die Gemeindeversammlung Hagenbuch nach ausführlichen Erklärungen problemlos. Wolken am Finanz-Horizont ziehen wegen der anstehenden Investitionen auf.
64 Stimmberechtigte konnte Hagenbuchs Gemeindepräsident Rolf Sturzenegger am ...
Die positive Rechnung 2025 passierte die Gemeindeversammlung Hagenbuch nach ausführlichen Erklärungen problemlos. Wolken am Finanz-Horizont ziehen wegen der anstehenden Investitionen auf.
64 Stimmberechtigte konnte Hagenbuchs Gemeindepräsident Rolf Sturzenegger am vergangenen Mittwochabend im Schulhaus Fürstengarten zur Gemeindeversammlung begrüssen.
Die Erfolgsrechnung der Gemeinde schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 344’010 Franken ab. «Das ist gegenüber dem prognostizierten Ausgabenüberschuss von 520’244 Franken ein erfreuliches Resultat», so Sturzenegger. Eine der Hauptabweichungen betrifft den Bereich Bildung. Gemeinderat Patrick Trachsel erklärte, wie es vom budgetierten Minus zum Plus kam. Die grössten Ersparnisse kamen durch die Schliessung des Kindergartens Oberschneit (Lohnkosten), und eine Korrektur bei der Abschreibung für den Baramo-Pavillon zustande. Ganz allgemein habe man sich bemüht, so gut wie möglich zu optimieren und sinnvoll zu sparen, unter anderem auch bei der Tagesbetreuung.
Höhere Pflegekosten
Bei der Gesundheit gab es höhere Kosten für die Rest-Pflegefinanzierung. Drei Haupttreiber führen gemäss Ressortvorstand Simon Heller auch in Zukunft zu Mehrausgaben: Die Demografie und die Pflegebedürftigkeit sowie gestiegene Löhne in der Pflege aufgrund der Pflegeinitiative und des Fachkräftemangels. Dazu komme das neue Tarifgesetz der Krankenversicherungen. Die Soziale Sicherheit verzeichnet weniger Ausgaben als budgetiert, es gab zwar mehr Fälle bei den Ergänzungsleistungen, aber auch unerwartete Rückerstattungen durch IV- und EL-Renten.
Zu den dem Mehrkosten beim Konto Umweltschutz und Raumordnung nannte Simon Heller die höheren Beträge beim Friedhof aufgrund einer Nachzahlung über mehrere Jahre wegen ursprünglich zu gering berechneten Kosten beim Anschlussvertrag Friedhof Elgg.
Höhere Steuereinnahmen
«Wir haben massiv mehr Steuern eingenommen», sagte Rolf Sturzenegger zu den Finanzen. Auch bei den Grundstückgewinnsteuern sei erneut mehr eingenommen worden als budgetiert. «Wie lange dies allerdings noch so ist, wissen wir nicht, wir budgetieren vorsichtig».
Den Hauptanteil zum Überschuss habe das Ressort Bildung beigetragen, fasste der Gemeindepräsident zusammen, sowie die Einnahmen bei den Steuern, die geringeren Abschreibungen durch Verschiebungen von Investitionen auf spätere Jahre und auch weniger Fälle bei der wirtschaftlichen Hilfe. Erwähnt im erläuternden Bericht ist zudem eine positive Neubewertung des Schulhauses Oberschneit.
Frage zu Mieteinnahmen
Eine Frage aus den Reihen der Stimmberechtigten betraf die Mieteinnahmen aus den Wohnungen von gemeindeeigenen Liegenschaften, die tief seien. Gemeinderätin Patrizia Künzle erklärte, man habe die Mietverträge überprüfen lassen, künftig gebe es hier wohl Anpassungen. Zwei Wohnungen standen eine Zeitlang leer. Günstiger Wohnraum sei aber wichtig, sei es für Asylbewerber oder auch andere Personen. Das führe auch zu weniger Einnahmen.
Investitionen im Verwaltungsvermögen
Die Investitionsrechnung im Verwaltungsvermögen weist Nettoinvestitionen von 59’403 Franken gegenüber budgetierten 2’053’100 Franken aus, die Investitionsrechnung im Finanzvermögen Nettoinvestitionen von 446’636 Franken gegenüber der budgetierten Null.
Das Projekt Dorfbach wurde aufs Jahr 2027 verschoben, wie Gemeinderat Florian Hauser neben einer Reihe anderer Posten erläuterte. Daher fallen die veranschlagten Baukosten von 700’000 Franken weg. In diesem Zusammengang ebenfalls verschoben wurden der Brunnenleitungsersatz und der Leitungsersatz Bruggwisstrasse.
Rolf Sturzenegger verwies auf die Übertragung des Schulhauses Oberschneit vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen, weil der Kindergarten nicht mehr aktiv ist.
Positive Entwicklung beim Eigenkapital
«Bei der Investitionsrechnung Verwaltungsvermögen haben wir wenig ausgegeben.» Der Hauptbrocken sei der Dorfbach, der mit 1,1 Millionen eben nicht zu Buche geschlagen habe, erklärte Sturzenegger.
Das Eigenkapital ist um den positiven Rechnungsabschluss auf 9’439’195 Franken gestiegen. «Positiv ist, dass wir in den letzten Jahren das Eigenkapital immer ein wenig aufstocken konnten. Wir hoffen es bleibt so», so der Gemeindepräsident.
Hohe Investitionen in Zukunft
RPK-Präsidentin Marlen Reichmuth warnte, sich im Hinblick auf die anstehenden Investitionen nicht zu stark zu freuen über das positive Ergebnis. Gemäss dem Finanz- und Aufgabenplan sind die nächsten vier Jahre Investitionen im Verwaltungsvermögen von 7 Millionen geplant. Das frei verfügbare Vermögen beträgt im Moment vier Millionen. «Das bedeutet für das Ende der Planungsperiode eine Nettoschuld von drei Millionen, wenn wir nichts machen». Man werde aber sicher handeln, zum Beispiel im gebührenfinanzierten Bereich.
Die Stimmberechtigten nahmen die Jahresrechnung 2025 grossmehrheitlich an, ebenso die Kreditabrechnung für den Kanalisationsanschluss Schneitertal an Elsau, die mit 739’309 Franken erfreulich abschiesst (Budget: 950’413 Franken), dies vor allem wegen einem Staatsbeitrag des AWEL.
Machbarkeitsstudie Winkel 6
Der Gemeinderat orientierte anschliessend über den Stand der Dinge verschiedener Projekte. Gemeinderätin Patrizia Künzle zeigte die Möglichkeiten aufgrund der Machbarkeitsstudie zur Liegenschaft Winkel 6 mit einem Marktwert von 700’000 Franken auf. Drei Varianten stehen nebst einem Verkauf im Raum: Sanierung Minimal, Sanierung Maximal und ein Ersatzneubau, die letzteren beiden mit Kosten von deutlich über einer Million. «Es geht hier um eine Information», erklärte sie, nachdem sich eine emotional geführte Diskussion darüber entwickelte, wofür die Liegenschaft künftig genutzt werde und welche Variante entsprechend angemessen sei. Ideen gibt es gemäss Simon Heller viele, von günstigem Wohnraum über Alterswohnungen bis hin zu altersdurchmischtem Wohnen und einer KITA. Es wurde angeregt, einen Infoabend durchzuführen. Der Entscheid soll gemäss Gemeinderat am besten zusammen mit der Schulraumerweiterung an der Urne fallen.
Informationsabend zur Schulraumerweiterung
Patrick Trachsel informierte zum aktuellen Stand der Schulraumerweiterung. Das Vergabeverfahren wurde im März mit einem vorläufigen Zuschlag abgeschlossen. Zurzeit werde das Projekt bereinigt. Wichtig sei vor allem, dass der Kostenrahmen eingehalten werde. Die Finanzierung werde zurzeit abgeklärt. Die Volksabstimmung ist für den 29. November 2026 vorgesehen. Vorher gibt es eine Informationsveranstaltung.
Rolf Sturzenegger erklärte, der vom Kanton abgelehnte Art. 32 (Mindestabstand von bewohnten Liegenschaften und industriellen Windkraftanlagen), sei nicht mehr Teil der BZO. Der Gemeinderat verzichtet auf Rechtsmittel. Die BZO ist inzwischen teilweise genehmigt. Im Mai 2026 hat der Regierungsrat 15 Potentialgebiete für Windkraftanlagen aus dem Richtplan gestrichen, unter anderem den Standort Schneitberg. Auf dem Gemeindegebiet Hagenbuch sind keine Windkraftanlagen geplant.
Die Überarbeitung der Polizeiverordnung ruht zurzeit wegen der personellen Engpässe. Inventar der schützenswerten Bauten: Zurzeit arbeitet der Kanton eine Vorlage aus. Der Gemeinderat wird sich erneut damit befassen. Der Friedhofvertrag mit der Gemeinde Elgg wird erneuert. Der Jahresbericht der Wasserversorgung 2025 ist auf der Gemeindehomepage aufgeschaltet.
Wie üblich war beim Apéro noch Gelegenheit, weitere Fragen zu stellen und sich auszutauschen.
BETTINA STICHER


