Historische Gärten boten lebendige Kulturoase
27.08.2026 AadorfAm letzten Freitag und Samstag öffnete der «Kulturgarten Aadorf» zum zweiten Mal seine Tore. In zwei historischen Villengärten gab es Einblicke in die Natur und Gartenkultur, dazu Musik, Unterhaltung und Verpflegung.
Im Rahmen der schweizweiten Aktion «Offener ...
Am letzten Freitag und Samstag öffnete der «Kulturgarten Aadorf» zum zweiten Mal seine Tore. In zwei historischen Villengärten gab es Einblicke in die Natur und Gartenkultur, dazu Musik, Unterhaltung und Verpflegung.
Im Rahmen der schweizweiten Aktion «Offener Garten» von Bioterra lud der «Kulturgarten Aadorf» am vergangenen Wochenende Interessierte in sein Reich. Zwei historische, nebeneinanderliegende Villengärten an der Bohlstrasse 10 und 12 verwandelten sich in einen lauschigen Ort, an dem trotz viel Leben eine gemütliche Atmosphäre herrschte. Zu verdanken war diese nebst dem Engagement der Gastgeberinnen und Gastgeber dem anmutigen und ökologisch wertvollen Anwesen, das die dafür nötige Ruhe ausstrahlte.
Rund 200 Besucherinnen und Besucher jeder Altersgruppe liessen es sich nicht nehmen, zwischen Freitag- und Samstagabend ungezwungen vorbeizuschauen, die Anlagen zu bestaunen und sich von den besonderen Gärten und dem reichhaltigen Angebot inspirieren und verwöhnen zu lassen.
Wertvolle Lebensräume
An verschiedenen Stellen gab es Spannendes über die Gartenkultur, ökologisch wertvolle Lebensräume und zum Teil uralte Pflanzen zu entdecken. Besonders eindrücklich sind die über 120 Jahre alten Scheinzypressen, die geschützte Linde und Ulme. Dass ein alter Baumbestand gerade in einem Hitzesommer wertvolle Dienste leistet, war auch an diesem bereits etwas kühleren Wochenende noch deutlich zu spüren. Unter den mächtigen Baumkronen liess es sich angenehm verweilen.
Seit die Familie Gloor im Jahr 2015 in die heute rund 120-jährige ehemalige Griesser-Villa eingezogen ist, hat sie die Gartenanlage ständig weiterentwickelt. «Besonders wichtig ist uns die Biodiversität», erklärt Susanne Gloor, Inhaberin der Villa Mon Repos. Bei einem Rundgang zeigte sie unter anderem Wildblumenwiesen, die Insekten Nahrung und Lebensraum bieten, Futterstellen für Igel (in der Villa Marienhalde nebenan), die sich ungehindert zwischen den Gärten bewegen können, aber auch einen mehrheitlich biologisch bewirtschafteten Gemüsegarten. «Wir achten auf viele einheimische und insektenfreundliche Pflanzen. Zudem ist es uns wichtig, dass möglichst zu jeder Jahreszeit etwas blüht», so Gloor.
Doch nicht nur die Pflanzen, auch die historische rund 3600 Quadratmeter grosse Gartenanlage, die bis hinunter zur Bahnhofstrasse reicht, wird gepflegt und erneuert. Während der Corona-Zeit habe man einen historischen Springbrunnen ausgegraben und mit den Original-Decksteinen rund zwei Meter neben seinem ursprünglichen Standort wieder aufgebaut. Mehrere in den vergangenen vier Jahren erstellte Trockensteinmauern strukturieren gemäss der Inhaberin neu den Hang und bieten gleichzeitig zahlreichen Kleintieren wertvollen Lebensraum.
Unterhaltung für Jung und Alt
Die Gärten boten am Wochenende die stimmungsvolle Kulisse für ein vielseitiges Programm. Am Freitagabend sorgte Saxofonist Alex Schneider für musikalische Unterhaltung. Dazu gab es eine Einführung in die Welt des Gins mit La Ginetta («the tiny Ginbar») sowie Getränke und Pulled-Pork-Burger.
Am Samstag erzählte Huguette Schwager Märchen. Die Pfadi Hinterthurgau und die Pfadi Elgg ermöglichten mit einem Postenlauf und sogar einer Seilbrücke spannende Momente. Die Rosengruppe Thurgau der Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde vermittelte Wissenswertes rund um Rosen, während der Buecherchorb Aadorf mit einem Büchertisch vertreten war. Mit einem musikalischen Kontrast zogen die «Ailagogha Castle Pipes & Drums» mit schottischen Klängen die Aufmerksamkeit auf sich.
Auch kulinarisch wurde einiges geboten. Neben Getränken und Kaffee standen Pizza und Focaccia, Kuchen sowie Grilladen und Salate zur Auswahl. So blieb genügend Gelegenheit, nicht nur die Gärten zu entdecken, sondern auch gemütlich zusammenzusitzen.
Vereinsgründung geplant
Hinter dem Kulturgarten steht die Idee, einen offenen, persönlichen und naturnahen Begegnungsort zu schaffen. Gleichzeitig möchten die Initianten auf die Bedeutung von Grünflächen innerhalb einer Gemeinde hinweisen, denn sie sind wertvolle Rückzugsorte für Mensch und Tier.
Für die Finanzierung der Musiker, der Infrastruktur und weiterer Aufwendungen erhielt das Projekt gemäss Gloor Unterstützung von der Gemeinde Aadorf, der Dr. Heinrich Mezger-Stiftung und der Firma Griesser AG mit der Nutzung ihrer Parkplätze.
Die Initianten möchten die Idee des Kulturgartens weiterentwickeln. Angedacht ist die Gründung eines Vereins. Voraussetzung dafür wären mindestens zehn Personen, die sich aktiv engagieren möchten, sowie das notwendige Startkapital. Interessierte können sich über die Webseite des Kulturgartens für den Newsletter anmelden oder ihr Interesse an einer Mitgliedschaft bekunden.
BETTINA STICHER
Informationen unter: www.kulturgarten-aadorf.ch



