Intelligente Lager – mehr Zeit für die Pflege
12.03.2026 Elgg, RegionDie Pflege Eulachtal setzt im Hintergrund neu auf smarte Logistik. Mit dem digitalen Lagerbewirtschaftungssystem CosaFlow werden Prozesse effizienter, nachhaltiger und die Pflege spürbar entlastet – für die Bewohnerinnen und Bewohner bleibt all das unsichtbar. Fabienne ...
Die Pflege Eulachtal setzt im Hintergrund neu auf smarte Logistik. Mit dem digitalen Lagerbewirtschaftungssystem CosaFlow werden Prozesse effizienter, nachhaltiger und die Pflege spürbar entlastet – für die Bewohnerinnen und Bewohner bleibt all das unsichtbar. Fabienne Möckli, zuständig für Einkauf und Projektumsetzung, berichtet vom Wandel.
Fabienne Möckli, was genau lagert man in einem Pflegezentrum überhaupt?
Von Einweghandschuhen und Inkontinenzmaterial bis hin zu Schutzkitteln oder Verbandsmaterial – bei uns in der stationären Langzeitpflege wird viel gebraucht. Unser zentrales Hauptlager für alle Standorte betreiben wir in Elgg. Hier halten wir seltener benötigte Artikeln oder solche in Grosspackungen wie Infusionszugänge, die bei Bedarf bezogen werden. Mit den regelmässig benötigten Materialien werden unsere Aussenhäuser alle zwei Wochen direkt vom Lieferanten beliefert. So bleiben die Abläufe effizient, wirtschaftlich und bedarfsgerecht.
Was macht das System so besonders?
Im Regal befinden sich Gewichtssensoren. Sobald der Bestand eines Artikels unter eine definierte Schwelle fällt, löst das System automatisch eine Bestellung aus – ganz ohne manuelle Eingabe. Alternativ gibt es digitale Etiketten mit Bestelltasten. Das Material kommt pünktlich, es ist immer genau so viel da, wie es braucht. Das spart Zeit – aber auch Nerven.
Wie war die Situation vor der Umstellung auf CosaFlow?
Früher war es sehr personenabhängig. Wer was bestellte oder wie viel noch da war – das wussten oft nur einzelne Personen. Es kam regelmässig zu Überbeständen oder sogar abgelaufenem Material. Nachvollziehbarkeit und Transparenz haben gefehlt. Auch für die Pflegenden war das belastend – sie mussten neben allem anderen auch noch an Bestellungen denken.
Wie kam es zur Einführung des neuen Systems?
Die Entscheidung für CosaFlow war gut durchdacht. Über mehrere Monate hinweg habe ich das Projekt gemeinsam mit der Geschäftsleitung und unserem Partner Cosanum geplant. Wir haben Alternativen geprüft, Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen. Die Pflege Eulachtal hat mir dabei viel Vertrauen geschenkt – und mir im Rahmen meiner Weiterbildung zur Fachfrau Gesundheitsinstitution ermöglicht, die Projektleitung zu übernehmen. Meine Abschlussarbeit konnte ich direkt auf CosaFlow ausrichten.
Das war fachlich wie persönlich eine sehr wertvolle Erfahrung.
Wie wurde das Projekt umgesetzt?
Aus logistischen Gründen haben wir uns dafür entschieden, alle sechs Standorte gleichzeitig auf CosaFlow umzustellen. Ich habe im Vorfeld Sortimentsvorschläge für alle Abteilungen erstellt. Innerhalb von dreieinhalb Tagen haben wir gemeinsam mit Cosanum die Lager neu eingerichtet – jedes angepasst an die individuellen Bedürfnisse. Die Individualität ist auch ein Markenzeichen der Pflege Eulachtal.
Gab es Hürden oder Widerstand?
Natürlich – Veränderungen sorgen immer für Skepsis. Einige fragten sich: «Brauchen wir das wirklich?» Heute sagen viele: «Es ist, als würde ich im eigenen Laden einkaufen.» Die Rückmeldungen sind fast durchwegs positiv. Trotzdem: Für eine perfekte Einführung braucht es noch mehr – aber wir sind auf einem guten Weg.
Was sind die grössten Vorteile für die Pflege?
Die Entlastung. Die Pflegefachpersonen müssen sich nicht mehr mit Bestellungen beschäftigen. Sie können sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Auch der Technische Dienst profitiert: weniger interne Transporte, klarere Abläufe. Für die Bewohnerinnen und Bewohner ist der Unterschied nicht sichtbar – aber sie profitieren indirekt, weil das Personal entlastet und dadurch mehr Zeit und Ruhe da ist.
Und für Sie persönlich?
Ich konnte in einem echten Zukunftsprojekt Verantwortung übernehmen und viel dazulernen – vom Projektmanagement bis zur technischen Umsetzung. Heute weiss ich: die Materialbestellungen funktionieren auch ohne mich. Das Wissen ist nicht mehr an Einzelpersonen gebunden. Und das gibt dem ganzen Betrieb Sicherheit.
DANIELA SCHWEGLER, PFLEGE EULACHTAL

